Der fremde Braumeister

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PaPaBeN44
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Der fremde Braumeister

Beitrag von PaPaBeN44 » 13 Jun 2018, 10:28

....mit einem Rumpeln kommt die Kutsche zum stehen. "Rabenhorst- Aussteigen" krächtzt der Kutscher mit heiserer Stimme nach Unten. Da du alleine in selbiger Sitz hätte er dich auch höflicherweise direkt ansprechen können. Aber er tat es nicht und allem Anschein nach würde er dir auch nicht mit dem Gepäck helfen. So war es dann auch. Missmutig beobachtet er deine unbeholfenen Versuche den Koffer vom Kutschdach zu zerren um kurze Zeit, nach geglücktem Unterfangen mit der Stiefelspitze die Kutschentür zu zutreten. Mit einem schnalzenden Geräusch der Peitsche setzten sich die Pferde in Bewegung und du wirst deinem Schicksal selber überlassen.
Du seuftzt kurz, nimmst dann dein Gepäck auf und atmest tief durch, wobei du das Stadtbild und die unbekannten Eindrücke auf dich wirken lässt. Du stehst zweifelsfrei an einem Hafen, im Hintergrund siehst du die Entstehung von Speicherhäusern im Vordergrund liegt ein großes Frachtschiff auf Reeder. Das treiben hier wirkt wuselig, sogar etwas chaotisch, doch scheint das zu passieren, was passieren soll. Ladung wird gelöscht, Baumaterial transportiert und der Geruch von geräuchertem Fisch zeugt vom Erfolg eines Fischers oder Anglers. Du wendest dich Richtung Stadttor und sprichst dort die Stadtwache an, welche deinen Auftritt wohl schon seit geraumer Zeit verfolgt hat. "Ich bin" beginnst du, weiter kommst du nicht. Die Stadtwache fährt dir Augenblicklich barsch über den Mund. "Es interessiert mich nen Scheiß, machst du hier Ärger kommst du in den Käfig, bevor du aus der Stadt fliegst".Dabei deutet er Eindrucksvoll auf eine Eisenkonstruktion die unweit von dir an einem Balken baumelt. Du nickst. "Ich suche den hiesigen Braumeister" Bei diesen Worten hebt die Wache misstrauisch eine Augenbraue. Eine Sache die er wohl lange geübt hat um Eindruck zu schinden, allerdings verfehlt die einschüchternde Wirkung dich komplett. "Der ist in der Werft" und reckt sein Kinn an die gegenüberliegende Kaimauer. Nach einem kurzen Fußweg stehst du vor beschriebenem Bauwerk und trittst ein. Ein älterer Herr kniet unweit vor dir und Zeichnet mit einem Kohlenstifft eine geschwungene Linie auf ein Stück Eichenholz. "Kann ich euch helfen?" Fragt er dich aufschauend. "Ich Suche den Braumeister, Väterchen" antwortest du höflich, wobei du die letzte Spur von Arroganz, dem niederen Knecht zu deinen Füßen nicht verbergen kannst. Der Alte schaut die prüfend an, schon fast unverschämt. Dann reicht er dir eine Hand, offenbar um besser auf die Füße zu kommen. Ob es innere Abscheu dem ungebührlichem Verhalten des Mannes war oder es ihm einfach zu lange gedauert hat, bist du dich entschlossen hättest ihm zu helfen, lässt er die Hand sinken und steht behände selber auf. "Ihr gebt nicht jedem die Hand?" Fragt er sehr direkt, dabei durchquert er mit ein paar Schritten den Raum und schmeißt sich eine Jacke über, die achtlos über einer Truhe lag. Als er sich umdreht ist das Siegel des Baumeisters klar auf der Brust zu erkennen. Er schlägt sich den Staub aus der Wäsche und streicht sie dann glatt. Vor dir steht ein nicht all zu großer aber drahtiger Mann, mit grauem Haar und unglaublich wachen blauen Augen. Er steht grade da wie eine Person mit militärischem Hintergrund. Der Vollbart ist sauber gestutzt und die Nägel kurz gehalten. Mit 3 Schritt edlem Stoff könnte dieser Mann vielleicht als Adliger oder sogar Diplomat durchgehen. Dein Gegenüber geht sich mit einem Holzkamm durch die Haare und kommt dann mit den Händen hinter dem Rücken verschränkt wieder auf dich zu. Dir ist unwohl zu mute jedoch kannst du in den Gesichtszügen des Mannes keine Hähme erkennen. "Wir hatten wohl einen schlechten Start. Erlaubt mir, daß ich mich Vorstelle. Wolfhelm von Grafenfels (PaPaBeN44) "Dabei verbeugt er sich knapp, aber nach höfischer Etikette korrekt "Zu euren Diensten. Was verschafft mir die Ehre?" Nach einer peinlichen Minute des Schweigens gewinnst du wieder an Sicherheit und stellst dich vor. Dabei lässt du auch deiner Meinung über die Stadtwache freien Lauf, welche dich zum Baumeister und nicht zum Braumeister geschickt hat, was wohl zum Amüsement des alten führt, denn dieser schmunzelt leicht. "Kommt mit in die Taverne. Ich Lade euch auf einen Humpen ein und wir treffen uns mit dem Braumeister." Kurze Zeit später steht ihr wieder vor der Wachstube, wobei auf ein Zeichen des alten Baumeisters hin,die Tore