Charaktervorstellung Arwen Elenwe

Charaktervorstellung Arwen Idril Elenwe

Name: Arwen Idril Elenwe


Geschlecht: weiblich


Alter: 119 (Stand 1352)
Geburtstag: 30.09.1235


Rasse: Hochelfe


Wohnort: Távaryn


Herkunft: Paeonia - Zul, Myra


Religion: Gwador - Galad


Aussehen und Merkmale:

Arwen ist etwa 1,78m gross und hat eine schlanke, weibliche Figur. Sie hat blondes, lockiges, langes Haar, in dem sie oft Blumen einflechtet. Ihre braunen Augen wirken freundlich und voller Lebensfreude.
Wenn Arwen sehr aufgebracht oder begeistert ist, leuchten ihre Augen golden durch den Segen Galads. Wenn sie sich über etwas den Kopf zerbricht oder nachdenkt, ziehen sich ihre Augenbrauen zusammen.


Charaktereigenschaften:

Das Auftreten von Arwen ist sehr anmutig und elegant, wodurch ihr Charme nur noch mehr zur Geltung kommt. Sie wirkt eher schüchtern, doch hat sie ein loyales Herz und ist sehr hilfsbereit und emphatisch. Sie wirkt sehr glücklich und lässt ihre trüben Gedanken und Stimmungen kaum nach aussen.

Sie ist sehr neugierig und eiferte ihren grossen Schwestern Fraeya und Mylaela oft nach. Ebenfalls hat sie einen grossen Gerechtigkeitssinn.

Sie ist sehr traditionsbewusst und feiert nur so gerne die Feste und Rituale der Religion Gwador - und jene von Távaryn. Sie ist sehr Gottesfürchtig und betet fast täglich zu Galad und den anderen Göttern.


Stärken:

  • hohes Magiepotenzial
  • Führungsbegabt
  • Großes Allgemein Wissen

Schwächen:

  • Achluophobie (Angst vor Dunkelheit)
  • lässt sie sich durch Waffengewalt/-präsens schnell einschüchtern
  • misstrauisch gegenüber Geschenken, da ein Geschenk einer “befreundeten Elfe” sie verflucht hatte (siehe Geschichte).

Beruf / Beschäftigung: Tári von Távaryn


Fähigkeiten:

  • schreiben & lesen (auch Runen & Eldarin)
  • reiten
  • schwimmen
  • Magie wirken
  • singen & tanzen
  • backen
  • malen

Magie:

Disziplin Elementaris - Erde
Seismischer Sinn

Der Anwender kann durch die Vibration im Boden Personen in der Umgebung wahrnehmen, wenn diese sich bewegen und ihre Worte selbst durch Mauern hören (Den Rp-Chat den man hört , ist trz Steinmauern oder anderen , schalldichten Hindernissen im Weg, völlig legitim / 5min)

Disziplin Arkanismus
Telepathie

Der Anwender kann eine telepathische Nachricht, an ein Ziel senden, mit welchem der Anwender Augenkontakt hat. (der Zauber kostet zwei tägliche Magieanwendungen pro Nachricht)

Disziplin Arkanismus
Cuilanquil (Leben für Leben)/(Made by @CiraThomasen )

Dieser Zauber beinhaltet das wohl edelste Opfer: Man gibt sein Leben für das eines anderen, welcher kurz vor dem Sterben ist oder erst seit wenigen Stunden Tod ist. Jedoch ist das Wiederbeleben von längst verstorbenen Personen nicht möglich. (Länger als ein halben Tag)
(Es wird mit dem Magiewürfel gewürfelt: Bei 1, 11-12 - sterben beide. Der Wiederbelende regeneriert bei 2-4 = 1Lp; bei 5-7 = 2Lp; bei 8-10 volle Lp. Nach dem Wirken des Zaubers verstirbt der Anwender)


Familie:

Familie

(wenn nicht anders erwähnt, wohnen alle in Zul)

Alter im Jahr: 1352

Mutter: Filauria Taenya Aldaval-Elenwe, 443 Jahre, :female_sign:

Vater: Oribel Paeral Elenwe, 463 Jahre, :male_sign:

Geschwister:

Fraeya Gaylia Elenwe-Gourael, 136 Jahre, :female_sign:, verheiratet mit Elrond Gourael (154 Jahre, :male_sign:) Kinder: Doraeh Idril (53 Jahre, :female_sign:) und Ilbryn Oribel (43 Jahre, :male_sign:)

Mylaela Nylathria Elenwe-Maertel (verstorben mit 132 Jahren im Jahr 1352), verheiratet mit Círdan Earendil Maertel, :latin_cross:, verstorben mit 125 Jahre, :male_sign:, Tochter: Raenelyra Taenya Maertel, 19 Jahre, :female_sign:Sohn Raegon Círdan Maertel, 25 Jahre, :male_sign:; 2. Mal verheiratet mit Jhaax Haleth, Verstorben 1350 mit 131 Jahren:male_sign:; Töchter: Míriel Antheia und Lúthien Astraea Maertel, 2 ½ Jahre:female_sign:

Ehemann: Paeral Raegal Nhaésal, 120 Jahre alt; :male_sign:

Kinder: Antheia Gaylia (40 Jahre, :female_sign:) & Taenya Fraeya (35 Jahre, :female_sign:)


Vorgeschichte:

“Aber was ist Macht?” - “Loyalität.”

