Charakter Vorstellung von Juno Brockmann (Juno_Silberlicht)

Name:
Juno Brockmann

Alter:
25 Jahre

Rasse:
Mensch

Religion:
Christ

Herkunft:
Bremen

Beruf:
Fischer + Landwirt

Wohnort:
Wolfsburg (zu Greifenstein)

Eigenschaften:
streng gläubig, überzeugter Christ und sehr religiös, kreativ, fair
Stärken zielsicher, kräftig, tapfer/mutig, “Überlebenskünstler”, schüchtern ggü. Fremden
Schwächen unerfahren im Umgang mit Menschen, unerfahren im Kampf, tollpatschig,
unvorsichtig

Geschichte:
Eine kleine Ansammlung von Hütten an der Weser in der Nähe von Bremen im Jahre 1317. Die
Abenddämmerung legte sich über die umliegenden Felder, Wiesen und Wälder. Das Rauschen der
Blätter im Wind wurde nur übertönt von den Wellen, welche an das Ufer des Flusses schlugen. In der
Ferne waren die Glocken einer Kirche zu hören. Das hohe Weizen auf den Feldern wiegte hin und her,
wie die goldene Mähne eines Pferdes.
Vor einer der Hütten saß auf einem Schaukelstuhl ein alter Herr mit langem Bart. Fast schon
ungeduldig starrte er auf ein nahegelegenes Waldstück. Offensichtlich schien er auf etwas, oder
jemanden, zu warten. Nervös tippelte er mit seinem Fuß auf den platt getretenen Erdboden. Seinen
Gehstock hatte er schon griffbereit an dem Stuhl lehnen. Es konnte sich nur noch um Stunden handeln,
gar nur Minuten. Aus der Ferne konnte er schließlich Bewegung in dem Dickicht erkennen.
Ein weiterer, junger Mann trat hinaus, an einem Gürtel um seine Taille zwei Hasen gebunden. Über
seiner Schulter hatte er einen Bogen hängen, sowie einen Köcher mit einigen wenigen Pfeilen. Er hob
den Arm, um seine Augen vor der tief stehenden Sonne zu schützen. Er erkannte nicht sofort den alten
Mann, welcher sofort nach seinem Gehstock griff, aufsprang und ihm entgegeneilte. Doch als er es tat,
schweifte er elegant Pfeil und Köcher von seinen Schultern und ließ sie ins hohe Gras fallen. Sogleich
eilte auch er dem alten Mann entgegen und nahm in in den Arm, sobald sie sich trafen.
„Vater… Es ist soweit?“, fragte er mit einer durch die Umarmung gedämpften Stimme. „Ja mein Sohn.
Er ist da.“, brachte der alte Herr mit einer heiseren Stimme hervor, als er sich aus der Umarmung löste.
„Geh hinein, du wirst erwartet.“
Mit strahlendem Lächeln lief der frisch gewordene Vater auf die Hütte zu, vor welcher erst eben noch
der alte Mann saß. Noch kurz warf er einen lächelnden Blick zurück auf den Alten, welcher gerade in
Richtung Dickicht ging, um den zurückgelassenen Bogen mit Köcher aufzugreifen. Die Sonne gab
ihren letzten Strahl ab, als er schließlich durch die knarzende Tür ging und zum ersten Mal seinen
eigenen Sohn sah.

