Charaktervorstellung Solana Rete (Argentum_Vivum)

Name: Solana Rete

Geschlecht: Weiblich

Alter: 133 Jahre

Rasse: Dunkelelfe

Wohnort: Aratham

Herkunft: Meridium, Citiam, Asheronis

Religion: Chaos, Amaruk

Aussehen und Merkmale: Ihre Körpergröße beträgt in etwa 175 Zentimeter und wird von weißen Haaren begleitet, die Solana bis über die Schulterblätter reichen; die Haut ist glatt und blass, müsste eigentlich schon als hellgrau bezeichnet werden. Zierlich gebaut, wie sie ist, wirkt sie auf den ersten Blick recht harmlos und unauffällig, ebenso wie ihr nicht wirklich außergewöhnliches Antlitz. Die einzigen wesentlichen Gesichtsmerkmale, die ihr einen Hauch Individualität verleihen im Vergleich zu ihren Artgenossen, sind die orangegelben Iriden und ein kleines Muttermal, das sich unter dem äußeren Rand ihres linken Auges befindet. Ein weiteres Merkmal, welches aufmerksamen Beobachtern auffallen könnte, wäre Narben an der Innenseite ihrer linken Hand, die aus vier parallelen Linien von unterschiedlicher Länge bestehen, jedoch die meiste Zeit von Solanas schwarzen Handschuhen verborgen werden. Ihre Stimme erklingt in der Regel leise und sanft; nicht einschläfernd, sondern samt und beruhigend.

Charaktereigenschaften: Seit einem Zwischenfall mit einer herumstreunenden Katze, bei der sie sich eine tiefe Wunde zuzog, vermeidet sie, so gut es nun mal geht, sich diesen Tieren überhaupt zu nähern, geschweige ihnen erneut freundlich die Hand entgegenzuhalten. Ganz anders verhielt es sich mit Schafen, mit denen sie schon von Kindesbeinen an kuschelte und welche bis zu ihrer Verwandlung wertgeschätzt wurden; danach sah sie diese eher gleichauf mit den restlichen Tieren und Völkern als unterlegen und minderwertig an. Die Ausnahme bilden wohl Spinnen, die sie mit ihrer Geschicklichkeit, mit der sie ihre Netze weben, und ihrer Geduld, mit der sie auf ihre Beute warten, beeindrucken und auch Insekten, vornehmlich welche, die durch Hierarchien geprägt sind und in denen sich die Schwächeren unterordnen müssen.

Im Kampf um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern stellte niemand Regeln auf und wenn jemand welche gemacht hätte, so hätte Solana sich ebenso wenig wie ihre anderen Geschwister daran gehalten. Besonders moralisch verhielt sich dabei ohnehin niemand von ihnen und auch wenn Solana sich zumeist an geltende Gesetze hielt, lehnte sie zumindest in dieser Hinsicht die Ordnung ab. Diese Ablehnung von Ordnung entwickelte sich im Verlaufe ihrer Transformation in eine Dunkelelfe regelrecht zu einem Hass, der sich auf weitere Lebensbereiche erstreckte, von dem das Weben, welches sie in jahrelanger Arbeit zu perfektionieren versucht hatte, um ihre Eltern zu beeindrucken, allerdings nicht betroffen wurde.

Sofern sie etwas oder jemanden für sie persönlich als nützlich oder zumindest allgemein sinnvoll hält, behandelt sie diese mit der gebotenen Höflichkeit und Achtsamkeit, um sich ihrer Sympathie und – für Solana deutlich wichtiger – Hilfe sicher zu sein. Auch wenn sie den Nutzen nicht immer direkt sieht, so hält sie es für klüger, Neuem und Unbekanntem in dieser neuen und unbekannten Welt vorerst freundlich zu begegnen (ausgenommen von Katzen) – mit genügend Misstrauen im Hinterkopf. Wissbegierig und aufmerksam beobachtet die Dunkelelfe ihre Umwelt, um sich ein wertendes Urteil zu bilden, wobei sie sich bei gewissen Dingen durchaus voreingenommen verhält. Eingreifen tut sie freilich nur dann, wenn es nicht ihrer Vorstellung entspricht; ansonsten lehnt sie sich lieber zurück und lässt den Dingen ihren Lauf.