Arwen hat die Gespräche mit ihrer Familie immer geliebt. Sie war die jüngste von drei Töchtern gewesen, daher hatte man sie immer stets beschützt. Sie liebte es, mit ihren Schwestern zu spielen. Die älteste, Fraeya, war 16 Jahre älter und hatte früh ihren Mann Elrond Gourael geheiratet. Die Mittlere, Mylaela, war 12 Jahre älter und hatte an ihrem 16. Geburtstag ihren zukünftigen Mann, Círdan Maertel, kennen gelernt. Während Fraeya als Nachfolgerin für den Sitz im Rat ihres Vaters ausgebildet und erzogen wurde, entschied sich Mylaela sehr früh, dass sie eines Tages Professorin an der Akademie Silma Riënde in Aleynn werden würde. Somit sollte Arwen eines Tages den Sitz im Rat ihrer Mutter erben. Während Fraeya das Ratsmitglied Elenwe werden würde, wäre Arwen das Ratsmitglied Aldaval geworden. Doch ihre Eltern erfreuten sich guter Gesundheit und so genossen Arwen und Fraeya ihr Leben als Erben und Ehefrauen.

Es kam Arwen vor, als wäre es gestern gewesen, als ihr Vater einige Tage vor ihrem Geburtstag ihren Cousin Paeral Raegel Nhaésal mit nach Hause nahm - ihren zukünftigen Ehemann.

Als sich die Haustür, reichlich verziert mit Schnitzereien, des Elenwe-Anwesens öffnete, flitzte Arwen die Treppe runter. Doch sie blieb ruckartig stehen, als sie ihren Vater, ein hochgewachsener, blondhaariger Hochelf, mit einem jüngeren, fast ebenso grossen, ebenfalls blondhaarigen Hochelf sah. Die Augen des Jungen waren gerötet und auch ihr Vater sah betrübt aus. Er legte dem Jungen, wohl kaum älter als 16 Jahre, eine Hand auf die Schulter und führte ihn hinein.

“Vater, Adar.”, begrüsste Arwen ihn. Sie blickte neugierig zum Jungen. Sie erkannte ihn. Vor einigen Wochen waren sie zu seinem 16. Geburtstag eingeladen gewesen.

“Arwen. Du kennst deinen Cousin, Paeral Nhaésal, doch”, sie nickte sanft und musterte ihn kurz, ehe sie sich leicht verbeugte. Auch er verbeugte sich vor der jungen Elfe.

“Arwen, hol doch bitte deine Mutter”, nach einem kurzen Nicken flitzte sie wieder los und rannte förmlich die Treppe hoch, hinauf in die Bibliothek. Sie hörte noch ihren Vater rufen, dass sie nicht rennen solle, doch sie tat so, als höre sie ihn nicht. Als sie die Treppe, welche mit roten Teppich verziert war, endlich erklommen hatte, rannte sie den Gang entlang bis zur Bibliothek. Vor schweren Eichentüren, welche mit Schnitzereien verziert waren, hielt sie an. Sie klopfte dreimal und öffnete dann langsam die Türe. Ihre Mutter, eine braunhaarige, wunderschöne Hochelfe, sass in ihrem Lieblingssessel und las in einem Buch. Sie blickte fragend auf, als sie ihre jüngste Tochter sah.

“Ich soll dich holen, sagt Vater”, Fillauria Taenya Aldaval-Elenwe nickte sanft und stand elegant auf. “Warte hier”, meinte sie leise, ehe sie zu ihrem Mann und Paeral ging - gemählich, wie es sich gehörte. Arwen sah an jenem Tag weder ihren Vater noch Paeral wieder. Doch ihre Mutter gesellte sich am Abend zu ihr ins Studierzimmer und nahm ihre Tochter in den Arm. Auch Fillauria schien geweint zu haben.

“Arwen … Paeral wird von heute an bei uns leben. Deine Tante …die Schwester deines Vaters, Doreah Gaylia und ihr Mann, Raegal Cluym Nhaésal, wurden heute ermordet. Ab sofort… wird Paeral ein Mitglied des Rates sein.”

Arwen schien stundenlang an diesem Abend zu weinen. Sie mochte ihre Tante, auch wenn sie sie kaum sah. Als sie am nächsten Morgen in den Spiegel blickte, erblickte sie eine bleiche Hochelfe, mit langen, blonden und lockigen Haaren. Ihre braunen Augen, welche immer an den Honig erinnerten, blickten sie trüb an.

Arwen wusste, dass sich ihr Vater, Oribel Elenwe, immer einen Sohn gewünscht hatte. Doch er bekam drei Töchter. Seiner Frau, Fillauria, wurde nach der schweren Geburt von Arwen abgeraten, noch einmal schwanger zu werden. Doch dennoch liebte ihr Vater sie und ihre beiden Schwestern.

Nur einige Wochen später feierte Arwen ihren 16. Geburtstag. In diesen Wochen hatte sie sich gut mit Paeral verstanden. Sie hatten stundenlang über seine Eltern und ihr Leben als zukünftige Ratsmitglieder geredet. Die beiden gingen oft spazieren oder unterhielten sich in der Bibliothek über alles mögliche. Arwen fühlte sich förmlich zu Paeral hinzugezogen.

Arwens liebste Erinnerung war jene im Garten des Anwesens. Paeral und sie schlenderten schweigend nebeneinander die Wege entlang, doch als sie weit genug entfernt waren, nahm Paeral ihre Hand und hielt diese fest. Arwen errötete und schwieg lächelnd. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch flogen wild umher.

“Danke, dass du für mich da bist.”