„Ruhig.“, hörte Juno seinen Vater sagen. Es war früh am Morgen, der Tau lag noch in der Luft. Schon
seit mehreren Stunden schlichen sie nun schon durch den Wald, doch sie hatten immer noch nichts
erlegt. „Vater, ich will nach Hause… Wir finden doch sowieso nichts…“, brachte er mit seiner
kindlichen Stimme hervor. „Ruhig…“, wiederholte sein Vater mit ungeduldiger und ruhiger Stimme.
Heute war es sein erstes Mal, dass er gemeinsam mit seinem Vater auf die Jagd ging. Mit dreizehn
Jahren, so sagte er, sei Juno doch bereits alt genug um bei der Versorgung der Familie zu helfen.
Anfangs war er stolz darauf, endlich wie ein erwachsener Mann in den Wald gehen zu dürfen und zu
jagen. Doch jetzt langweilte es ihn nur noch. Stundenlang durch den Wald zu laufen, ohne einen Ton
machen zu dürfen. Kein Tier weit und breit. Das war nicht, was er sich vorgestellt hatte.
In Gedanken versunken trottete er hinter seinem Vater her. Daher bemerkte er es nicht, dass dieser
stehengeblieben war und Deckung hinter einem Gestrüpp suchte – und lief schnurstracks in ihn hinein.
Unsicher blickte sein Vater nach hinten und schaute seinen Sohn an, bevor er schließlich den Bogen
von seinen Schultern zog. „Dort.“, flüsterte er und zeigte vorsichtig über das Gestrüpp, hinter dem er
sich versteckte. Neugierig warf Juno einen Blick hinüber. Dort stand es in aller Pracht, auf einer
kleinen von der Sonne gefüllten Lichtung. Ein hellbraunes Reh, weiße Flecken zierten den Körper wie
kleine Schneeflocken, die nicht schmelzen wollten. Die Augen tiefschwarz betrachtete es das hohe
Gras am Boden, von dem es gerade fraß. Den kleinen Schwanz wedelte es dabei zuckend hin und her. „Wunderschön, nicht wahr?“, unterbrach Junos Vater seine Gedanken. „Davon werden wir definitiv
mehrere Tage lang satt.“ Immer noch in Gedanken, konnte Juno nur nicken. Langsam zog sein Vater
einen Pfeil aus seinem Köcher und legte ihn in die Sehne des Bogens. Die eiserne Spitze war abgenutzt
und leicht verbogen, scheinbar wurde der Pfeil schon sehr häufig genutzt. Auch der Federkiel war
verfranzt und schmutzig. „Ich möchte, dass du es tust.“ Erwartend blickten Juno die Augen seines Vater
an. „I-Ich…? Vater, ich k-ka…“ „Du schaffst das, ich glaube an dich. Hier, nimm ihn.“, unterbrach sein
Vater ihn und drückte ihm den leicht gespannten Bogen in die Hand. Juno wusste damit nichts
anzufangen. Fragend schaute er erst auf den Bogen, dann auf das Reh und schließlich auf seinen Vater. „So wie ich es dir zeigte. Die Sehne spannen, zielen – und loslassen.“ Juno nickte bloß. Vorsichtig hob
er den Bogen, spannte die Sehne und zielte mit der Spitze auf das Reh. Er merkte, wie sein Herz
schneller schlug und seine Beine anfingen zu zittern. Die Welt um ihn schien langsamer zu werden, er
hörte nichts mehr als seinen Atem und seinen Herzschlag. Es war ruhig, nichts als Stille schien ihn zu
umgeben. Er hatte nurnoch den Tunnelblick auf das Reh. Die Sonne schien auf es herab, als es langsam
den Kopf hob. In Zeitlupe drehte es seinen Kopf in Junos Richtung und schaute ihm direkt in seine
Augen, während es einmal mit dem Ohr zuckte. Juno atmete tief ein – und ließ die Sehne los.