ohne weitere Fragen geöffnet werden. Du kannst es dir nicht verkneifen und gehst an der Wache von eben vorbei um ihr kaum höhrbar zuzischst, das du dich jetzt mit dem Braumeister triffst und das es nicht der Verdienst der Wache sei. Doch diese grinst dich nur unverhohlen an und im Weggehen registrierst du nur wie die Wachen miteinander tuschenln und der eine dich offensichtlich nachäffst. Das wird ihm noch Leid tun denkst du dir, wärend du dem Baumeister weiter durch die Gassen folgst, der das ganze wohl nicht mitbekommen hat. Kurz vor einer Mühle biegt er scharf zwischen zwei Häuser ein und geht auf ein zurückliegendes Gebäude zu. Der Geruch von Maische und Treber schlägt dir just entgegen. "Die Brauerei Grafenbräu."Damit zeigt er stolz auf das Bauwerk mit den Großen Fensterbögen." Du begutachtest das Bauwerk und denkst dir deinen Teil, wärend der Baumeister gradewegs rechts um das Gebäude herum geht. " Die Tore zur Hofeinfahrt sind meistens auf, damit die Hitze besser entweichen kann." Unter einer Windenkonstruktion im Eingang hindurch, welche wohl den Zweck hat Getreide und weitere Zutaten nach Oben in die anderen Etagen zu verbringen, geht ihr an einem tiefen Brunnen vorbei. "Die Grundvorraussetztung für Bier." sagt der Alte und deutet auf den Brunnen. "Ich hab nach 2 Schritt Grundwasser gefunden und danach weitere 7 Schritt ausgeschachtet, bis ich auf eine filternde Kiesschicht gestoßen bin. ich vermute das Wasser fließt auf einer Tonschicht von dem Berg Nord-östlich bis hierher." Mit einem Eimer schöpft er dabei Wasser aus dem Brunnen und füllt zwei Tonbecher. Einen reicht er dir, den anderen erhebt er wohl auf dich und leert ihn mit einem Zug. Du trinkst ebenfalls, das Wasser ist überraschend klar und kalt. Es hinterlässt einen schwer definierbaren aber keinesfalls unangenehmen Geschmack. Durch die schwere Doppeltür geht es direkt in das Herzstück der Brauerei. Zwei riesige Kupferkessel versprühen dominant die Hitze und machen die Erklärung der offenen Hoftür überflüssig. "Einmal auf Hitze gebracht schafft ein Kessel das 4 Fache üblicher Kessel an Menge, wie ihr euch sicher denken könnt. Aber fangen wir ganz von Vorne an. Oben unter dem Dach liegt Hopfen und Getreide im Speicher. Hier beginnt das Mälzen. Der gekeimte Grünmalz wird je nach Biersorte zwischen 80 und 100°C gedarrt. Danach geht es in die Malzmühle, mit den zwei Granit-Mahlsteinen, zum Schroten. Diese ist Handbetrieben und wenn man das mal gemacht hat, weiß man ein gutes Bier deutlich mehr zu schätzen. Mit Wasser vermischt, bekommen wir dann die Maische diese wird langsam erhitzt und dann die Feststoffe von der fertigen Würze getrennt. Mit Wasser und Hopfen vermischt kommt es nach einer weiteren Filterung mit zugabe von Hefe in die Gärbottiche. Abgezogen aus den Braukesseln geht es dann in den Keller. Hier stehen dann verschiedene Fässer zur Gärung bereit, je nach Sorte und Qualität. Nach einer letzten Filtrierung kommt die Abfüllung und Lagerung für den Verkauf. Wobei die Brauerei Grafenbräu sich auf Biere und einige wenige ausgewählten Alkoholica meist auf Getreidebasis." Du schaust den Mann an "Ihr seid auch der Braumeister?" Schlussfolgerst du, um nicht zum Zweiten mal auf den Alten reinzufallen. Der Alte nickt, grinsend. "Ihr lernt schnell, nicht alles ist immer so wie es scheint. Ich war früher mitunter auch Baumeister und helfe nun mit Rat und Tat der Stadt. Aber meine ware Leidenschaft hab ich hier gefunden." Dabei klopft er fast liebevoll auf einen der Kessel. "So jetzt hab ich aber Hunger und es ist schon Mittag. Lasst uns zur Taverne gehen. Die ist gemühtlich und hat bequeme Stühle. Heute gibt es dort Hammel in einem Kräutermantel mit Kartoffeln und Möhrengemüse. Dazu passt eine feines Grafenbräu Dunkelbier und zum Ende hin noch einen Kräuterschnaps. Dann könnt ihr mir auch sagen was euer Belangen ist und warum ihr mich zu Sprechen wünschtet" Du folgst ihm schwörst dir aber die Stadt durch ein anderes Stadttor zu verlassen, um nicht nochmal auf die Torwache zu treffen........

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OOC
PaPaBeN44: Richtiger Name Ben und das 44 steht für for foer, also Papa für 4 Kids. Ich bin 39J und komme aus NRW. Beruflich habe ich krankheitsbeding eine Zwangspause, was mir mehr Freizeit als Üblich gewärt. Ich Spiele RP auf Computer, Pen & Paper und Larp. Das ganze seit fast 20 Jahren. Wenn fragen sind könnt ihr mich Ingame einfach anspielen oder PM.
Jeder Tag,
an dem du nicht lächelst,
ist ein verlorener Tag.


Charlie Chaplin

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