Mehr sagte er nicht, doch Arwen wusste, was er damit sagen wollte. Sie nickte lächelnd. Sie schlenderten weiter zum grossen Pavillon, in welchem sie sich niederliessen. Paeral hielt noch immer Arwens Hand. Er hob ihre Hand und küsste diese sanft. Sie blickte ihn errötend von unten an. Seine freie Hand legte er sanft auf ihre Wange und zwang sie so, ihn anzusehen. Sie blickten sich lange in die Augen, ehe Arwen zu seinen Lippen blickte - ein flüchtiger Blick, doch Paeral beugte sich vorsichtig zu ihr und legte ihr sanft seine Lippen auf ihre. Ein hauchzarter Kuss, der alles verändern sollte. Ehe sie sich für das gemeinsame Familienabendessen trennten, standen sie noch Minutenlang, eng umschlungen im Pavillon.

Seit jenem Tag sah man Arwen nur noch mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihre ältere Schwestern waren für ihren Geburtstag mit ihren Ehemännern angereist und die drei Elenwe-Schwestern genossen die gemeinsame Zeit. Sie lachten, sie weinten und redeten über alles mögliche. Fraeya und Mylaela frisierten und schminkten Arwen für die Geburtstagsfeier, wie es einst Fraeya und Arwen für Mylaela taten. Es würde ein grosser Ball zu ihren Ehren stattfinden. Und Arwen hoffte insgeheim, dass Paeral mit ihr tanzen würde. Bei dem Gedanken an ihn errötete sie, was ihre Schwestern zum Kichern brachte.

“Nanu, wer lässt unsere jüngere Schwester so erröten, Fraeya?”, kicherte Mylaela und schob eine Blume in Arwens Haar.

“Vielleicht… ein Mann?”, kicherte Fraeya ebenfalls mit, während sie Arwens Lippen leicht rötlich schminkte. Den ganzen Abend über hatten die beiden ihre kleine Schwester geärgert. Doch Arwen schwieg lächelnd über den Namen. Sie genoss die Zeit mit ihren Schwestern, auch wenn sie nur so kurz war.

Als sie einige Stunden später in ihrem weissen Kleid den Ballsaal betrat, lächelte sie die Gäste an. Doch Paeral strahlte sie förmlich an. Mit ihrem Vater eröffnete sie den Ball. Die Gäste blickten staunend zu - gehörte doch die Familie Elenwe zu den reichsten Familien in Zul, wenn nicht sogar in ganz Paeonia. Das Fest wirkte glamourös. Es gab allerhand Essen und Trinken. Es gab Musiker. Und mittendrin tanzte Arwen mit ihrem Vater.

“Arwen”, sprach er sie sanft an, während er sie durch den Ballsaal führte, “Die Familie Kraok ist hier. Wir finden, Elenios und du ergäben ein zauberhaftes Paar. Ich möchte, dass du den Erben der Kraoks heiratest.”

Geschockt blickte sie ihren Vater an, ehe sie ergeben nickte. Paeral, welcher bei ihrem Vater abklatschen wollte, hörte dies mit und zog seinen Kopf ein. Arwen galt von nun an als verlobte Frau und somit dürfte er als unverheirateter Mann nicht mit ihr tanzen. Für Arwen und auch für Paeral zerbrach die Welt.

Den Rest des Abends tanzte Arwen mit Elenios Kraok. Elenios war ein staatlicher Hochelf, welcher muskulös wirkte. Seine langen, weisse Haare trug er offen. Er umgarnte Arwen seit dem ersten Blick, dem ersten Tanz.

“Ihr seht wunderschön aus, Lady Arwen”, war sein erster Satz zu ihr. Sie errötete und bedankte sich höflich. Sie sprachen über unverfängliche Themen wie das Wetter, den Rat und die Familien. Doch Arwen blickte immer wieder sehnsüchtig zu Paeral, welcher nun mit anderen ledigen Hochelfen tanzen musste.

Als es schlussendlich so weit war und Arwen sich auf den Weg zu der Höhle machte, in welchem sie ihren Segen bekam, wurde sie schrecklich nervös. Vergessen waren Elenios Kraok und Paeral. Vergessen war ihre Familie. Es zählte nur noch das Ritual und der Segen.

Als Arwen nach einem kleinen Fussmarsch die Höhle betrat, erschauderte sie. Die Magie der Hochelfen und der Götter war zum Greifen nah. Ein kleiner schmaler Gang führte gerade wegs nach unten in die Höhle. Am Ufer zum See stand der weisse Steintisch, auf dem sie die Gaben und alles weitere niederlegte. Der See war klar und glitzerte durch den Vollmond, der durch die kleine Öffnung an der Decke schien.

Ehrfürchtig trat sie an das Opfer und kniete sich hin, um sich die Hände im Teich zu waschen. Sie hörte das Flüstern der Götter. Sie schienen zu streiten, wer Arwen segnen durfte. Doch Arwen verstand es nicht genau. Sie stand auf und trat an den Altar, bei dem sie die gesammelten Kräuter anzündete. Die Stimmen der Götter wurden lauter. Arwen pflegte schon immer eine enge Verbindung zu den Göttern, so betete sie sie jeden Tag an. So verunsicherte es Arwen nicht, dass sie die Götter so gut hörte. Doch sie hatte Ehrfurcht.

So erhob sie ihre glockenklare Stimme und betete.

Erhöret mich, oh ihr heiligen Götter,
ihr großartigen Freunde,
mächtige Stützen der Welt,
erhört mich, ihr unsterblichen Götter
Ihr seligen Götter, mag ich nicht aufhören,
euch Dankbarkeit zu zollen
für alles Gute, welches ihr gabt und geben werdet.
Möge ich niemals das Wohl meiner Genossen vernachlässigen,
soweit es in meiner Macht steht.
Bereitwillig dem Gemeinwohl zu dienen,
soll auch mir als großer Vorteil gelten.
Möge ich niemals Urheber eines Übels sein,
das die Elfen trifft,
sondern von etwas Gutem,
soweit es mir möglich ist,
damit auch ich glücklich sein kann,
indem ich euch ähnlich werde.