Stärken (Fähigkeiten) und Schwächen: Solana hat von ihren Eltern das Weben beigebracht bekommen zur Vorbereitung auf die Arbeit im Familienbetrieb und hat dieses auch in vielen Jahren der Übung verbessert.

Zudem ist sie – für mittelalterliche Zustände – geübt im Lesen und besitzt rudimentäre Fähigkeiten bezüglich des Schreibens, auch wenn sie bisher selten die Gelegenheit dazu fand, ihre Kenntnisse praktisch zu nutzen.

Mit schwerer, körperlicher Arbeit tut sie sich allerdings nicht leicht, weshalb sie diese lieber anderen überlässt.

Eine weitere Unzulänglichkeit stellt das Schwimmen dar.

Falls sie je dazu in der Lage war, eine Waffe angemessen zu benutzen, so hat sie dies entweder verlernt oder vergessen; wie sie aber in ihrer Zeit nach dem Erwachen feststellte, wurde ihre rechte Hand in einem scheinbar willkürlichen Augenblick von einer Art schwarzen Energiemasse eingehüllt, woraufhin ein Beerenstrauch, nach dem sie die Hand ausstreckte, welk wurde und einige seiner Zweige sogar völlig abstarben.

Während der Zeit, in der sie in Gefangenschaft allmählich vom Chaos verführt wurde und auch mit jener Magie in Berührung kam, entwickelte sich mit der Zeit ein schwerer seelischer Schaden, der schließlich in der Vollmondnacht ihrer Verwandlung in eine retrograde Amnesie mündete. Handlungsroutinen und Fertigkeiten blieben ihr erhalten, doch war sie nicht mehr in der Lage, sich daran zu erinnern, wie sie diese erlernt hatte oder überhaupt an irgendein Ereignis vor der Transformation; so ist sie vorerst vollkommen auf ihre eigene Wahrnehmung beschränkt, um sich in der neuen Welt zurechtzufinden; sollte sie auf anderes intelligentes Leben stoßen, aus diesem Grunde ist bei ihr mit einer anfänglichen Naivität zu rechnen.

Magie: Name des Zaubers: Trugbild
Schule/Lehre/Weg/Disziplin etc: Hereticus
Wirkung: Der Anwender beschwört ein Trugbild, dessen Grenzen von der Kreativität des Anwenders abhängig sind. Der Zauber greift das Gehirn des Anwenders an ,weswegen man nur ein Ziel anvisieren kann (max. 5 min)

Name des Zaubers: Sanginiuale Viskosität
Schule/Lehre/Weg/Disziplin etc: Sanguinius
Wirkung: Der Anwender lässt das Blut seines Zieles verdicken, um Blutungen zu stoppen. (heilt beim Ziel ein Lp, welches durch physische Angriffe verursacht wurde)

Name des Zaubers: Hand des Chaos
Schule/Lehre/Weg/Disziplin etc: Exitiium
Wirkung: Die Hand des Anwenders fängt an sich mit schwarzer Energie zu umhüllen. Auf Wesen der Reinheit und der Ordnung wirkt eine Berührung sehr schmerzhaft. (verursacht 1 Lp Schaden bei Wesen der Ordnung)

Beruf: Aufgrund verschiedener Umstände hatte Solana es seit ihrer Ankunft in Parsifal nie ernsthaft in Erwägung ziehen müssen, eine feste Anstellung zu bekommen; die Lagerbestände ihrer jeweiligen Heimatstadt standen ihr zur Verfügung; wenn sie auf Reisen war, sorgte sie für genügend Proviant und Geld vor; im Notfall bedient sie sich einfach von Marktständen, sobald niemand hinschaut.

