Charaktervorstellung Antheia Elenwe (2. Acc Zsuera)

Charaktervorstellung Antheia Gaylia Elenwe

Name: Antheia Gaylia Elenwe
Spitzname: Theia


Geschlecht: weiblich


Geburtstag & Alter: 42, geboren im Jahre 1312 (im Jahr 1354)


Rasse: Hochelfe


Wohnort: Távaryn


Herkunft: Paeonia - Zul


Religion: Gwador - Niavag


Aussehen und Merkmale:
Antheia hat eine reine, makellose, helle Haut mit kleinen spitzen Ohren, welche sich gut unter den Haaren verstecken lassen. Sie hat langes, rotblondes Haar, welches sie oft flechtet, damit es sie nicht bei der Arbeit stört. Ihre Augen funkeln in einem strahlendem Blau, das an den Himmel erinnert. Durch ihre Arbeit als Floristin trägt sie oft einen Blumenkranz. Sie ist 1.76m gross und hat eine schlanke Figur.


Segen von Niavag:
Durch den Segen Niavags kann Antheia Blumen und Kräuter schneller wachsen lassen. Während jene Blumen schöner blühen und angenehm duften, so erzielen jene Kräuter eine bessere Wirkung - sei es in der Alchemie als Zutat oder als Gewürz beim Kochen.


Charaktereigenschaften:
Antheia ist eine facettenreiche Hochelfe. Sie ist äusserst freundlich und geduldig. Sie benimmt sich anmutig und vornehm, doch kann sie auch frech sein. Durch ihre Erziehung zum Ratsmitglied in Zul (Paeonia), ist sie stets bemüht, ihre wahre Gefühlslage nicht zu zeigen. Elfische Männer bezeichnen sie als sehr charmant, feinfühlig, betörend, attraktiv und romantisch. Und obwohl sie Kinder mag und liebevoll ist, möchte sie sich nicht an jemanden binden, der nicht ihre wahre Liebe ist. Sie hat Angst davor, sich an den Falschen zu binden und bleibt somit lieber ein Freigeist. Sie ist sehr intelligent und verschlingt ein Buch nach dem anderen. Durch den Segen Niavags hat sie wahrlich einen grünen Daumen und liebt die Natur mit all ihren Pflanzen.
Stärken: hohes Magiepotenzial, redegewandt, sehr intelligent, grüner Daumen
Schwächen: kann nicht kämpfen, keine Ausdauer, Bindungsangst, Angst vor Blut


Beruf: Floristin, Kräuterkundlerin, Kronprinzessin Távaryns
Clan in Távaryn: Bachor


Fähigkeiten: lesen & schreiben (Handelssprache, elfisch, Runen); reiten; kochen; Flöte spielen; Tanzen; Zaubern; weiss eine Menge über Blumen & Kräuter, sowie ein wenig über die Astronomie.


Magie:

Natura
Klänge der Natur
Eine liebliche Melodie ertönt, die alle Nicht-Elfen entweder schläfrig macht, sie beruhigt, sie ablenkt oder ihnen Mut verleiht.

Arkanismus
Cuilanquil (Leben für Leben)/(Made by @CiraThomasen )
Dieser Zauber beinhaltet das wohl edelste Opfer: Man gibt sein Leben für das eines anderen, welcher kurz vor dem Sterben ist oder erst seit wenigen Stunden Tod ist. Jedoch ist das Wiederbeleben von längst verstorbenen Personen nicht möglich. (Länger als ein halben Tag)
(Es wird mit dem Magiewürfel gewürfelt: Bei 1, 11-12 - sterben beide. Der Wiederbelebende regeneriert bei 2-4 = 1Lp; bei 5-7 = 2Lp; bei 8-10 volle Lp. Nach dem Wirken des Zaubers verstirbt der Anwender

Elementaris - Feuer
Feuerkugel
Eine Kugel aus Feuer, die die Umgebung beleuchtet, Feuer oder eine Pfeife entzünden.


