Name: Jákvar Svenson
Spitzname: Runenfang
Geschlecht: Männlich
Alter: 38
Rasse: Mensch - Nordmann
Wohnort: Herzogtum Sølvøya - Valkarath
Herkunft: Birka(Schweden) aufgewachsen in Jorvik (England)
Religion: Nordische Mythologie – Thor
Beruf: Anführer der Leibwache des Kragan Korbenson von Sølvøya
Aussehen:
Jákvar ist ein 1.90 Meter groß seine Haltung ist von seiner eisernen Disziplin und Hingabe an die Götter geprägt. Ein gleichzeitig schwerfälliger und doch gewandter Krieger der sowohl mit seiner Kriegsaxt als auch dem Langschwert umzugehen weiß.
Sein Gesicht ist geprägt von den Narben seiner reisen über seine linke Wange ziehen sich die Überbleibsel einer schwertwunde eine narbe die ihn immer ein seine Sterblichkeit erinnern wird.
Durch seinen vollen und gepflegten Bart zieht sich jene wunde die seine Mimik beinahe vollständig lähmt, nur selten ist auf seinem regungslosen Gesicht doch ein zucken zu sehen
Er ist ein ruhiger und konzentrierter Mann der darüber nachdenkt was er sagt und niemals voreilig handelt. Er hat eine dunklere haut die von seinen reisen zeugt und eine tiefe gedrungene stimme.
Eigenschaften:
Jákvar trägt die Last seines Namens mit einer stillen Würde, die nicht laut, sondern spürbar ist. Sein Blick ist oft nach innen gerichtet, als würde er ständig an einem unsichtbaren Plan feilen, während sein Auftreten Ruhe und Entschlossenheit zugleich ausstrahlt. Er spricht sparsam, doch wenn er es tut, hat jedes Wort Gewicht, getragen von Erfahrung und Bedacht. Trotz seiner manchmal strengen Fassade besitzt er eine unerwartete Geduld – besonders mit denen, die seinen Weg teilen. Jákvar misst Loyalität nicht an Worten, sondern an Taten, und wer sein Vertrauen gewinnt, hat einen unerschütterlichen Verbündeten gefunden. Sein Schweigen kann manchmal wie ein Schatten wirken, doch es verbirgt eine tiefe Beobachtungsgabe und eine Bereitschaft, auch das Verborgene zu erkennen.
Stärken:
-kräftig/stark
-Willensstark
- Ehrenhaft
- Unbrechbarer Wille
-Loyal
Schwächen:
-Rachsüchtig
-Besessen von Wissen Seine Suche nach Wahrheit kann alles andere überlagern
-Misstrauisch
-gefühlslos wirkt beinahe immer kalt und distanziert
-Selbstzerstörerische Überbelastung
Er kennt keine Grenzen – er ignoriert Schmerz, Erschöpfung oder Warnsignale des Körpers, was oft dazu führt, dass er sich selbst in lebensgefährliche Zustände bringt. Seine Stärke wird so manchmal zur Gefahr für ihn selbst.
Fähigkeiten:
Lesen & Schreiben
Kampf mit Schwert und Axt die Waffe ist nicht nur ein Werkzeug für ihn sondern ein teil seiner selbst eine Verlängerung seines armes
Seefahrer in seinen reisen lehnte er viel darunter auch das segeln mit verschiedenen Bootstypen
Sprachkentnisse:
Norwegisch / Alt-Nordisch – Spricht er sicher aber nicht perfekt
Gemeine Zunge – die Verkehrssprache Eldorias
Deutsch/spanisch/dänisch- er beherrscht nur teile dieser sprachen sie begegneten ihm auf seiner suche nach dem quell der ewigen Weisheit
Englisch- er wuchs in England und eben mit jener Sprache auf
-------------------------------------------Vorgeschichte------------------------------------------
Ich wuchs in Jórvík auf – einer Kolonie der Unseren in England, einer großen Stadt des Handels und der Ordnung. Wir lebten weder im Elend noch im Glanz großer Reichtümer. Mein Vater war Schmied und verdiente ein stetiges Einkommen, doch der Konkurrenzkampf war hart.
Als ich vier Jahre alt war brachen wir damals von Birka auf.
Mit gebrochenem herzen von dem Verlust der uns Plagte… Mutter war gestorben und wir suchten einen neuen Anfang-unser heil in der Flucht vor unserer Vergangenheit.