Vorgeschichte: Solana wuchs als inmitten einer Vielzahl an älteren und jüngeren Geschwistern, Cousins und Cousinen auf, die wie ihre Eltern in dem Familienbetrieb, einer Weberei samt Schaffarm, arbeiteten. Umgeben von ihren Verwandten und Schafen hatte sie eine recht unbeschwerte und ereignislose Kindheit, abgesehen von dem einen Vorfall mit der Katze und seinen Folgen; bis zu dem Moment war sie nur ein einzelnes Elfenkind in einem Haufen von nahezu identischen Elfenkindern, alle mit heller Haut, blondem Haar und blauen Augen, ebenso wie ihre Eltern; das Erhalten der Narbe war ein einschneidendes Ergebnis, denn als Solana erkannte, dass sie durch Einzigartigkeit die Aufmerksamkeit ihrer vielbeschäftigten Eltern erlangen konnte, kriegte sie nicht mehr genug davon: Sie lernte Lesen im schwächelnden Licht einer fast schon abgebrannten Kerze, während sie nebenbei auch noch webte. Ihre Geschwister beobachteten sie einige Zeit lang skeptisch, bis sie erkannten, dass es sich lohnte und versuchten ebenfalls sich hervorzutun, sei es durch das Bogenschießen, Singen, Malen oder Dichten. Nach und nach geriet sie allen Anstrengungen – beispielsweise der Zähmung eines wilden Pferdes – zum Trotze wieder in den Hintergrund, beiseite gedrängt von den anderen Talenten und sie war erneut nur ein einfach zu vergessendes Gesicht unter vielen. Irgendwann rang sie sich zu der Erkenntnis durch, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern vielleicht doch nicht brauchte und danach ging ihre Jugend ohne große Zwischenfälle weiter.

Es musste wohl schon gut ein halbes Jahr nach ihrem 132. Geburtstag sein, als sie sich auf dem Waldweg zurück nach Hause befand, nachdem sie einen weit ausschweifenden Reitausflug unternommen hatte. Sie bemerkte, wie ihr Pferd allmählich unruhiger wurde und die Nervosität ging auch auf sie über; jedes Mal, wenn irgendwo hinter ihr ein Zweig knackste, zuckte sie zusammen und stand kurz davor, das Pferd zum Galopp anzutreiben, doch nie, als sie sich umdrehte, war jemand zu sehen. Gerade, als sie erneut einen Blick nach hinten warf, bäumte sich das Pferd auf einmal wiehernd auf, so weit, dass sie sich nicht mehr in den Steigbügeln halten konnte und sie abgeworfen wurde; glücklicherweise landete sie weder auf dem Genick noch dem Hinterkopf, aber umso mehr schmerzte ihr Steißbein. Fluchend stand sie auf und beobachtete, wie ihr Reittier sich aus dem Staub machte, als scheinbar aus dem Nichts ein Knüppel ihren Kopf traf: Ihr wurde schwarz vor Augen.

Als sie wieder zu Bewusstsein kam, war es erneut schwarz, was scheinbar an einer Augenbinde lag, jemand hatte ihr ein Stück Stoff in den Mund gestopft, außerdem waren ihre Hände hinter dem Rücken gefesselt worden. Ein leichter Windhauch strich über die Innenseite ihrer Linken, genau dort, wo sie schon einst von der Katze verletzt worden war; die mit dem Messerschnitt einhergehenden Schmerzen erreichten nur kurz danach ihren Verstand, ihr Schrei wurde erstickt von dem Knebel, während man ein Gefäß an die Wunde hielt und ihr Blut sammelte zum Zwecke dunkler Magie.