Regen und Dunkelheit. Nacht. Junos Mantel war klitschnass. Die Kapuze hatte er sich tief in das
Gesicht gezogen, das Wasser stand ihm schon in den Stiefeln. Die Straße war matschig und seine Füße
versanken bei jedem Schritt fast knöcheltief im Boden. Niemand sonst war zwischen den hohen,
bedrohlichen Häusern von Stuttgart zu sehen. Fast keine Fenster waren beleuchtet. Lediglich das
prallende plätschern des Regens war zu hören. In der Ferne hörte man die Hufschläge eines Pferdes
durch die engen Gassen schallen.
Seit fast neun Jahren war er nun schon auf Reise, nachdem Räuber den kleinen Vorort Bremens
angriffen, den er einst sein Zuhause nannte. Nichts war übrig geblieben von den hölzernen Hütten am
Ufer der Weser. Bloß verkohlte Planken und verrußten Stein hatte er aufgefunden, als er von der Jagd
zurückkehrte. Der Rauch stieg noch immer aus der Glut der Überreste auf. Die Banditen hatten alles
geplündert, alle bestohlen und schließlich alles in Brand gesetzt. Alles was ihm blieb, war ein Amulett.
Ein Amulett, welches sein Vater im einst gab, als er an jenem Tag sein erstes Reh erlegte. Es ist ein
Familienerbstück, hatte er gesagt. Ich möchte, dass du es nun nimmst, hatte er gesagt. Wie stolz Juno
damals auf sich selbst war.
Von diesem Stolz war heute nichts mehr übrig geblieben. Ausgehungert und schwach reiste er von Ort
zu Ort, ständig auf der Suche nach Arbeit. Ob auf dem Feld oder unter Fischern, Handwerkern oder
sogar Köchen - üblicherweise fand er immer etwas zu tun, um ein paar Tage zu bleiben. Hin und
wieder hatte er sogar das Glück und wurde bei einer Gastarbeiter-Familie aufgenommen und hatte so
ein Dach über dem Kopf, manchmal sogar ein Bett. Doch heute hatte er nicht dieses Glück. Keine
Arbeit hatte er an diesem Tag gefunden. Kein Unterkunft, keinen Ort zum Bleiben. Lediglich das
Amulett um seinen Hals gab ihm das Gefühl von Heimat.
In Gedanken versunken taumelte er weiter durch die engen Gassen in Richtung Stadttor. Doch er war
zu sehr in Gedanken versunken, sodass er mit seinem Fuß gegen einen lockeren Ziegel im Boden stieß
und flach in den Matsch der Straßen fiel. Es roch nach dem Dung von Pferden. Ein schadenfreudiges
Lachen schallte durch die Gasse. Juno suchte mit seinen Augen nach der Quelle dieses Lachens. Dort,
unter einem kleinen hölzernen Vordach stand ein Mann, der ihn lachend mit einem Bierkrug anstarrte.
Sich schämend richtete Juno sich wieder auf und ging weiter. Bloß keine Schwäche zeigen, dachte er
sich. Dem Herrn sei Dank regnete es, sodass man seine Tränen nicht sehen konnte. Er war voller
Matsch, selbst sein Gesicht. Er zog die Kapuze weiter hinunter und trottete etwas schneller weiter.
Rasch erreichte er das Tor und schreitete unter dem misstrauischen Blick einer Wache durch das Tor.
Die Wärme der Fackel, die sie hielt, zog Juno schon fast magisch an. Doch er wollte weiter. Hinfort
von diesem Ort. Sobald er aus dem Tor schreitete, fing er an zu schluchzen. Tränen mischten sich mit
dem Kot von Pferden und Matsch und flossen sein Gesicht hinunter. Durch den Regen wurde er zwar
nass, aber es spülte auch den Dreck von ihm. Schon nach einigen Kilometern Trab war er wieder
sauber. Erneut in Gedanken versunken, trottete er weiter.
Erst nach einigen Stunden merkte er, dass er sich schon gar nicht mehr auf einem Weg befand. Er schrak
auf und schaute sich um. Es hatte sogar aufgehört zu regnen. Um ihn herum befanden sich Pflanzen,
welche er noch nie zuvor gesehen hatte. Doch wo war der Weg? Fast panisch drehte Juno sich von
einer Seite zur anderen. Dort! Zwischen etwas hohen Farn konnte er ein Licht hindurch sehen. Er eilte
darauf zu und stolperte mehrfach über Wurzeln oder Gestrüpp. Schließlich fiel er auf einen
beleuchteten Weg. Er schaute auf und sah eine Laterne an einem Mast hängen. Juno wusste nicht wo er
war, doch eines wusste er: Wege führten immer irgendwo hin. Und wo auch immer dieser Weg
hinführte, dort musste es Arbeit geben. Oder zumindest eine Unterkunft. Er entschied sich kurzerhand,
dem Pfad zu folgen, in die Richtung, in der er bereits das Licht der nächsten Laterne sah. Der Himmel
wurde langsam wieder etwas heller, und so erkannte Juno zu seiner Linken die schwarzen Umrisse von
hohen, bewaldeten Bergen. Er schaute wieder auf den Weg, dem er folgte. Eines wusste er: Dieser Weg
würde ihn irgendwo hinführen. Was er nicht wusste war, dass er direkt nach Wolfsburg führte – dem
Außenposten Greifensteins.

Juno als er mal nicht aufgepasst hat und sich verletzt hatte. Er wurde von einer Frau versorgt die ihn aber nichts bedeutet hat.

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Schöne Geschichte gut geschrieben, wäre von mir angenommen :blush:

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Ja finde die Vorstellung auch gut :smiley: wenn ich nichts entscheidendes überlesen habe, dann würde ich dich bald promoten wollen :smiley:

LG.

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