Familie:

Familie

(wenn nicht anders erwähnt, wohnen alle in Zul)

Alter im Jahr: 1352

Grossmutter mütterlicherseits: Filauria Taenya Aldaval-Elenwe, 443 Jahre, :female_sign:
Grossvater mütterlicherseits: Oribel Paeral Elenwe, 463 Jahre, :male_sign:

Tanten:

Fraeya Gaylia Elenwe-Gourael, 136 Jahre, :female_sign:, verheiratet mit Elrond Gourael (154 Jahre, :male_sign:) Kinder: Doraeh Idril (53 Jahre, :female_sign:) und Ilbryn Oribel (43 Jahre, :male_sign:)

Mylaela Nylathria Elenwe-Maertel (verstorben mit 132 Jahren im Jahr 1352), verheiratet mit Círdan Earendil Maertel, :latin_cross:, verstorben mit 125 Jahre, :male_sign:, Tochter: Raenelyra Taenya Maertel, 19 Jahre, :female_sign:Sohn Raegon Círdan Maertel, 25 Jahre, :male_sign:; 2. Mal verheiratet mit Jhaax Haleth, Verstorben 1350 mit 131 Jahren :male_sign: ; Töchter: Míriel Antheia und Lúthien Astraea Maertel, 2 ½ Jahre:female_sign:

Vater: Paeral Raegal Nhaésal, 120 Jahre alt; :male_sign:
Mutter: Arwen Idril Elenwe, 119 Jahre alt :female_sign:
Schwester: Taenya Fraeya, 35 Jahre, :female_sign:


Vorgeschichte:

Es stand in den Sternen geschrieben. Mein Schicksal wurde mit meiner Geburt besiegelt. Als älteste Tochter eines Ratsmitgliedes in Zul würde ich beim Tod meines Vaters seinen Sitz erben. Unsere Familie war schon immer gross. Als ich das Licht der Welt erblickte, wurde ich nach meinen Urgrossmüttern benannt: Antheia Gaylia.
Antheia Caundur-Nhaésal war die Grossmutter väterlicherseits meines Vaters und Gaylia Simserion-Elenwe die Grossmutter mütterlicherseits meiner Mutter. Beides waren Frauen, die viel in ihrem Leben erreicht hatten.
Und gepriesen durch ihre Namen wurde sehr viel von mir verlangt. In bereits jungen Jahren lernte ich das Reiten, Schreiben und Lesen. Im späteren Kindesalter kam Politik und Geschichte dazu. Diplomatisches Handeln und Sprechen stand ebenfalls auf dem Lehrplan. Zum Glück lernte ich vieles mit meiner 5 Jahren jüngeren Schwester - Taenya Fraeya - zusammen. Auch Taenya würde eines Tages einen Sitz im Rat erben - den zukünftigen Sitz unserer Mutter. Während unser Vater den Sitz der Familie Nhaésal inne hatte, hielt unser Grossvater, Oribel Paeral Elenwe den Sitz der Familie Elenwe und unsere Grossmutter, Filauria Taenya Aldaval-Elenwe den Sitz des Familie Aldaval inne - jenen Sitz, den unsere Mutter erben würde: Arwen Idril Elenwe.

Und obwohl mein Leben von Diplomatie und Politik geprägt wurde, gab es eine Freiheit, die ich nur durch meine Eltern erlangen konnte: Die eigene Wahl des Ehemannes. Meine Mutter Arwen und mein Vater Paeral hatten einst aus Liebe geheiratet, obwohl meine Mutter bereits einem anderen versprochen war. Doch für die Familie und ihre Liebe hätte meine Mutter alles getan. Alles …


Die Erinnerung an die Familie brachte mich zum Seufzen und ich blickte auf. Vor einigen Tagen berichtete unser Grossvater, Oribel Elenwe, meiner Mutter, meiner Schwester und mir, dass mein Vater verstorben sei. Es schien kein Mord zu sein, doch dennoch war sein frühes Ableben eigenartig. Ich blickte mich im Raum um. Ich sass an einem grossen Runden Tisch mit insgesamt 12 Stühlen - je ein Stuhl für jedes Ratsmitglied. Der Tisch bestand aus edlem Marmor, während die Stühle je eine andere Farbe hatte. Mein Grossvater sass auf einem blauen Stuhl, meine Grossmutter auf einem türkisen. Mein Stuhl war rot. Die Ratsmitglieder diskutierten gerade über die Dürre im ganzen Land - der Tod meines Vaters wurde in wenigen Sätze abgearbeitet und abgehakt. Doch irgendwas stimmte da nicht.

Ich seufzte erneut, ehe ich an meine Einsetzung als Ratsmitglied vor 2 Tagen dachte. Meine Mutter hatte mich in einem festlichen blauen Kleid gekleidet, ehe mein Grossvater mir das Familienamulett der Nhaésal umhing. Obwohl Rot die Farbe der Familie Nhaésal war, trug ich die Farben der Familie Elenwe - in jener Familie war auch mein Vater mit knappen 16 Jahren gekommen, nachdem seine Eltern ermordet wurden. Paeral Nhaésal war damals das jüngste Ratsmitglied in der Geschichte geworden. Und obwohl zwischen 16 und 45 knappe 30 Jahre liegen, so betrachtete man mich im Rat als Kind.