Vielleicht wäre es besser gewesen dort zu bleiben, unter den unseren, denen die nicht an einen Falschen Gott glaubten. Wir wurden dafür gehasst doch das war egal, durch unseren glauben verloren wir Kunden, doch auch das war uns egal, wir hielten fest an unserem glauben… unserem leben.
Odin war der einzige der uns Kraft gab und der einzige dort der uns nicht Verspottete.
Bereits mit neun Jahren begann ich, die Kunst des Schmiedens zu erlernen. Es bereitete mir Freude, und ich half meinem Vater, sooft es mir möglich war. Doch nach einigen ruhigen, fast schon eintönigen Jahren wuchs in mir der Wunsch nach mehr. Etwas rief mich – ein Drang, die Welt zu sehen, nach Svíþjóð und Norðvegr (Schweden und Norwegen) zu reisen, in die Heimat.
Zurück nach Birka.
Doch mein Vater hätte mir eine solche Reise niemals erlaubt. Und so verließ ich nur fünf Tage nach meinem dreizehnten Geburtstag heimlich unser Zuhause und begab mich zum Hafen. Dort fand ich rasch einen Händler, der bereit war, mich mit nach Norðvegr zu nehmen.
So begann eine Reise, die mein Leben für immer verändern sollte – und die noch lange nicht zu Ende ist.
2.
Nach drei Wochen auf See erreichten wir schließlich die Küsten Norðvegrs. Doch was ich dort vorfand, war kein idyllisches Dorf, kein friedliches Leben. Nein – der Hafen, den wir ansteuerten, war niedergebrannt. Und nicht nur der Hafen – das ganze Dorf war ausgelöscht worden. Eine ganze Siedlung vernichtet.
Meine Augen konnten kaum fassen, was sie sahen: Männer in silberglänzenden Rüstungen, bewaffnet mit den prunkvollsten Waffen, die ich je erblickt hatte. Sie schlachteten die Bewohner gnadenlos ab, metzelten Männer, Frauen und Kinder nieder, während sie den Namen ihres abscheulichen Propheten riefen. Ich wusste, wer sie waren – Christen
ein verfluchtes Pack, das Odin leugnet und versucht, ihren schwächlichen Gott an seine Stelle zu setzen. Einfältige Narren, blind vor Arroganz.
Uns blieb keine Wahl – wir wendeten das Schiff und segelten weiter, auf eine nahegelegene Stadt zu. Doch auch dort erwarteten uns nur Tod und Zerstörung. Bis heute kenne ich die Namen dieser Orte nicht. Ich bete, dass die Seelen der dort Gefallenen von Odin empfangen wurden und ihnen die Tore Valhalls offenstehen.
Diesmal gingen wir an Land. Die Männer durchkämmten die Ruinen und nahmen alles mit, was noch brauchbar war. Ich jedoch achtete nicht auf ihre Plünderungen. Ich wanderte durch die zerfallenen Straßen, vorbei an gestapelten Leichen, als wären es bloß erlegte Tiere. Häuser lagen in Asche, kaum noch als solche zu erkennen.
Und mitten in all dieser Vernichtung fand ich ihn – einen kleinen Jungen, kaum acht Jahre alt. Halbtot, doch er atmete noch. Ich trat auf ihn zu, wollte ihm helfen. Doch kaum war ich nahe genug, schnellte er auf – wie ein verängstigtes Tier – und stach nach meinem Gesicht. Eine kurze Feuersteinklinge zischte an mir vorbei. Reflexartig wich ich aus und trat ihm mit voller Kraft in die Seite. Ich spürte, wie Rippen unter meinem Fuß nachgaben – doch das war mir in diesem Moment gleich. Niemand greift mich an, ohne mit den Konsequenzen zu leben.
Der Junge keuchte auf, stand jedoch auf – voller Zorn, wild vor Wut. Als ich gerade den Mund öffnen wollte, um zu sprechen, griff er erneut an. Diesmal war ich zu langsam – seine Klinge fuhr mir tief über die linke Wange. Warmes Blut lief über mein Gesicht, doch ich fühlte keinen Schmerz. Nicht jetzt. Jetzt musste ich kämpfen.