Sie blickte zum Rauch der Kräuter, ehe sie den Kelch mit dem Wein in die Hand nahm. Wie jede andere Hochelfe vor ihr, würde nun auch sie ihren ersten Schluck Wein kosten. Sie trank wie vorgeschrieben die Hälfte des Kelches. Sie stellte den Kelch auf dem Altar ab und betete erneut laut in die Höhle hinein.

Ich erwarte sehnlichst euch und euren Segen,
ich lege mich in deine Hände Iheza,
oh ihr heiligen Götter,
soll mir ihre Freundschaft auf ewig gesichert sein.

Während sie sprach, schien eine Magiewelle vom Altar auszugehen. Auch Arwen spürte ihre Magie nur zu deutlich. Der Teich rief sie förmlich. So trat sie vom Altar weg und trat an das Ufer. Sie hob ihr weisses Kleid leicht an, ehe sie vorsichtig in den Teich stieg. Das Wasser war kalt. Sie zitterte vor Kälte. Doch tapfer ging sie immer weiter rein. Sie holte tief Luft, ehe sie untertauchte und ihre Augen schloss.

Das erste, was sie wahrnahm, war eine angenehme Wärme. Dann ein Licht. Als sie die Augen unter Wasser öffnete, schienen Luftblasen empor zu steigen, so als würde das Wasser kochen. Als sie ihre Haare betrachtete, welche im Wasser herum schwebten, sah sie, dass die Spitzen leuchteten. “Galad…”, dachte sie leise, ehe sie auch schon seine Stimme hörte.

“Ich werde deinen Weg erleuchten, solltest du eines Tages stolpern. Ich werde dein Licht in der Dunkelheit sein.”

Arwen nickte sanft, ehe sie zurück zum Ufer schwamm und klatschnass aus dem Teich heraus stieg. Sie trat an den Altar und zündete eine Sonnenblume an, ehe sie zu Galad betete.

Hellster, strahlendster Galad.
Dein ist das Licht, die Wärme und der Tag.
Dir allein, Galad, gebührt der Tag.
Am Himmel erstrahlst du hell und warm.
Ich preise dich, mein Licht,
durch das du die Nacht erhellst.

Sie hielt kurz inne, ehe sie die letzten Passagen des Gebets sprach, die für jeden der Gottheiten gedacht waren.

seid immer bei uns,
und so verlasst uns nie,
beseitigt die Krankheiten
und verscheucht die Sorgen, welche uns plagen.

Als sie die Höhle verliess, ging gerade die Sonne auf. Sie rannte klatschnass zum Anwesen ihrer Familie. In der Eingangshalle wurde sie direkt von ihren Schwestern in einen Mantel gehüllt. Erwartungsvoll sah ihre Familie sie an.

“Es ist Galad.”


Wochen vergingen, in denen ihr Vater von Arwen verlangte, dass sie sich regelmässig mit Elenios Kraok traf. Er war ein Charmeur, doch Arwen sah in ihm nichts weiter als ein guter Freund.

Bei einem Picknick im Wald spielte Elenios mit einer Strähne von ihrem Haar.

“So golden… wie die Sonne”, sprach er leise. Sie lächelte schweigend. Dies hätte ein romantischer Augenblick sein können, doch Arwen dachte an Paeral. Dieser hatte sich merklich von ihr distanziert. Arwen hatte bereits mehrere Male mit ihrem Vater gesprochen und versucht, ihn davon zu überzeugen, die Verlobung aufzulösen. Doch es war zwecklos.

So wehrte sich Arwen kaum, als Elenios schliesslich sie küsste. Die Sonne war längst untergegangen, der Mond schien am Himmel. Doch untern den Bäumen war es dunkel. Die Kerzen spendeten kaum noch Licht. Es war ein wahrlich unangenehmer Kuss, nicht zu vergleichen mit jenem zauberhaften, sanften Kuss mit Paeral. Doch Elenios lächelte glücklich und küsste sie nur erneut. Er wurde fordernder und ehe sich Arwen versah, lag sie auf dem Rücken, während Elenios über sie gebeugt war. Sie hatte Angst. Niemand könnte ihr helfen. Niemand könnte sie in der Dunkelheit sehen. Wenn er jetzt schon so fordernd war, wie wäre dann ihre Ehe? Wäre er ein liebevoller Partner? Oder würde er sich alles nehmen, was er wollte?

“Elenios…Ich muss zurück nach Hause”, sprach sie leise. Elenios nickte enttäuscht und gab Arwen frei. Diese erhob sich und strich ihr rosa Kleid glatt. Sie knickste höflich und verabschiedete sich, ehe sie eilig davon eilte. Ihr war übel. Sie fühlte sich schmutzig.

Als Arwen an jenem Tag nach Hause zurückkehrte, suchte sie ihren Vater in seinem Arbeitszimmer auf. Oribel war gerade dabei, die Besitztümer der Familie Nhaèsal mit Paeral durchzugehen, als Arwen ins Zimmer platzte.

“Arwen! Kannst du nicht klopfen? Ich bin beschä-”

“Nein, Vater. Du hast nun Zeit für mich… und Paeral. Ich heirate Elenios Kraok nicht. Ehe stürze ich mich in den Tod!”

Sie schrie ihren Vater förmlich an, während Paeral seine Arwen betrübt ansah.