So im Nachhinein wurde mir erst bewusst, wie viele Mitglieder meiner Familien ermordet wurden, an mysteriösen Umständen starben oder verschwanden. Erneut seufzte ich.

Antheias Ratsrobe

“Ratsmitglied Nhaésal - lasst uns teilhaben an euren Gedanken”, wurde ich von Ratsmitglied Kraok aus den Gedanken gerissen. Sein Sohn, Elenios, hätte vor vielen Jahren meine Mutter heiraten sollen. Doch mein Grossmutter löste die Verlobung zu Gunsten meines Vaters auf.

“Verzeiht, Ratsmitglieder. Ich bin in Gedanken bei meiner Tante, der ehrenwerte Mylaela Maertel, sowie bei meinem verstorbenen Vater. So viel Unglück traf meine Familie. Es erscheint mir mehr als ein Zufall.”

“Ach und wen macht ihr für diese Misere verantwortlich?”, mit gehobener Augenbraue blickte er mich an. Sein strenger Blick löst eine Gänsehaut in mir aus. Ich blickte alle Ratsmitglieder an und erblickte die traurigen, aber freundlichen Augen meiner Grossmutter - sie hatte vor einigen Tagen ihren Ziehsohn, meinen Vater, verloren. Sie hatte eine Tochter, meine Tante, Mylaela Maertel, verloren. Sie hatte zwei Enkelkinder, meine Cousine und mein Cousin, Raenelyra und Reagon Maertel, verloren. Und obwohl sie so viel verloren hatte, gab sie nie auf. Ich bewunderte meine Grossmutter.

“Ich bin mir nicht sicher. Die Dunkelelfen vielleicht? Sie ermordeten mutmasslich auch meinen Onkel, Ratsmitglied Círdan Maertel.”

“Pass auf, was du sagst, Kind. Du bist nur einen Satz davon entfernt, einen Krieg zu beginnen”, mit einem kühlen Blick brachte er mich zum Schweigen. Mein Grossvater, Ratsmitglied Elenwe, betrachtete mich mit einem einfühlsamen Blick, doch schwieg er. Ich seufzte und nickte schweigend, ehe die Ratsmitglieder ihre Diskussion zur Dürre wieder aufnahmen.

Doch ich schwelgte weiter in Erinnerungen. Mein Vater war so stolz, als ich mit 16 Jahren meinen Segen erhielt. Wie üblich in unserer Familie fand an diesem Tag ein grosser Ball statt. Die ganze Familie, über 100 Familienmitglieder, waren anwesend. Und auch so einige ledige Männer. Ich musste den ganzen Abend mit ihnen tanzen, ehe ich von meinem Vater zur Grotte geführt wurde.

An diesem Tag dachte ich zum allerersten Mal, dass ich sterben würde. Denn als ich nach dem Gebet und den Opfergaben in den Teich stieg und abtauchte in meinem weissen Kleid, schlossen sich Pfalnzenschlingen um meine Knöchel und zogen mich tiefer ins Wasser. Panisch schlug ich die Augen auf und schlug um mich, nur um festzustellen, dass die Pflanzen leuchteten. Ich blickte mich verwirrt um, wurde ruhiger, ehe ich dran dachte, dass ich wieder an die Oberfläche gehen müsste. Die Luft wurde knapp, als mich Pflanzenschlingen nach oben zogen. Niavag hatte mir ihren Segen geschenkt. Seit jenem Tag schätzte ich die Natur um mich herum noch mehr. Und schon bald entdeckte, welchen Segen Niavag mir wirklich schenkte.


Nur wenige Wochen nach dieser Ratssitzung erfuhr ich die ganze Wahrheit über den Tod meines Vater. Die Leibwachen meiner Mutter hatten Nakira solange festgehalten, bis die Wachen Zuls auftauchen. Schnell wurde klar, dass Nakira die Tochter von Ratsmitglied Kraok war … und somit auch die Schwester von Elenios Kraok. Nakira hatte jahrelang eine Beziehung zu meinem Vater unterhalten, während Elenios meiner Mutter nachtrauerte. Als klar wurde, dass meine Mutter niemals ihren Mann verlassen würde, vergiftete Nakira meinen Vater und schien meine Mutter verflucht zu haben. Irgendwo im Wald Zuls würde sie schlafen durch einen Schlaffluch, geschaffen durch die Dunkelelfen. Und würde man sie nicht rechtzeitig finden, würde sie verhungern. Ihr Verschwinden sorgte für eine Welle der Empörung.