Ein weiterer Tritt warf ihn erneut hart zu Boden, das Messer entglitt seinen Händen. Ich fing es auf, ohne darüber nachzudenken. Der Junge lag vor mir, blickte mich mit weit aufgerissenen Augen an. Erst jetzt erkannte ich, wie klein er war. Konnten solche Augen wirklich mein Ende gewollt haben?
Ich zögerte. Ich konnte ihn nicht töten. Nicht so einen Jungen. Ich warf die Klinge zur Seite und ließ ihn verdutzt und stumm zurück.
Die Männer hatten das Schiff bereits mit allem gefüllt, was sie finden konnten. Noch am selben Tag stachen wir wieder in See. Einer von ihnen – ich erinnere mich nicht mehr an seinen Namen – verband mir den Kopf. Erst da spürte ich die Schmerzen des Schnitts wirklich.
Doch meine Gedanken waren woanders. Bei dem, was geschehen war. Bei dem, was ich gesehen hatte. Und bei dem, was ich geworden war.
3
Zwei Jahre waren vergangen. Zwei Jahre des Fahrens, des Schweigens, des Beobachtens. Ich blieb bei den Händlern, nicht aus Überzeugung, sondern weil sie mich weiterbrachten – von Küste zu Küste, durch Flüsse, über Pfade, die auf keiner Karte standen. Es war ein nützliches Leben, ruhig an der Oberfläche. Wir tauschten Pelze gegen Eisen, Bernstein gegen Salz, manchmal Geschichten gegen Schlaf. Doch unter dieser Oberfläche gärte etwas.
Ich hatte zu viel gesehen, um es zu vergessen. Die niedergebrannten Dörfer, die Männer in glänzenden Rüstungen, die Schreie – und die Namen, die sie dabei riefen. Sie taten es im Namen ihres Glaubens. Doch welcher Glaube rechtfertigt das? Welche Wahrheit versteckt sich hinter solchem Wahnsinn?
Je mehr ich sah, desto mehr zweifelte ich. Nicht nur an ihnen – auch an den Unseren. Ich hörte die alten Lieder, sprach die Runen, trank aus dem Horn, wenn Opfer gebracht wurden. Doch tief in mir war die Frage gewachsen: Was, wenn wir uns alle irren?
Was, wenn die Wahrheit nicht in Liedern liegt, nicht in Kirchen und auch nicht in Hallen aus Gold?
In einer regnerischen Nacht, in einem kleinen Fischerdorf östlich von Kaupang, traf es mich wie ein Hieb. Ich saß mit den Männern beim Feuer, hörte ihnen beim Lachen und Prahlen zu, wie sie über Märkte sprachen, über Preise, über Frauen. Und ich merkte: Ich war keiner von ihnen mehr. Vielleicht war ich es nie gewesen.
Am nächsten Morgen packte ich meine wenigen Habseligkeiten. Kein Abschied, kein Wort. Ich ging, wie ich gekommen war – allein.
Ich wusste nicht, wohin genau ich musste, aber ich wusste, wonach ich suchte:
Die Wahrheit hinter den Welten. Die Wirklichkeit, die sich hinter Glauben und Geschichten verbirgt. Einen Beweis – nicht für andere, sondern für mich.
Denn nur mit Wissen konnte ich denen entgegentreten, die sich auf ihre Götter beriefen, während sie verbrannten, was sie nicht verstanden.
Ich wollte verstehen. Nicht glauben.
Und wenn ich fand, was ich suchte, würde ich es nicht in Liedern besingen.
Ich würde es als Waffe führen – gegen jene, die mit Lügen herrschen.
4.
Ich verließ das Fischerdorf bei Morgengrauen, während Nebel noch in den Bäumen hing und die Kälte meine Finger stach, als wolle sie mich zurückhalten. Doch ich wusste: Ich würde nicht zurückkehren. Nicht dorthin, wo Männer trinken, um zu vergessen.
Ich streifte durch Küstenpfade, mied große Straßen, sprach wenig. Ich beobachtete. Horchte. Und in meinem Innersten suchte ich nicht nur nach einem Ziel – ich suchte nach Männern, die wie ich gebrochen worden waren.
Es war in einem verlassenen Langhaus an einem Fjord, wo ich den ersten fand.
Er hieß Stigr, schweigsam wie Fels, mit einem Blick, der sich nicht beeindrucken ließ. Ich sah ihm zu, wie er Holz spaltete, allein, abseits vom Dorf, als wäre das Leben selbst eine Strafe, die er abarbeitete. Ich sprach kaum, als ich ihn ansprach – ich musste nicht. Er sah mich nur an, lange, und nickte.
