Die Attacke im Osten

Eines Tages, gegen Ende des Jahres 1341, erhielt ich einen Auftrag von Madara Takahashi,
dem Anführer von Shinokami. Ich sollte im weit entfernten Osten in eine Siedlung reisen,
die berüchtigt für ihre funkelnden Rubine und seltenen Gewürze war.
Er warnte mich das die Leute dort ziemlich kriegerisch und makaber sind.
Doch so richtig konnte ich mir das nicht vorstellen.


Der Aufbruch ins Ungewisse


In einer sternenklaren Nacht, als man am Himmel schon einen Schweif erkennen konnte der aussah wie Sternenstaub, machte ich mich auf meinem Pferd mit langem Fell von dannen. Ich ritt weit über die Grenzen von Parsifal hinaus über Berge und Täler, an Flüssen und Siedlungen vorbei gen Osten.

Als ich am Horizont einen rötlich schimmernden Wald erkannte, wusste ich das es nicht mehr weit war.
Mein Wegweiser bis dorthin war eine schwarz getunkte Karte mit roten Pfeilen. Über den leuchtenden Baumkronen sah ich den typischen Palast mit seinen geschwungenen Dächern, es sah fast so aus wie in Shinokami. Als ich ankam blieb ich vor einer weißen Fahne stehen.
Dort stand „Akai tani“, hier war ich richtig….

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Als ich durch das Eingangstor hinein ritt, standen Samurai mit roter Panzerung am Rand und ließen mich nicht aus den Augen. Ich wurde zu einem Saal geführt, wo ich den Anführer der Siedlung traf.
Er war mittelgroß, trug schwarzes kurzgeschorenes Haar und hatte viele goldene, mit Rubinen besetzte Ketten um seinen Hals. Er sah aus wie ein zwielichtiger Händler und das war er sicherlich auch.
Er bat mir einen Platz an und ich gesellte mich zu Leuten, die wahrscheinlich genauso ein Vermögen hatten wie er. Es waren seine treuesten Anhänger. Wir redeten über die aktuellen Einfuhren
und wieviel ich davon mitnehmen solle.

Mitten im Gespräch stürmten sechs schwarz maskierte Personen in den Saal.
Sie trugen Schwerter und eine Vielzahl anderer Waffen bei sich.
Einer von Ihnen schlug ohne Worte einen abgehackten Kopf auf den Tisch.
Der Anführer wusste aber anscheinend genau was gemeint war und sagte:
„Ah, da haben wir ja den Spion. Jetzt wird es spannend“. Er drehte sich anschließend zu mir und sprach leiser: „Haakon das sind die sechs Todesbringer, speziell trainierte Mörder für jegliche Aufträge.
Der Spion verriet sicherlich deine Ankunft und dieses Treffen. Hier könnten bald die roten Krieger auftauchen und uns angreifen.“ Ich saß stumm da und betrachtete den Kopf des Spions.
Das musste ja so kommen, da tritt man einmal eine Reise in ein gefährlicheres Gebiet an
und schon findet man sich in einem drohenden Krieg wieder.
Madara hatte wohl recht, ganz ungefährlich ist es hier nicht.


Der Überfall der Krieger


Nach diesem Ereignis ging alles ganz schnell. Die dumpfen Glocken des Turms läuteten und die Leute sprangen auf, liefen zur Waffenkammer und rüsteten sich für den Angriff. Ich folgte Ihnen hastig bis ich von einem der sechs Krieger angehalten wurde. Er warf mir einen rubinfarbenen Brustpanzer, einen Helm und ein Schwert zu. Auch wenn er wieder stumm blieb, so wusste ich was zu tun ist.
Madara erzählte in Shinokami viel von den Kriegen, dass wenn ein Angriff bevor stand, jeder verfügbare Mann zur Waffe greifen muss. Ich stand nun vor der Burgmauer und wartete mit den anderen auf den Angriff.

Plötzlich hörte man Pferdehufen und eine ganze Armee an Angreifern kam blitzschnell auf uns zu.
Vor mir sprang einer der Angreifer vom Pferd, attackierte mich und wir lieferten uns einen Schwertkampf. Ich konnte ihn überlisten und mit schnellen und groben hieben schlug ich auf ihn ein,
bis es mir gelang ihn zu töten. Jetzt könnte man meinen ich bin doch kein geborener Krieger.
Doch auf meiner Reise vom Norden nach Parsifal kämpfte ich auf einem großen Schlachtfeld und konnte viel Kampferfahrung sammeln. Um mich herum war jeder in Kämpfe verwickelt. Die sechs Todesbringer waren verteilt im Wald, manche von ihnen kämpften sogar gegen drei Gegner gleichzeitig. Als ich wieder in einen Kampf verwickelt wurde, sah ich im Augenwinkel jemanden mit Fässern in einen Hintereingang der Burg laufen. Doch als ich mich zu sehr darauf konzentrierte,
schlug mich der Angreifer zu Boden. Er trat mein Schwert weg und holte zu einem Schlag aus der mich töten sollte. Mir kam alles surreal vor. Ich sah die Funken der brennenden Bäume, die roten Blätter,
den dunklen Himmel und den Angreifer mit klarem Blick auf mich gerichtet.
Dann passierte das unmögliche.
Jemand rammte ihm ein Schwert mitten durch den Kopf. Er sackte in sich zusammen
und fiel zu Boden. Der jemand war kein Unbekannter. Einer der sechs Todesbringer rettete mein Leben. Er hob mich auf und gab mir mein Schwert sowie ein zweites vom erledigten Kämpfer.
Mit finsterer Stimme murmelte er: „Hier die wirst du gebrauchen ich bleibe dicht bei dir“.

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Die Angreifer rannten nun auf uns zu, da sie wussten wir sind gefundene Opfer. Doch in Ihrem Wahn konnte man viele von Ihnen mit wenigen hieben töten. Ich wusste gar nicht wie schwer es ist mit zwei Schwertern gleichzeitig zu kämpfen, aber es hatte auch viele Vorteile. Wir gingen dicht gedrängt immer weiter von der Burg weg. Es waren nur noch wenige unserer Kämpfer übrig.

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Die Flucht


Als uns keine andere Wahl übrig blieb außer zu flüchten, rannten wir aus dem Wald so schnell wir konnten. Neben mir wurden einige von Pfeilen in den Kopf getroffen und getötet, am Waldrand konnten wir sie endlich abschütteln und damit entkommen. Es waren nur noch die sechs Todesbringer und ich. Die einzigen Überlebenden des Angriffs.
Einer von Ihnen gab mir eine Landkarte und sagte: „Hier wenn du uns mal besuchen willst,
bald wird diese Region den größten Krieg erleben den man jemals gesehen hat“.
Mit diesen Worten gingen sie auf die weiten Felder hinaus, dem Sonnenuntergang entgegen.
Ich trat meine Reise nach Parsifal an und hatte noch etwas Zeitgefühl, um zu wissen das ich Anfang des Jahres 1342 wieder in Shinokami sein werde.
Ich habe dort viel zu erzählen, soviel ist schon mal sicher….


Haakon in Kriegerrüstung


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Fortsetzung der Geschichte folgt demnächst….

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Sehr gute Geschichte freue mich schon auf die nächst kommende Fortsetzung.

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Mal schön auch Geschichten von anderen Kulturen der Menschen zu hören :smiley:

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