Eine Welt brach für mich zusammen. Das Unglück suchte unsere Familie erneut heim. Und nur wenig später verschwand auch unsere Tante - Fraeya Gaylia Gourael-Elenwe.

Die Ausbildung meiner Schwester, Taenya, wurde sofort geändert - sollte unsere Mutter nicht wieder gefunden werden, würde Taenya den Sitz der Familie Aldaval nach dem Tod unserer Grossmutter erben. Taenya hasste die erweiterte Ausbildung.

Monate später kam es dann endlich zum Gerichtsprozess gegen Nakira und Elenios Kraok. Irgendwie hatte der Vater der beiden, Ratsmitglied Kraok, es geschafft, sich aus der Affäre zu ziehen. Nach tagelangem Prozess wurden die beiden wegen Mord an Paeral und Verfluchung an Awen Nhaésal sowie anschliessendem Mord zum Tode verurteilt.

Doch als ich Tage später das Anwesen meines Grossvaters besuchte, betrachtete ich voller Trauer den grossen Familienstammbaum. Während mein Vater ausgegraut war, war das Bild meiner Mutter noch immer strahlend bunt. Sie war nicht Tod. Doch wo war sie? Ich hörte Schritte hinter mir und dreht mich um. Trauernd blickte meine Grossmutter den Stammbaum an.

“Ich erwarte jeden Tag, dass ihr Bild verblasst, wie das ihres Ehemannes”, ich schloss die Arme um sie und hörte ihr stumm zu.

“Antheia, Liebes, betrachte den Stammbaum genau. Was erkennst du?”, ich untersuchte den Stammbaum genauer und bemerkte mit Schrecken etwas eigenartiges.

“Das Bild meiner Tante … Fraeya …”, ich deutete auf sie, ehe meine Grossmutter auf andere Bilder hinwies.

“Und auch Raenelyra, Raegon…”, sie seufzte auf, ehe sie zum Stammbaum ging und über den Namen von Mylaela, ihrer mittleren Tochter, strich. Danach fuhr sie die Linie runter zu ihrem Ehemann, doch…

“Hat sie erneut geheiratet?!”, völlig geschockt blickte ich zum Stammbaum. Tatsächlich. Neben ihr stand der Name und ein Bild eines Mannes: Jhax Haleth. Und darunter waren zwei weitere Linien. Míriel Antheia und Lúthien Astraea. Die beiden waren wohl Zwillinge und etwa 2 Jahre alt.

“Ich habe ihr Bild jeden Tag beobachtet. Eines Tages formte sich diese Linie zu Jhax Haleth. Ich forschte nach. Er war Offizier in Gorak, ehe er für vermisst erklärt wurde. Er starb fast 3 Jahre vor Mylaela. Wo auch immer meine Tochter war, ich hoffe, dass meine anderen Töchtern bei ihr sind … und eines Tages den Leichnam mitnehmen würden”, ich schloss die Arme fester um meine Grossmutter, welche zitterte.

Noch lange blieben wir so vor dem Stammbaum stehen. Nur etwa 2 Jahre später würde Filauria Elenwe sehen, wie sich der Name “Taurelias Alriel” neben Arwens Namen hinzufügte - ihre Tochter lebte, glücklich! Doch von diesem Umstand auf dem Stammbaum würde Antheia schon lange nichts mehr mitbekommen. Sie würde Taurelias persönlich treffen.


Arm in Arm lagen meine Schwester, Taenya und ich im Gras und blickten hoch zu den Sternen. Unsere Rucksäcke lagen neben uns, während unsere Pferde an einem Baum festgebunden waren. Nach Wochen und Monaten der Ungewissheit und der Korruption innerhalb des Rates, hatten wir uns entschieden, Zul zu verlassen und meine Mutter und unsere Tante zu suchen. Es würde für Aussehen sorgen, wenn ein Ratsmitglied und ein zukünftiges Ratsmitglied verschwinden, doch … die Familie ging vor!

“Du, Theia?”, flüsterte Taenya leise.

“Ja?”, antwortete ich ihr ebenso leise zurück.

“Denkst du, wir finden sie?”, ich seufzte auf und blickte Taenya von der Seite her an.

