Die Perditae Gruft

Es war schon recht spät und ungewöhnlich kalt für eine Sommernacht, also machte sich der junge Ficium von Ravensberg auf den Heimweg. Es war schon fast ironisch das er vor der Kälte der Nacht an einen Ort fliehte der ihm ebenso kalt erschien, dachte er.
Angekommen an der Burg der Ravensberger, öffneten sich wie aus Zauberhand die großen und eher schweren Torflügel der Burgmauer. Als sich die Torflügel vollständig öffneten, erblickte Ficium von Ravensberg seine Mutter Oblita von Ravensberg. Sie empfang ihn herzlich. Ficium bemerkte das aus der kalten Nacht, eine angenehm warme Sommer Nacht wurde. Oblita fragte ihn, ob er schon wieder im Teutoburger Wald war. Er bejahte dies und Oblita rügte ihn. Sie fand, dass es nicht angemessen für einen künftigen Grafen war irgendwo im Wald herum zu schlodieren. Ficium bemerkte, dass sich der Pechschwarze Nachthimmel in ein angenehm warmes Rosa verwandelt hatte. Er schaute verdutzt Oblita an. Sie fragte ihn was los war und er fragte sie ob sie nicht die ungewöhnliche Färbung des Himmels bemerken würde. Sie schaute in den Himmel und plötzlich schaute sie Ficium direkt in die Augen. Ficium erschrak, Oblitas Augen wirkten leer. Als wäre sie Tod. Sekunden fühlten sich wie Stunden an und plötzlich fragt sie Ficium wieso er in seiner selbst konstruierten Vergangenheit leben würde. Ficium wusste nicht, was sie meinte. Oblita wiederholte ihre Frage in einem lauterem und aggressiverem Ton. Ficium schaute sie fragend an. Sie wiederholte die Frage wieder aber diesmal schrie sie ihn an. Sie schrie wieder. Plötzlich erschrak Ficium, er bemerkte wie die Haut seiner Mutter immer rissiger wurde. Als wäre sie eine Porzellanpuppe die gerade runtergefallen wäre. Sie schrie ihn wieder an und blutete aus ihrem Mund. Ficium wollte gerade in die Richtung des Tores laufen als er bemerkte das die Torflügel plötzlich aus Knochen bestanden. Oblita schrie wieder. Ficium drehte sich zu ihr und plötzlich riss er die Augen auf und lag in seinem Bett. In seinem Bett in Parsifal. Er brauchte einige Momente um zu realisieren das er gerade alles nur geträumt hat. Mal wieder. Ficium stand auf, ging zum Fenster und schwor sich das er dafür sorgen würde dass diese Träume aufhören würden. Er träumte ständig von Oblita die bei dem Brand von Ravensberg ums Leben kam. Ficium wurde damals aus der Stadt verbannt und hatte keinen Ort an dem er von seiner Mutter Abschied nehmen konnte. Also beschloss er ihr eine Grabstätte zu bauen. Insgeheim dachte sich Ficium aber auch, das er an diesem Ort nicht nur seine Mutter gedanklich begraben würde, sondern auch seine Emotionen und Erinnerungen die ihn in den Wahnsinn trieben.

Und so wurde die Parditae Gruft errichtet.

Eher kalt, eher weniger einladend aber doch ein wenig beeindruckend, dachte sich Ficium bei der Fertigstellung der Perditae Gruft. Ein bisschen abseits vom Zentrum des geplanten Neu-Ravensberg aber doch zentral. Für ihn war es ein Ort des Vergessens. Ein Ort der Vergangenheit. Ein Ort an dem er seine Emotionen, Bindungen sowie gewisse Erinnerungen vergrub. Aber es ist vor allem die Gruft für jene die vergessen werden sollen.

( Die Gruft liegt bei 844, 64, -2323. Ein Besuch lohnt sich allerdings noch nicht wirklich, da der geplante Gotische Platz noch nicht fertiggestellt ist und das Umfeld der Gruft eher unansehnlich wirkt, Veröffentlichung weil Bauevent. Sorry falls zu viele Rechtschreibfehler sowie Grammatikfehler enthalten sind oder die Story merkwürdig ist :smiley: )

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