“Arwen! Wie kannst du nur so reden? Du wirst ihn heiraten!”

“Ich heirate keinen Mann, der vor der Hochzeit seine ehelichen Rechte nimmt!”

“Du wirst ihn heiraten! Wie stünden wir vor der Familie Kraok da, wenn wir die Verlobung lösen?”

Ihr Vater stand auf und blickte sie zornig an. Doch Arwen blickte voller Leidenschaft zu Paeral.

“Círdan und Mylaela durften aus Liebe heiraten! Und das sollte ich auch! Und ich liebe Elenios nun mal nicht, ich … ich liebe… Paeral.”

Arwen blickte Paeral sanft an und nickte ihm leicht zu. Paeral nahm ihr Geständnis zum Anlass, aufzustehen und sie in seine Arme zu ziehen. Vertrauensvoll kuschelte sich Arwen näher an ihn und blickte ihn voller Liebe an. Er lächelte sanft und küsste ihre Stirn, ehe er sich zu Oribel wandte.

“Ratsmitglied Elenwe, Onkel Oribel… bitte gestatte mir, deine jüngste Tochter Arwen zu meiner Frau zu nehmen!”

Oribel blickte die beiden erst geschockt an, ehe sein Blick mitfühlend wurde. Er nickte sanft und schloss die beiden in die Arme.


“Ich träume von diesem Tag, seit ich dich damals sah”, sprach Paeral sanft zu Arwen, Jahre nach dem ersten Treffen der beiden. In jenen Jahre hatte Arwen die Chance ergriffen, einige Jahre an der Akademie Silma Riënde die Fächer “Flora und Fauna”, “Geschichte” und “Kultur” zu studieren. Sie wurde als fleissige Studentin beschrieben und die Professoren sahen in Arwen eine zukünftige Professorin. Doch da sie den Sitz im Rat übernehmen würde, konnte sie dem nie nachgehen. Und heute stand sie hier, vor ihrem Paeral.

Sie blickte ihn glücklich an und nickte sanft. Sie standen unter jenem Ahnenbaum, bei welchem schon so viele Hochelfen geheiratet hatten. Sie trugen beide festliche, weisse Kleidung. Paeral trug eine dunkelrote Tunika darüber - die Farben seiner Familie. Arwen trug einen hellblauen Umhang über ihr weisses Kleid.

Sie wurden von Arwens Tante, Ellania Gaylia Elenwe, getraut. Diese überreichte dem Brautpaar gerade einen Kelch, welcher gefüllt war mit Wasser, welches durchtränkt war mit der Magie der beiden. Nacheinander tranken sie von jenem Kelch, welcher golden in der Sonne leuchtete. Rubine und Saphire glitzerten an seinem Rand.

Als der Kelch ausgetrunken war, verband Ellania die beiden Mittelfinger von Arwen und Paeral mit einem roten Faden, ehe sie die Handgelenke mit einem Tuch umband. Sie betete zu den Göttern und zu Meleth - dem Gott der Liebe.

Danach knieten sich Arwen und Paeral hin. Auch sie baten um Meleths Gunst für ein glückliches, harmonisches und langes Leben zu zweit. Bevor sie sich erhoben, verkündete die Hohepriesterin feierlich: “Einst wart ihr zwei, nun seid ihr eins. Erhebet euch als gemeinsames Paar, Paeral und Arwen Nhaésal!”

Die beiden erhoben sich, während die Familie und Gäste laut applaudierten. Paeral strich vorsichtig eine Strähne aus Arwens Gesicht, ehe er sich runterbeugte und seine Frau sanft küsste. Doch Arwen schlang die Arme um ihn und vertiefte den Kuss. So standen sie mehrere Minuten lang dort, während sie sich küssten. Die Gäste lachten über die Verliebtheit der beiden. Doch ein Gast sah missmutig rein. Es war Elenios, welcher Paeral mit Todesblicken strafte.


“Bist du dir sicher? Du siehst aus, als würdest du jeden Moment ohnmächtig werden.”
“Ja… du willst mich vielleicht auffangen.”

Schnell eilte Paeral auf seine Arwen zu, welche merklich blass erschien. Sie wirkte nervös, während er sie ungläubig betrachtete.

“Du bist tatsächlich… schwanger? Ich werde Vater?”

Arwen nickte sanft. Seit Wochen ging es ihr nicht gut. Hatten die beiden zuerst eine Krankheit vermutet, so handelte es sich bloss um Schwangerschaftsbeschwerden. Sie konnten ihr Glück kaum fassen. Voller Liebe wirbelte Paeral sie im Raum umher.

Und nur wenige Monate später erblickte Antheia Gaylia das Licht der Welt. Und bereits 5 Jahre später brachte Arwen ihre zweite Tochter zur Welt: Taenya Fraeya. Sollte Naskiga ihr den Segen geben, ein drittes Kind zu gebären, würde es den Zweitnamen Mylaela bekommen. Doch Arwen wurde dieses Glück nicht gegönnt.

Und als vor 11 Jahren Mylaela plötzlich mit ihren Kindern Raegon und Raenelyra verschwand, stürzte für Arwen eine kleine Welt zusammen. Man suchte sie noch jahrelang, ehe man sie für tot erklärte. Mylaela hatte für ihre Schwestern je einen Brief hinterlassen. Doch in all den Jahren öffnete Arwen ihn nie.

Jahrelang lebten Paeral und sie glücklich, ehe er immer öfter das gemeinsame Anwesen verliess. Arwen verbrachte viel Zeit mit ihren Kindern, welche trotz ihres Erwachsenenalters noch bei ihren Eltern wohnten. Sie waren beide noch nicht verheiratet und mussten an so manchen Ball. Doch ihre Eltern hatten aus Liebe geheiratet und Arwen wollte ihren Kindern das Gleiche bieten.