“Ich weiss es nicht, doch hoffe ich es. Ich möchte meine Mutter wieder umarmen können!”

“Und … wie kommen wir an Geld? Essen? Irgendwann wird das, was wir mitgenommen haben, ausgehen”, seufzte meine kleine Schwester traurig.

“Hmm… eine gute Frage. Ich denke, wir müssen arbeiten. Du backst doch gerne, oder?”, ich lächelte sie beruhigend an. Als sie nickte, fuhr ich fort: “Das arbeitest du als Bäckerin und ich als Floristin. Ich kann auch mit der Flöte das ein oder andere Goldstück bekommen!”

Taenya lachte, ehe sie nickte: “So sei es.”

Ich lächelte nochmal, ehe mein Blick zum Mond wanderte. Mit blossem Auge konnte ich einen weiteren Planeten erkennen. Und so einige Sternenbilder. Ich lächelte und dachte an mein Studium an der Akademie zurück. Ich hatte mich damals für Kräuterkunde und Botanik entschieden, ehe ich wegen einigen Pflanzen noch Astronomie studierte. Die Sterne und Planeten sprachen mit uns. Sie zeigten uns Momente der Trauer und des Glücks an. ERneut seufzte ich, ehe ich an meine Schwester angekuschelt einschlief.

Antheia in ihrer Klasse an der Akademie: Die Spiegelung des Sonnenlichts, Astronomie


“Hübsche Blumensträusse für die Liebste zuhause! Blumenkränze! Frische Kräuter!”

Meine Stimme hallte durch die ganze Marktgasse, während ich mit meinem Blumenkorb durch sie hindurch spazierte. Auch Taenya spazierte in der Gasse herum und verkaufte frisches Brot, welches sie auf dem Feuer in unserem Lager gebackt hatte. An einigen Tagen verdienten wir viel, an anderen wenig. Doch wir sparten momentan für eine Überfahrt mit dem Fisch. Wir wollten zur Akademie und befanden uns daher in Borum, der Hafenregion in Paeonia. Es würden nur noch einige Goldstücke fehlen und wir könnten uns die Überfahrt leisten.

Mit einem charmanten Lächeln verkaufte ich einem jungen Elf einen roten Rosenstrauss - für seine Verlobte. Und nur wenig später verkaufte ich einen Fliederstrauss an eine alte Dame.

Als es Abend wurde, zählten Taenya und ich unser Geld, ehe wir das übrig gebliebene Brot assen. Am nächsten Morgen würden wir uns die Überfahrt kaufen.

Doch kaum als wir in Aescon, in Aleynn, ankamen, wussten wir nicht weiter. Wir bezahlten einen Kutscher, welcher uns zur Akademie führen würde. Doch das gute Wetter der letzten Tage war verschwunden. Es donnerte und blitzte, während unsere Kutsche auf dem matschigen Boden entlang schlitterte. Der Kutscher drängte die Pferde, noch schneller zu galoppieren. Ein seltsames Ächzen war seit Minuten zu hören. Arm in Arm hielten Taenya und ich uns fest. Als plötzlich… wrumms! Irgendetwas brach! Ein Rad? Die Achse?

Unkontrolliert rutschte unsere Kutsche weiter und als ich aus dem Fenster blickte, sah ich einen Abhang, eine Schlucht? Wir rutschen geradewegs drauf zu. In jenem Moment, als die Kutsche runter fiel, betete ich zu Gur und Iheza - sie mögen unseren Tod so schmerzlos wie möglich machen und unsere Liebsten daheim in Zul beschützen. Doch alles kam anders …


Als ich meine Augen öffnete, blendete mich die Sonne. Taenya lag noch bewusstlos neben mir. Ich bewegte mich vorsichtig, ging davon aus, hunderte von Knochenbrüchen zu haben. Doch… nichts?!

Verwirrt blickte ich mich um. Wir lagen unweit von einer Strasse, an einem Waldrand. Ein Schild zeigte den Weg nach Lohengrin. Lohengrin? Ich kannte keinen Ort namens Lohengrin in Paeonia. Wo waren wir?

Ich weckte meine Schwester sanft - mit einer schallenden Ohrfeige - auf. Wir spazierten den Weg entlang, ehe wir an einem Kutschenplatz ankamen. Verwirrt blickten wir uns um. Wo waren wir? Dies war nicht die Akademie.

Im Gasthaus von Lohengrin sprachen wir den Wirt an, welcher lauthals lachte.

