Artus Arboris - Doktorarbeit Baeleanor Calték

Vorwort

Wir brauchen jeden Tag unsere Hände und Beine, sei es, um zu laufen, zu reiten, etwas festzuhalten oder zu kämpfen. Doch was geschieht, wenn wir diese durch Krankheit oder durch Kampf verlieren? Wir können all dies nicht mehr tun.
Diese Arbeit beschäftigt sich damit, jenen armen Wesen ein besseres Leben zu ermöglichen. Wo früher nur ein starres Stück Holz oder Metall herhielt, soll nun eine echte, funktionsfähige und lebende Prothese stehen, welche entsprechende verlorene Gliedmaße ersetzt.
Der Prozess, diese Prothesen herzustellen und sie mit den Patienten in Verbindung zu bringen, ist ein umfangreiches und langwieriges Verfahren. Es gibt viele Risiken und Problematiken, doch wenn es gelingt, so besitzt der Patient eine an ihn speziell angepasste Prothese, welche sich anfühlt wie das verlorene Körperteil.
Diese Prothese kann den Umfang eines vollen Armes oder eines ganzen Beines haben, jedoch können auch Hände, Finger oder Füsse als Prothese eingesetzt werden.
Die Technik dahinter nennt sich Artus Arboris, was die Bedeutung von "Gliedmassen des Baumes” trägt.

Bei der Entwicklung dieser Prothese haben zahlreiche verletzte Soldaten aus Gorak in Paeonia, aber auch weitere Wesen in Parsifal geholfen.

Aussehen der Prothese & Funktionalität

Die Prothese ersetzt eine fehlende Gliedmasse, nachdem diese nach einer Krankheit oder einer Verletzung amputiert wurde. Sie hat eine hölzerne oder blättrige Struktur - je nach Pflanze, welche man dafür verwendet. Es gab Fälle, in denen die Nervenbahnen leuchten konnten. Warum dies so ist, konnte nie abschliessend geklärt werden.

Da diese Prothese nicht aus körpereigenen Produkten besteht, sondern aus einer Pflanze, kann die Funktionalität der Gliedmasse nicht vollumfänglich wiederhergestellt werden. Der sogenannte Tastsinn, durch den wir Berührungen oder Schmerzen fühlen, ist vermindert, daher nur eine eingeschränkte Wahrnehmung von Berührungen und Schmerzen.

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Eine weitere Nebenwirkung ist ein Gefühl der Starre. Obwohl die Prothese mit der Zeit recht stark werden kann, sind feinmotorische Bewegungen nur mit viel Übung möglich. Die Bewegungen der Prothese sind grobmotorisch und langsam, sie fühlt sich starr an. Da die Prothese aus Pflanzen hervorgeht, kann sie relativ leicht verbrennen. Es handelt sich nicht um normale Haut, deshalb verbrennt sie sich nicht, sondern sie zerfällt zu Asche.

Sollte die Prothese mit zu viel Wasser oder Sonnenlicht in Berührung geraten, so wachsen unkontrolliert Blumen und Blätter daran. Auch könnte es sein, dass die Prothese unbeabsichtigt weiter wächst. So gab es Fälle, in denen Patienten zu lange Arm- und Handprothesen dadurch bekamen. Dies kann durch den Einsatz von zwei Tränken reguliert werden, die später erklärt werden.


Eine Hochelfen-Kriegerin, deren Arm ab dem Oberarm durch eine Verletzung abgetrennt wurde. Ihre Finger sind unkontrolliert lang gewachsen.

Weiter reagieren Hochelfen oder Lichtelfen am Besten auf die Prothese und stossen diese nur selten ab. Menschen reagieren stärker hierauf, auch besteht hier höherer Regulierungsbedarf. Der Einsatz von Artus Arboris ist bei Hochzwergen schon fast unmöglich, hier ist die Gefahr für Komplikationen relativ hoch. Chaoswesen stoßen die Prothese durch ihre Chaosmagie sofort ab - Das Chaos akzeptiert die benötigte Magie für die Prothese nicht, Versuche haben zu einem Absterben des Prothesenstamms nach wenigen Stunden geführt.

Weitere Nebenwirkungen sind das gänzliche oder partielle Abstoßen der Prothese, sowie des unkontrollierten Wachstums. Auch Einwucherungen in den Körper mit inneren Verletzungen sind möglich. Diese können auftreten, wenn die Prothese nicht korrekt reguliert wird.

Zugehörige Medizin

Die Prothese selbst, egal aus welcher Pflanze der Stamm besteht, ist ein lebendes Objekt, welches auch nach erfolgreicher Behandlung weiter wachsen kann. Dieses Wachstum wird initial benötigt, um die Prothese auf ihre entsprechende Größe zu bringen, jedoch kann es später zu Komplikationen führen. Die Prothese wächst nicht nur über ihre gedachte Größe hinaus, auch schlagen sich ihre Wurzeln immer tiefer in den eigentlichen Körper des Trägers, wobei sie immense Schmerzen verursachen können.