Während Paeral seinen Pflichten als Ratsmitglied nachging, studierte Arwen weiter oder beschäftigte sich mit Musik und Malerei. Auch fand sie Freunde, mit denen sie in regelmässigen Abständen essen ging. So zählte Nakira als eine ihrer besten Freundinnen. Sie schenkten sich sogar gegenseitig Amulette, um ihre Freundschaft zu feiern. Doch in all den Jahrzehnten erfuhr Arwen nie den Nachnamen von Nakira.

Doch dann kam alles anders. Eines Tages stand ihr Vater vor der Tür. Er trug schwarze Kleidung und sofort wusste Arwen, dass etwas geschehen war.

“Vater…”

“Paeral … er … er wurde ermordet.”

Oribel fing augenblicklich seine Tocher auf, welche weinend zusammenbrach. Ihre Töchter kamen angerannt, hatten sie doch gelauscht. Sie schlossen ihre Mutter und ihren Grossvater weinend in die Arme.

“Von heute an wird Antheia Gaylia Nhaèsal das Ratsmitglied Nhaésal sein”, flüsterte er leise.

“Wer hat unseren Vater getötet?”, fragte da leise Taenya.

“Wir wissen es noch nicht…”

Seit jenem Tag trug Arwen nur noch schwarze Kleidung. Nach einigen Tagen verlangte sie sämtliche Beweise und Hinweise zu dem Mord. Sie befragte die Ratsmitglieder und die Heiler, welche versucht hatten, Paeral zu retten. Doch den entscheidenden Hinweis fand sie bei ihrer Freundin.

Als Arwen ihre Freundin besuchte, um mit ihr gemeinsam zu frühstücken, erkannte sie bei der Freundin einen Ring am Finger. Es war einer der Ringe von Arwen, welche sie von Paeral geschenkt bekommen hatte. Und Nakira hatte Besuch von Elenios Kraok, welche sich schnell mit einem Kuss auf die Wange verabschiedete. Das geflüsterte “Auf Wiedersehen Schwesterchen” hörte Arwen. Sie tat so, als hörte sie es nicht. Doch nun war klar, was geschehen war.

Doch dieser Verdacht musste erst bestätigt werden. So ging Arwen nichtssagend nach Hause. Sie forschte im Stammbaum der Kraoks nach und tatsächlich: Nakira war Elenios’ Schwester.

Als sie das nächste Mal mit Nakira essen ging, trug Arwen ein weisses Kleid mit türkisen Umhang. Die Zeit der Trauer war vorbei. Wieso sollte sie jemandem hinterhertrauern, der sie betrogen hatte? Mit ihrer besten Freundin! Daher würde sie auch ihren Geburtsnamen “Elenwe” wieder annehmen.

“Arwen! Gut siehst du aus”, säuselte da auch schon Nakira los und begrüsste sie mit einer Umarmung. Arwen lächelte leicht: “Du auch, Nakira.”

Eine ganze Weile lang redeten die beiden normal, ehe Arwen so tat, als würde sie Nakiras Ring entdecken.

“Wieso trägst du meinen Ring?”

“Oh, den hast du mir doch geschenkt?”, Nakira wirkte nervös.

“Nein, ich habe den Ring von Paeral bekommen, als Taenya geboren wurde. Sowas verschenke ich nicht.”

“Dann gebe ich ihn dir zurück!”, Arwen hielt Nakira auf, welche den Ring abstreifen wollte.

“Du bist die Hure meines verstorbenen Mannes. Behalte den Ring.”

Kalt blickte Arwen Nakira an. Diese blickte erst erschrocken zu Arwen, ehe sie lachte.

“Elenios dachte, du würdest es schneller herausfinden. Aber ja, ich hatte eine Beziehung mit deinem Mann. Wir dachten, du würdest ihn verlassen, doch du hast in den Jahren nie etwas bemerkt!”

Nakira lachte laut, während Arwen sie traurig anblickte. In ihr brodelte die Wut, doch sie liess sie nicht nach aussen. Doch Nakira sprach weiter.

“Elenios will dich unbedingt zu seiner Frau. Und daher … vergifteten wir Paeral. Schade, er war ein sehr guter Liebhaber, auch wenn er immer deinen Namen stöhnte.”

Arwen ballte die Faust und stand ruckartig auf. Sie schlug Nakira mit voller wucht ins Gesicht, welche daraufhin auf den Boden fiel.

“Doch du wirst es nie erzählen können! Du wirst schlafen. Und niemand wird wissen, warum!”

Die Welt drehte sich um Arwen, die das Haus von Nakira fluchtartig verliess. Sie ging in den Wald hinein und suchte den Weg nach Hause. Ihre Augen leuchteten nach wie vor golden auf und schienen sich gegen etwas zu wehren. Das Amulett an ihrem Hals pulsierte auf. Doch Arwen sank auf die Knie ohne darauf zu achten und schrie schmerzerfüllt auf, ehe sie bewusstlos zusammenbrach. Eine Magiewelle schien von ihr auszubrechen. Danach war alles dunkel.


Arwen hörte immer wieder Stimmen. Sie schienen so fern zu sein, doch so nah. Sie war so unendlich müde. Obwohl sie sich zwang, die Augen zu öffnen, gelang es nicht. Hatten ihre Töchter sie gefunden? War sie in Sicherheit? Oder hatte Nakira sie gefangen genommen? Was meinte Nakira mit “Du wirst schlafen”?