Einige Monate später, in denen schließlich fremde Stimmen begannen ihr Versprechungen einzuflüstern und sie oftmals versuchte zu fliehen, doch ebenso oft scheiterte, weil man sie – unabhängig davon, wie gut sie sich versteckt hatte oder wie schnell sie gerannt war – irgendwie immer wieder einfing, schaffte sie es zum ersten Mal sich weiter von der Bande, welche sie entführt hatte, zu entfernen. Schon bald gelangte sie an einen Fluss, dessen Lauf sie lediglich folgen konnte aufgrund mangelnder Erfahrung im Schwimmen; angesichts der Breite und sichtbaren Tiefe wollte sie nicht riskieren, ihn zu betreten, eine Furt oder gar eine Brücke war weit und breit nicht zu sehen. Erst als die Nacht hereinbrach, hörte sie ihre Entführer nahen und sie rannte wieder schneller, so weit wie es ging; doch sie wusste, dass sie deutlich schneller und ausdauernder waren. Ihr Verstand war in einem solchen Maße von Furcht kontrolliert, dass sie nichtmals daran dachte, sich vom Fluss zu entfernen und in den Wald zu laufen; sie lief einfach immer weiter, bis sie in einiger Entfernung ein leises Rauschen wahrnahm. Je näher sie kam, desto lauter wurde es, bis es sich schließlich als das unheimliche Donnern eines Wasserfalles herausstellte. In der Dunkelheit konnte sie nur dank des Lichtes des Vollmondes erkennen, dass es sich um ein solches Naturwunder handelte, doch als sie sich umdrehte, glaubte sie schon die heranstürmende Gruppe, ihre geifernden Gesichter, die furchteinflößenden Antlitze zu sehen, deren Anblick sie anfangs so sehr schockte, dass ihre wütend verzerrten Münder sie bei der ersten Flucht förmlich gelähmt hatten.

Die Anhöhe, von der sich der Fluss ins Tal stürzte, war übersichtlich, es wäre zu einfach, eine flüchtende Gestalt zu entdecken. Solana betrachtete den Wasserfall und versuchte abzuschätzen, wie weit unten das Tal lag, doch erschwerte die aufpeitschende Gischt die Sicht; sie konnte sich kaum sicher sein, ob sie das überleben würde, doch in dieser verzweifelten Lage sah das reißende Wasser überaus verlockend aus. Sie war etwa bis zum Bauch in den Fluss gestiegen, der mit einer unglaublichen Kraft an ihr sog, als sie einen weiteren Schritt tat, welcher aber ins Leere ging, da das Flussbett sich plötzlich vertiefte. Erschrocken versuchte sie noch zurückzuweichen, aber die Stromschnellen hatten unbarmherzig bereits ihren Fuß gepackt und prompt verlor sie das Gleichgewicht, wurde einfach von dem Fluss mitgetragen. Sie atmete Wasser ein, wo eigentlich hätte Luft sein müssen, sie griff in die nasskalte Leere, in der sie eigentlich hätte Halt finden müssen; panisch strampelte sie mit den Beinen, um an der Oberfläche zu bleiben, doch umhergeworfen von der rohen Kraft der Natur tauchte ihr Kopf immer wieder unter. Im Wasser hörte sich das donnernde Getöse des Wasserfalls um ein dutzendfaches unheimlicher an, die erstickende Flüssigkeit war überall, bis…bis sie irgendwie weg war. Sie konnte wieder frei atmen, auch wenn sie vereinzelt noch Wasser spürte. Es war alles so leicht, sie, das Wasser, das scheinbare Schweben und doch schloss sich allmählich ein beklemmendes Gefühl um ihr Herz, als ihr aufging, was geschah. Sie fiel.

Vögel zwitscherten in den Ästen, Bienen summten in der Luft und die Morgensonne strahlte freudig durch die Baumkronen, um den Waldboden zu erhellen: Dies alles weckte Solana aus einem tiefen Schlummer. Ihr Kopf brummte ebenso wie die Honig sammelnden Insekten, müde hielt sie sich eine Hand vor Augen. Sie brauchte wohl einige Momente, um zu bemerken, was sich verändert hatte, und als es endlich so weit war, stieß sie einen erschrockenen Schrei aus: Ihre Haut war zu einem kränklichen, fast schon ekelerregendem Hellgrau geworden. Und sie konnte sich kaum erklären, wie dies geschehen war, wie sie an diesen Ort gelangt war und vor allem…wer sie war.

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