Ein Lichtlein im Dunkeln

Die ersten Sonnenstrahlen leuchteten durch die Baumkronen, Vögel zwitscherten und man hörte das Wasser des Flusses in der Ferne rauschen.


Tara und Ajuga waren nun schon seit mehreren Monaten auf ihrer Reise quer durch Parsifal, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Zumindest dachte die junge Astronomin das.
Die Königin von Ishwara verreiste damals, zusammen mit Tara, um einen klaren Kopf zu bekommen, da in ihrer geliebten Stadt viel los war. Der Konflikt mit dem Kloster, die untreuen Bürger, welche Ishwara nur Schaden wollten. Vieles lief aus dem Ruder, weshalb Filynia die Stadt übernahm, während Tara und Ajuga Parsifal erkundeten. Die Reise lief nahezu perfekt.
Die Königin erzählte vieles über ihre Familie, ihre Träume für die Stadt und auch vieles über die Vergangenheit Ishwaras. So wie Tara nun mal war hörte sie interessiert zu. In dieser Zeit wuchs die Freundschaft und das Vertrauen der beiden sehr stark.
In einer klaren Nacht lagen die beiden Lichtelfen auf dem Boden und schauten sich die Sterne an. Lange schienen die Sterne nicht mehr so hell. Sie Pulsierten schon. Einiges erzählte Tara, in dieser Nacht, ihrer Freundin über den wunderschönen Nachthimmel. Hätte sie nur gewusst, dass dies das letzte Mal ist, dass die beiden zusammen Zeit verbringen und einfach nur das Leben genießen, dann wäre die Astronomin nicht so konzentriert auf die Sterne, sondern auf die Lichtelfe neben ihr gewesen.
Als Tara am nächsten Morgen aus ihrem kleinen Zelt hervorkam war Ajuga nicht mehr vorzufinden.
Noch schlimmer, lag ein kleiner Rucksack auf dem Boden, dort wo sie gestern Nacht die Sterne beobachtet hatten. Mit rasendem Herzen lief Tara zu diesem und öffnete ihn. Ein paar Taler, etwas Nahrung und ein Buch waren vorzufinden. Das Buch war dick und der Inhalt deutete darauf, dass es Ajugas Tagebuch sein musste.
Nichts auffälliges. Einträge über Verträge, Konflikte und ihre Gedanken dazu.
Als Tara das Buch gerade schließen wollte fiel ihr ein loser Zettel auf.
Tara stand dort deutlich in Ajugas Schrift drauf. Ohne zu zögern öffnete sie das gefaltete Pergament und fing an zu lesen.

Geehrte Tara,
Ich kann dir nicht vieles erklären, dafür reicht die Tinte nicht.
Mir ist klar geworden, dass ich nicht länger die Königin von Ishwara sein möchte. Es gibt viele Gründe weshalb. Einen letzten Befehl möchte ich jedoch aussprechen…
Hiermit erkläre ich, Ajuga Ray, dich Tara Lyra zur Königin Ishwaras.
Suche nicht nach mir, endlich habe ich Frieden.
Reise bitte zurück nach Ishwara und führe unsere Träume weiter. Alles was du brauchst, wirst du in meinem Haus vorfinden.
In liebe gezeichnet,
Ajuga Ray

Taras Hände zitterten, ihre Augen wurden glasig. Mehrmals las sie sich den Brief durch. Die Worte hallten durch ihren Kopf, als würde Ajuga ihr diesen Brief vorlesen. Mit immer noch zitternden Händen legte sie alles in den Rucksack und nahm die restlichen Wertgegenstände mit, bevor sie sich auf die Suche nach Ajuga machte. Sie konnte nicht alles hinschmeißen.
Tagelang lief sie durch den Wald und hielt Ausschau nach Hinweisen, wo Ajuga sei. Ob sie noch lebte? Mit dem Gedanken wollte Tara gar nicht spielen.
Ihre Füße schmerzten und sie war schlaflos. Nichts was auf Ajuga hindeutete.
Vielleicht hat sie jemand anderes gesehen?
Alleine würde sie Sie nicht mehr finden. Außerdem wurde ihre Nahrung knapp.
Somit machte sie sich auf den Weg nach Ishwara. Die Reise dauerte eine ganze Weile, da anscheinend lange niemand mehr dort war.


Angekommen in Ishwara war es nachts. Nirgends brannte ein Licht. Als sie mit dem Lift, welcher schon etwas eingerostet schien hochfuhr, wurde ihr klar, dass hier keiner mehr war.
Das sonst so volle Lager war leer. Einige Kisten waren noch mit Baumaterialien der Arbeiter voll, andere mit Kristallen wiederum leer.
Raus aus dem Lager, durch das Kulturviertel sah man, dass nichts gebaut wurde. Die ganzen Baupläne lagen zerstreut in den Truhen, der Baustellen. Einige Häuser waren angefangen, jedoch schien alles genauso wie, als sie und Ajuga gingen. Nur leblos und von der Natur mitgenommen.
Das sonst so belebte Bauernviertel, wo alles anfing schien der Natur zum Opfer gefallen.

Die Häuser, welche eins die Unterkunft der Bauer waren, schienen komplett leer. Bis auf die Insekten, welche es sich dort gemütlich gemacht hatten.
Außer einer Handvoll Bauern und ein paar reguläre Bewohnern blieb niemand übrig. Alle waren Weg.
Tara hockte auf dem Steg, neben dem großen Baum, in welchem sie einst jungen Lichtelfen Bücher vorlas. Das Bürgermeister Haus in welchem Ajuga immer schrieb stand mit der Tür weit offen leer.
Die Häuser, welche einst gefüllt von Gelächtern der Familien waren, schienen leer geräumt.
Die Bauern erklärten Tara, dass das Land Stück für Stück verlassen wurde, da Filynia kurz nach Ajugas und Taras Abreise verschwand. Ohne eine Führung wusste das Volk nicht weiter und zog fort.
Während dieser Erzählung war der Blick von Tara starr auf das Meer gerichtet. Sie hätte Ajuga nicht gehen lassen sollen.
Aber sie konnte die Vergangenheit nicht mehr ändern. Was sie konnte war die Zukunft beeinflussen.
Somit zeigte sie den gebliebenen Bürgern den Brief und das Volk war sich einig. Wenn das Ajugas Wunsch war, dann sollten sie ihm nachgehen.
Ab diesem Tage war Tara Königin Ishwaras und nahm sich zur Aufgabe die Träume von ihrer Freundin zu verwirklichen. Wo auch immer sie sei.

OOC

Hiermit wollte ich noch einmal offiziell verkünden, dass Ishwara wiederbelebt wird und Lichtelfen gerne gesehen sind! (:

Quellen:
https://pin.it/O7NKLhE
https://pin.it/1gJMolu
https://pin.it/7IVWXDm

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