Wir zogen weiter, zu zweit, ohne Ziel, ohne Versprechen.
In einem kleinen Hafen weiter südlich begegneten wir Vadim. Ein Flüchtling aus dem Osten, einst Söldner, jetzt nur noch Schatten. Er trug eine Kette um den Hals, an der einst ein Talisman hing – nur noch der Abdruck war geblieben. Als ich mit ihm sprach, fragte er nicht, wohin. Nur: „Wird es Blut geben?“ Ich antwortete: „Vielleicht. Aber mehr noch: Fragen.“
Er lachte, rau und leer. Und ging mit uns.
Bjarki trafen wir am Feuer eines niedergebrannten Wehrhofs. Ein Mann mit Händen wie Wurzeln und einer Narbe, die sich von seinem Ohr bis zum Schlüsselbein zog. Er erzählte nichts von sich – nur einmal, als der Wind um unser Lager tobte, murmelte er: „Ich suche einen Ort, den ich nicht kenne – aber wenn ich ihn sehe, werde ich ihn erkennen.“
Wir waren nun vier. Keine Freunde. Keine Brüder. Doch gebunden durch etwas Unsichtbares – eine Leere, die wir füllen wollten.
Den letzten fand ich in einem verlassenen Tempel, halb im Moor versunken. Skarde war dort seit Tagen, vielleicht Wochen. Er hatte die Runen der alten Götter in das Holz geschnitten, bis seine Finger bluteten. Als ich ihn fragte, was er suchte, antwortete er: „Antworten, die man nicht in Hallen findet.“
Ich sagte ihm nicht, dass ich dasselbe wollte. Ich nickte nur. Und er kam mit.
So waren wir fünf. Männer, jeder mit einem eigenen Bruch. Keine Kriegergruppe, keine Bande. Ein Haufen Gestrandeter, gebunden durch das Gefühl, dass es etwas geben musste – jenseits von Ehre, von Gold, von Göttern.
Wir suchten nicht nach einem Schatz. Wir suchten nach Wahrheit.
Nach dem, was hinter den Liedern lag. Hinter den Religionen.
Nach dem Baum, der alles hält. Und nach der Quelle, aus der alles kam.
Und so begannen wir die Reise – nicht aus Ruhmsucht, sondern weil wir nicht anders konnten.
Der Weg lag im Nebel. Aber wir gingen ihn.
5
In den dunklen Wäldern Norðvegrs, wo der Wind Geschichten von alten Zeiten flüsterte, sammelte ich Männer um mich, die ebenso getrieben waren wie ich – nicht von Gier oder Ruhm, sondern von einer unstillbaren Sehnsucht nach Wahrheit. Skarde, der schweigsame Jäger, dessen Augen die Stille des Waldes trugen; Bjarki, der Schmied mit Narben und einer Stimme, die selbst die finstersten Nächte zu erhellen vermochte; Vadim, ein ehemaliger Krieger, der den Kampf satt hatte, doch niemals den Mut; und Stigr, der listige Händler mit mehr Verstand als mancher Fürst.
Wir waren keine Helden, nur Männer mit einem Ziel – die Spuren des Weltenbaums zu finden, den mythischen Ursprung alles Lebens, und die Quelle, von der man sagte, sie könne die Wirklichkeit enthüllen.
Unsere Reise führte uns zuerst in die Siedlungen am Rand des Kvenlandes, einem Land aus endlosen Wäldern und schroffen Bergen. Dort, in kleinen Dörfern zwischen Mooren und Tannen, erzählten die Alten von einem Baum, dessen Wurzeln in den Himmel reichten und dessen Blätter das Schicksal webten. Wir fanden Runensteine, halb von Moos verschlungen, die von einer verborgenen Quelle sprachen, deren Wasser alle Sinne öffnet – ein Wasser, das Wissen bringt und zugleich verbrennt.
Von dort segelten wir den Fluss hinab bis in das Gebiet der Sachsen, wo in den Städten die steinernen Kirchen wuchsen und die alten Götter verdrängt wurden. In den engen Gassen von Breman und Hamaburg begegneten wir Mönchen und Händlern, die von einem geheimnisvollen Buch wussten, das den Weg zum Weltenbaum enthüllen sollte. Doch die Kirchenmänner warnten uns mit kalten Blicken, und der Schatten der Inquisition lag schwer auf den Straßen.