Zur besseren Kontrolle der Prothese wurden zwei Tränke entwickelt, welche den Wachstumsprozess entweder beschleunigen oder verlangsamen.

Imperio Arboris ist ein Wachstumstrank, welcher zum Anwachsen der Prothese gedacht ist. Er fördert die Entwicklung und den eigentlichen Prozess des Anwachsens, indem er die Faserreproduktion innerhalb des Prothesenstammes anregt. Zudem steigt die Empfindlichkeit des Tastsinns.
Eine Überdosierung hat zur Folge, dass die Prothese auch tiefer in den Körper des Trägers eindringt. Auch selbst wird sie größer und wahrscheinlich auch zu schwer, um vom Träger ordnungsgemäß kontrolliert werden zu können.

Calumnia Arboris hingegen wird verwendet, um das Wachstum zu verringern, anzuhalten oder eine Degeneration einzuleiten. Der Anwender verspürt hierbei keine Schmerzen. Verwendet wird der Trank zur Regulierung des Prothesenwachstums, um entsprechenden Komplikationen entgegenzuwirken. Ein Nebeneffekt ist eine verringerte Empfindlichkeit, sowie eine Verringerung der feinmotorischen Fähigkeiten einige Tage nach der Anwendung.
Folge der Überdosierung ist eine starke Degeneration der Prothese, wobei Tastsinn und jegliche Motorik komplett verloren gehen, sollten diese nicht durch spezielle Behandlung wiederhergestellt werden. In schlimmeren Fällen stirbt die Prothese gänzlich ab.

Beide Tränke haben lediglich Auswirkungen auf die Prothese. Eine Vielzahl an Tests hat ergeben, dass sie auf den ursprünglichen Körper des Anwenders keine Auswirkungen haben.
Entfernte Berichte sprechen von einem Einsatz als Düngemittel für Pflanzen, auch wenn dies bisher nicht unabhängig bestätigt wurde.

Vorbereitung des Stumpfes und Einsetzung der Stammprothese

Nach einer schwerwiegenden Verletzung oder durch das nötige Amputieren bei einer Krankheit der Gliedmaße ist es zwingende Notwendigkeit, dass der Stumpf vorerst entsprechend abheilen kann. Sollte die Wunde nicht vollends abgeheilt sein, so kann sich diese entzünden und die Prothese unbrauchbar machen.

Als erster Schritt wird der Patient ruhig gestellt, er sollte während der ganzen Prozedur nicht bei Bewusstsein sein. Danach wird ihm am Stumpf ein großer Schnitt hinzugefügt. In jene Öffnung wird der entsprechende Prothesenstamm, aus welchem schlussendlich die Prothese wächst, eingesetzt. Der Prothesenstamm selbst ist ein Produkt aus Kernteilen der ursprünglichen Pflanze, sowie Magie und Alchemie. Die Wunde wird zugenäht, während der Ast durch Magie und Anwendung des Wachstumstranks, Imperio Arboris, Wurzeln innerhalb des Stumpfes schlägt. Die Fasern des Astes verbinden sich mit den Nerven und den Blutgefässen des Stumpfes. Durch regelmäßige Anwendung des Wachstumstrank, welchen der Patient nach der erfolgreichen Operation täglich bis zur Vollendung der Prothese zu sich nehmen muss, wächst die Prothese auf die gewünschte Größe. Mit der Zeit bilden sich neuronale Verbindungen, so dass der Patient nach einiger Zeit bereits Schmerzen an der noch frischen Prothesen spüren kann.

Die Dauer, bis die Prothese vollumfänglich einsatzbereit ist, hängt von der Größe ab. Während Finger und Zehen nur wenige Tage brauchen, brauchen Füße und Hände schon ein paar Wochen, ehe man sie vollumfänglich belasten kann. Ganze Arme und Beine benötigen etwa 2 Monate, ehe die Entwicklung der Prothese abgeschlossen ist. Die verspürten Empfindungen werden von Tag zu Tag stärker. Etwa ein Jahr nach der erfolgreichen Operation spürt der Patient sämtliche Berührungen, Schmerzen und weitere Sinneseindrücke.

Um den Heilungsprozess zu unterstützen und Entzündungen der Operationswunde vorzubeugen, kann man die Prothese mit Lederriemen unterstützen und zusätzlich am Körper befestigen. Diese Lederriemen können mit der Zeit entfernt werden.

Sollte der Fall einer Amputation der Prothese eintreten, so kann die alte Prothese entfernt werden. Nach der Entfernung muss der Stumpf erst abheilen, ehe man die ganze Prozedur wiederholt.

Quellen

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