Sie spürte plötzlich wie jemand ihr die Kette vom Leib riess. Sie spürte die dunkle Energie des Chaos im Raum. Was war das? Doch plötzlich war sie weg. Und die Müdigkeit liess nach.

Langsam öffnete Arwen die Augen und blickte in ein bekanntes Gesicht. Sie hauchte leise “Myla”. Das war doch ihre Schwester! Doch ihre Augen schlossen sich bereits und sie sank in einen geruhsamen Schlaf.


Als sie das nächste Mal erwachte, blickte sie sich orientierungslos im Raum um. Sie setzte sich auf und blickte sich im Raum um. Es schien ein Gästezimmer zu sein. Es gab eine Trennwand, welche das Bett vom Arbeitsbereich abtrennte. Eine Kommode und ein Schrank rundeten das Zimmer ab. Die Pflanzen im Raum schienen voller Kraft zu sein. Doch ehe sie aufstehen konnte, öffnete sich leise die Türe und eine blonde Elfe trat ein. Sie hatte strahlend grüne Augen. Arwen kannte nur eine Elfe mit solchen grünen Augen.

“Lyra.”

Raenelyra lächelte leicht und nickte, ehe sie die Elfe musterte. “Arwen?”

Auch Arwen nickte und breitete ihre Arme aus. Sie hatte 11 Jahre lang gedacht, dass ihre Nichte tot sein könnte. Und nun stand sie hier vor ihr. Wo Mylaela und Reagon wohl wären?

“Warte kurz… ich bringe dir etwas zu essen, du bist bestimmt hungrig, Tante Arwen", und schon flitzte Lyra los und rief jemanden zu, er solle etwas zu Essen bringen.

“Lyra. Wo sind wir hier? Sind wir in … Aleynn?”, Lyra lachte laut, ehe sie den Kopf schüttelte: “Wir sind in Parsifal. Komm, iss erstmal etwas, dann erkläre ich dir alles.”

Stundenlang erzählte Lyra alles über Parsifal und Távaryn: “Wir sind hier im Palast, denn … nun ja, ich zeige dir Távaryn, sobald du wieder auf den Beinen bist.”

Irgendwas schien Lyra sagen zu wollen, doch Arwen drängte sie nicht. Erschöpft von den ganzen Informationen schlief Arwen bald wieder ein. Lyra hatte sich zu ihr ins Bett gekuschelt. “Wie damals… kleine süsse Lyra”, dachte sich Arwen.


Silbernes Mondlicht erhellte einen bekannten Namen auf dem Grabstein, auf welchen Arwen blickte: Mylaela Nylathria Maertel.

Tränen bildeten sich in ihren Augen. Lyra hatte einen Arm um sie geschlungen, während die beiden Frauen auf der Bank vor dem Grab sassen.

“Sie starb durch eine tödliche Krankheit. Sie war einst Tári von Távaryn. Nach ihrem Tod wurde ich es. Und … ich traf nicht immer die richtigen Entscheidungen", Arwen nickte still und hörte Lyra schweigend zu. Lyra erzählte von ihrer Entführung, von der Folterung, der Versklavung und ihre bevorstehende Abdankung. Sie erzählte ihr einiges über die verschiedenen Stadtherren.

“Vor Solana Rete musst du dich in Acht nehmen. Und vor den Zwergen. Wir haben einige wenige Verbündete, dies sind wahre Freunde", Arwen nickte erneut und musterte Raenelyra eindringlich.

“Wenn du abdanken willst, wer wird dann über Távaryn herrschen?” Lyra seufzte.

“Ich weiss es nicht. Raegon weigtert sich, Míriel und Lúthien sind zu jung. Aber du … gehörst zur Familie. Wenn der Rat einverstanden wäre, könntest du den Thron übernehmen!”

Arwen blickte sie aus grossen Augen an, ehe sie den Kopf schüttelte.

“Lyra … ich-”

“Bitte!”

Arwen seufzte und nickte ergeben: “Ich werde es mir überlegen. Du wirst mit dem Rat sprechen.”

Lyra nickte eifrig und umarmte Arwen. Die beiden sassen noch stundenlang da. Zwischenzeitlich gesellte sich Raegon zu ihnen und nahm die beiden in den Arm. Zu dritt trauerten sie um Mylaela, um die verlorene Zeit als Familie, um ihre Familie in Paeonia. Es gab kein Zurück.


Am nächsten Tag wurde Arwen von einem Diener in den Ratsraum geführt. Dort sassen bereits Lyra und Feyera Ainia, Yáralil va Bachor. Arwen bemerkte schnell, dass Feyera eine Art Ersatzmutter für Lyra geworden war, so nannte Lyra sie “Ammë”.

“Távaryn scheint eine grosse Stadt zu sein mit vielen Problemen. Doch ich werde dir helfen, Lyra. Ich bin als zukünftiges Ratsmitglied aufgewachsen. Ich werde die nächste Tári werden, sofern man mich wollen würde. Ich bin fremd, wenn auch Familie.“

Feyera und Lyra nickten, ehe sie sich erhoben und vor Arwen verneigten: “Tárinya.”

Arwen lächelte schief und zu dritt diskutierten sie noch über einige Einzelheiten. Raenelyra wirkte froh und glücklich darüber, dass Arwen die neue Tári werden würde. Und Arwen? Innerlich war sie nervös und machte sich Sorgen darum, weil sie fremd war. Doch seit ihrer Geburt wurde sie als zukünftiges Ratsmitglied Aldaval ausgebildet. Sie könnte dies schaffen. Mit einiger Hilfe.