“Noch zwei weitere Neuankömmlinge im Land des Ritters! Seid Gegrüsst, meine spitzohrigen Freunde! Braucht ihr ein Zimmer?”

Verwirrt nickten wir und bezogen für die nächsten Tagen und Wochen ein Zimmer hier. Als wir uns einigermassen zurecht fanden, verkauften Taenya und ich wieder unsere Brote und Blumensträusse. Wir hatten immerhin Schulden beim Wirt!

“Wer weiss, meine Damen, es gibt immer Arbeit in Lohengrin. Vielleicht mögt ihr hier bleiben?”, meinte er jeden Tag. Doch wir meinten nur, wir würden jemanden suchen. Wir nannten keinen Namen. Wer wusste, wie der Wirt wirklich war?

Nur wenige Wochen später erfuhren wir von einer Auktion, an welcher Schätze und Kunstwerke verkauft werden sollte. Ich ging hin und betrachtete die Wesen. Ich konnte andere Hochelfen erkennen, jedoch auch Menschen…? Und auch einen Dunkelelfen, in Begleitung eines Goblins. Eigenartiges, winziges Wesen. Ein Produkt der Blutmagie der Dunkelelfen?

An jenem Abend traf ich den Doctor, Baeleanor Calték, zum ersten Mal. Aber auch Ophelia Blumenkind, Yáralil va Bachor aus Távaryn, sprach mich an. Ich erfuhr, dass meine Mutter, Arwen Elenwe, die Tári von Távaryn war und dort lebte! Hier in Parsifal!
Als ich spätabends zurück im Gasthaus von Lohengrin ankam, weckte ich aufgeregt meine Schwester. Ich erzählte ihr alles, was ich herausgefunden hatte!

“Wir brauchen Geld, für die Überfahrt!”

“Oh…”

“Oh? Antheia! Was hast du getan?”, scharf musterte meine kleine Schwester mich, ehe ich auf das Gemälde im Zimmer deutete.

“Ich … habe etwas ersteigert?”, Taenya blickte mich vorwurfsvoll an und sprach tagelang nicht mehr mit mir. Wegen mir würden wir unsere Mutter erst später kennenlernen.


Ich traf den Doctor nur wenig später zum zweiten Mal. Er flirtete offensichtlich mit mir, während seine Augen immer wieder glitzerten. Ich fühlte mich geschmeichelt, während er meine Hand ergriff. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, während wir im Schankraum des Gasthauses sassen. Schon bald führte er mich in einen wunderschönen Rosengarten in Lohengrin. Er arbeitete für meine Mutter als Dorfarzt. In Paeonia wäre er eine sehr gute Partie gewesen, doch hier? Ich kannte ihn kaum. Ich bekam Angst. Was, wenn er mich nur wollte, weil meine Mutter die Tári war?

Das dritte Mal sah ich ihn, als ich mit meiner Schwester über das abgesagte Fest in Fragil sprach. In unserem Zimmer hingen zwei wunderschöne Winterroben. Taenya hatte sie besorgt. Sie wollte mir nicht sagen, woher sie diese hatte. Insgeheim hoffte ich, dass sie diese gekauft und erhandelt hatte, aber ich wusste, dass sie diese gestohlen hatte. Doch nun, da das Fest abgesagt wurde, würden wir wohl nach Ilmare, an einen Tavernenabend, gehen. Es gab eine günstige Kutschenverbindung dort hin und ich war schon sehr gespannt, eine andere Stadt hier in Parsifal zu sehen. Und während ich mit meiner Schwester sprach, betrat der Doctor mit wehendem Umhang die Taverne. Ich fühlte mich jetzt schon zu ihm hinzugezogen, doch die Angst, dass er nicht der Richtige sei, überkam mich.

Er führte uns beide zum Kutschenplatz. Taenya schwieg schüchtern, doch in ihrer Schüchternheit lag etwas verborgen, das nur ich kannte. Der Doctor flirtete ungeniert mit mir, während ich ihn mit roten Ohrenspitzen anlächelte. Taenya wusste vermutlich schon lange, was das zwischen uns war.

Als wir endlich in Ilmare ankamen und die Taverne betraten, stupste mich Taenya an und deutete in eine Richtung. Da sass … sie! Unsere Mutter! Die Tári!

Ophelia, welche ich von der Auktion kannte, zog unsere Mutter zu uns. Und nach zwei endlosen Jahren der Trennung, hielten wir uns zu dritt schluchzend in den Armen.

Quellen

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