I Teva va Iheza - Die Bäume von Iheza in Távaryn

Die Bäume von Iheza - i Teva va Iheza:

Die Sehenswürdigkeiten Távaryns bei den Bäumen von Iheza:

  • Gerichts- und Ritualplatz

  • Felyaen-Alma - Die Höhle des Segens

  • Caewtyel - Höhle des Endes (Hinrichtungsort)


Eine edle gekleidete Hochelfe in einem weissen Kleid mit türkisen Umhang blickte seufzend hoch zum Bergkamm, während sie im Rocco-Viertel entlang spazierte. Der Wind raschelte durch die Blätter, Vögel zwitscherten. Die Hochelfe ging den Weg entlang und nickte den Bürgern freundlich zu, welche sich wiederum vor der Hochelfe verbeugten. Die Bürger Roccos waren fleissig und scherten grad die Schafe und Lamas, fütterten die Kühe und Schweine, bepflanzten die Felder oder sammelten den Honig ein.

Die Hochelfe, welche augenscheinlich die Tári Mylaela Maertel war, ging weiter und schlenderte dann durch das Bachor Viertel. Sie konnte das frisch gebackene Brot riechen. Sie schlug den Weg hoch zum Palast. Doch sie betrat nicht den Palast, sondern lief einen Trampelpfad hoch.

Je weiter sie sich vom Bachor-Viertel entfernte, umso ruhiger wurde es. Die Hochelfe atmete tief die frische Luft ein und hob ihr Kleid leicht hoch, so dass sie nicht über den Saum ihres Kleides stolpern würde. Über ihr konnte sie die Bäume erkennen. Leicht ausser Atem kam sie oben an und blickte sich um.

Die Sonnenstrahlen schienen durch das orange Blätterdach der sechs Bäume und erhellten den Altar in der Mitte des sonst schattigen Steinkreises, welcher ringsherum von den Bäumen umgeben war. Auf dem Altar schwebten fünf Kerzen und erhellten den Altar zusätzlich. Rund um den Altar waren acht steinerne Bänke mit grünen Polster aufgestellt.

Dieser Ort war einer der Gründe, warum Mylaela Maertel ihre Stadt Távaryn hier errichten liess. Denn die Bäume waren von Iheza, der Göttin des Schicksals, Zeit und Wahrheit, gesegnet worden.

Zuerst war es Mylaela nicht klar gewesen. Sie wusste nur, als sie den Ort hier betrat, dass sie nicht lügen konnte. Sie spürte eine Magie, welche wahrlich stark war. Ihre Zauber, welche sie hier ausführte, schienen stärker zu wirken. Und als sie die Hand auf die Rinde von einem der sechs Bäume legte, blitzen Bilder vor ihrer Augen auf: Ihre Stadt Távaryn, ein Steinkreis, ihre erwachsene Tochter.

Augenblicklich wusste sie, dass diese Bäume von Iheza gesegnet wurden und dass sie ihr einen kurzen Einblick in die Zukunft gaben.

Da Iheza die Göttin des Schicksals, Zeit und Wahrheit war, entschied sich Mylaela unter diesen Bäumen einen Steinkreis errichten zu lassen. In jenem Steinkreis würden Gerichtsprozesse, Rituale und Feste stattfinden. Die Beschuldigten würden unter den Bäumen eher die Wahrheit sagen als woanders. Rituale, welche das Leben einer Hochelfe verändern würde, würden mit dem Schicksal von Iheza gesegnet sein. Das Schicksal aller würde hier bestimmt werden.

Und so kam es auch, dass eine scheinbar kleine Höhle ausgebaut wurde, welche zu einem Teich führte. Über dem Teich war eine kleine Öffnung, welche das Sonnenlicht und Mondlicht in die Höhle reinliessen. Und auch diese Höhle fand eine Verwendung: Für die Gläubiger Gwadors war es ein wichtiges Ritual, am 16. Geburtstag, bei Volljährigkeit, in die Höhle, “Felyaen-Alma” zu gehen, zu beten und in den Teich zu steigen. Jene Hochelfen würden an diesem Tag ihren Segen bekommen.

In der Höhle selbst stand eine Statue, welche halb verschüttet war. Ungewiss, ob es Gaia oder Iheza darstellen sollte, würde man nie die Statue anbeten. Die Hochelfen Távaryns sahen in der Statue eine Hochelfe, welche über den Ort wachte und das Ritual beobachtete.

Und obwohl der Gerichts- und Ritualplatz und die Höhle von Gwadors Segen, eher einen freundlichen Touch hatte, so hatten die Bäume von Iheza ein Geheimnis. Tief unter Erde, war ein zugewachsener Zugang zu einer Höhle, versperrt durch ein Holztor, in welcher die Wurzeln Ihezas lebendig schienen. So würde über das Schicksal der Wesen oben, unter der Krone der Bäume Ihezas, entschieden, während in jener Höhle ihr Schicksal besiegelt wurde. Der Name dieser Höhle war Caewtyel - Höhle des Endes.

Jene Wesen, welche durch jenen Eingang geführt werden würden, würden die Welt draussen nie wieder erleben. Denn dort würden sie in die Grube von Ihezas Wurzeln springen. Die Wurzeln richten über die verdorbene Seelen, welche gegen die Gesetze Távaryns verstossen haben und die höchste Strafe erhalten vor dem Ältestenrat im Steinkreis.

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