Müde und erschöpft kehrte sie in ihr Gästezimmer zurück. Bis zu ihrer Krönung würde sie hier bleiben. Doch diese wäre bald. Ein Diener brachte ihr mehrere Bücher vorbei, in denen sie sich Wissen über Parsifal und Távaryn aneignen könnten. Sie begann zu lesen.

Wenige Stunden später klopfte es an der Tür. Als Arwen hochblickte, erkannte sie eine Dunkelelfe. Die Morgul, von der ihre Nichte sie gewarnt hatte. Sie redete höflich mit Namira Levalous, doch tat sie unwissend. Während Namira sofort wissen wollte, ob sie mit der Tári verwandt war und ob die Tuscheleien über die Abdankung Lyras stimmten, gab Arwen nie eine richtige Antwort. Obwohl nur einige Stunden zuvor die Nachfolge bestimmt worden war, würde es die Morgul erst später erfahren. Arwen übergab der Hexe 500 Taler für das Brechen des Fluches. Diese wirkte zufrieden und ging dann kurze Zeit später.


Innerlich nervös starrte Arwen in das Kaminfeuer des Kaminzimmers im Palast. Heute würde sie den Platz von Raenelyra übernehmen. Sie atmete tief durch und setzte dann ihr charmantes Lächeln auf. Es war ihre Maske geworden. Niemand dürfte erfahren, wie es wirklich in ihr aussah. Sie alle sollten eine glückliche und zufriedene Tári sehen.

Nachdem Feyera ihr distanziert und merklich kühl bescheid gab, dass alle Bürger da waren und sich steif verneigte, atmete Arwen noch einmal durch und folgte ihr in den Thronsaal. Sie würde lügen, wenn sie sagen würde, sie wäre nicht nervös. Doch sie liess sich nichts anmerken. Selbst Raenelyra war anwesend - sie blickte vom oberen Gang her zu.

Arwen schritt anmutig und elegant den Gang zum Thronsaal hinunter. In ihren Haaren waren ye Cuile eingeflochten, während sie ein blaues Kleid samt dunkelblauem Umhang von ihrer verstorbenen Schwester trug. Sie kniete sich vor dem Thron, vor Feyera Ainia, Yáralil va Bachor, nieder. Sie senkte ihren Kopf, während sie dem Gebet zuhörte und es halblaut mitmurmelte.

Erhöret uns, oh ihr heiligen Götter,
ihr großartigen Freunde,
mächtige Stützen der Welt,
erhört uns, ihr unsterblichen Götter.
Ihr seligen Götter, mögen wir nicht aufhören,
euch Dankbarkeit zu zollen
für alles Gute, welches ihr uns gabt und geben werdet.
Möge ich niemals das Wohl meiner Genossen vernachlässigen,
soweit es in meiner Macht steht.
Bereitwillig dem Gemeinwohl zu dienen,
soll auch mir als großer Vorteil gelten.
Möge ich niemals Urheber eines Übels sein,
das die Elfen trifft,
sondern von etwas Gutem,
soweit es mir möglich ist,
damit auch ich glücklich sein kann,
indem ich euch ähnlich werde.

Nach dem Gebet blickte Arwen kurz zu ihrer Nichte, die dankbar nickte. Dann wandte sich Arwen wieder Feyera zu und blickte sie ehrfürchtig an. Diese hatte das Krönungsdiadem von Távaryn in der Hand und hielt es über Arwens Haupt. Feyera sprach kühl, ein wenig nervös.

“Wollt Ihr, Arwen Idril Elenwe, geloben und schwören, das Volk von Távaryn nach den Gesetzen und Gebräuchen zu regieren?“ - “Ich gelobe und schwöre.”

„Werdet Ihr in Eurer Macht Gesetz und Gerechtigkeit in allen Euren Urteilen ausführen?“ - “Dies werde ich tun”

“Werdet ihr die Maximen und Gebote Gwadors bis zum Äußersten Eurer Kraft bewahren?” - “All dies gelobe ich zu tun.”

Feyera legte nur sehr langsam das Diadem auf den Kopf Arwens, während sie viel zu schnell das letzte Gebet sprach:

Ich erwarte sehnlichst euch und euren Segen,
ich lege mich in deine Hände Iheza,
oh ihr heiligen Götter,
soll mir ihre Freundschaft auf ewig gesichert sein.

Als Feyera dann wegtrat, erhob sich Arwen und schritt anmutig zum Thron. Sie drehte sich zum Volk um und lächelte sanft, ehe sie sich hinsetze. Dann erhob sie die Stimme: “Die Versprechen, die ich hier schwöre, werde ich durchführen und halten - mit der Hilfe der Götter.”

Das Volk verneigte sich nach dem Aufruf von Feyera tief vor der neuen Tári.


Quellen

https://www.pinterest.de/pin/721983384020131704/

https://www.pinterest.de/pin/211174973439419/

https://www.pinterest.de/pin/639370478334965790/

https://www.pinterest.de/pin/805581452108457127/

https://www.pinterest.de/pin/805581452109099143/

https://www.pinterest.de/pin/AQiZQmduUbD3i8e8XzSC9ZvwWwmi6vM99wDD3O_9msPWYM9I2J6fc2I/

https://www.pinterest.de/pin/805581452106358136/

8 „Gefällt mir“

Lange Geschichte, mal wieder sehr schön geschrieben.
Da mir keine Fehler aufgefallen sind, nehme ich sie hiermit an.
Das @team wird noch Mals drüber schauen.
MfG
–Luggy

1 „Gefällt mir“

Hallo Cira,

deine Vorstellung ist hiermit angenommen.

1 „Gefällt mir“