Wir nahmen nur, was wir brauchten, und zogen weiter. Im Herzen des Frankenreiches, wo Königreiche zerbrachen und neue Fürsten ihre Macht suchten, suchten wir in verlassenen Tempeln und Wäldern nach den Zeichen. In den Höfen von Aquisgranum und Durocortorum lauschten wir den Gelehrten, die von einer Quelle sprachen, verborgen unter den Wurzeln eines Baumes, dessen Blätter die Welten zusammenhalten.
Die Jahre zogen vorbei, und mit ihnen unsere Schritte durch die großen Städte Europas: Lutetia mit seinen steilen Straßen und dem Fluss, der wie ein silbernes Band durch das Land floss; Colonia, wo Händler aus aller Welt zusammenkamen; und Carnutum, dessen Kathedrale hoch in den Himmel ragte und deren Fenster die alten Geschichten zeigten.
In jedem Ort fanden wir kleine Hinweise – ein verwittertes Symbol, eine vergessene Legende, eine Karte, die nie ganz vollständig war. Doch der Weltenbaum blieb verborgen, seine Quelle ein Mysterium, das uns immer weiter trieb.
Unsere Reise führte uns schließlich über das Meer nach Britannien, das Land der Nebel und Sagen. In den Hallen von Jórvík, der Stadt meiner Kindheit, spürte ich die Wurzeln meiner Herkunft, doch auch hier war das Wissen von damals kaum mehr als ein Flüstern im Wind. Von dort segelten wir weiter, südwärts, entlang der Küsten von Aquitania und Hispania, wo unter der heißen Sonne fremde Sprachen und fremde Götter regierten.
In Corduba, der stolzen Stadt der Wissenschaft, fanden wir Gelehrte, die von der Quelle des Lebens sprachen, einer Quelle, die in den Tiefen der Erde verborgen liegt und die Kraft hat, alle Welten zu verbinden. Ihre Schriften waren schwer zu lesen, doch zwischen den Zeilen war mehr Wahrheit, als wir je gehört hatten.
Schließlich führte uns der Wind über das Mittelmeer nach Carthago, einst das Herz des Punischen Reiches. Dort, in den Ruinen zwischen Olivenhainen und Palmen, erzählten die Fischer von einem heiligen Baum, der die Grenzen der Welt hielt, und einer Quelle, die nicht versiegte, egal wie viele ihre Hände daraus tranken.
Im Laufe der Jahre wurde unsere Gemeinschaft zur Familie. Jeder von uns trug die Narben der Reise, die Geschichten von Kämpfen und verlorenen Nächten, von Freundschaft und Verrat.
Und nach all den Jahren, als die Sonne tief stand und ich selbst achtunddreißig warWir landeten schließlich an den Ufern des Byzantinischen Reiches – Konstantinopel, die Stadt zwischen zwei Welten, wo Ost und West sich berühren und die Geheimnisse der Alten ebenso dicht lagen wie die Gerüche der Märkte. Die Straßen waren ein wilder Wirbel aus Stimmen, Farben und Gerüchen, Händler riefen laut ihre Waren aus, und die Luft war schwer von exotischen Gewürzen, Meer und altem Stein.
Kaum jedoch hatten wir die Stadt betreten, wurden wir in einen handfesten Konflikt verwickelt. Was als bloßer Streit begann, entglitt schnell der Kontrolle. Argwohn und Misstrauen gegenüber Fremden flammten auf, Schwerter zogen blitzehell durch die Luft, Fäuste schlugen auf Fleisch und Knochen. Mitten im Tumult spürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz in meiner linken Wange – genau dort, wo mich einst die Feuersteinklinge getroffen hatte. Die alte Wunde wurde wieder aufgerissen, das Gewebe entzündete sich und schmerzte heftig.
Der Schmerz lähmte Teile meiner Gesichtsmuskeln, meine Mimik verzerrte sich unfreiwillig, und das Blut rann mir über die Wange. Inmitten des Chaos war ich plötzlich verwundbar, unbeholfen, und das rettete mich und mein Leben. Während meine Gefährten zurückgedrängt wurden, gelang es mir, mich zu lösen und in die Schatten der Stadt zu fliehen – allein, geschwächt und erschöpft.
Ich wurde gefunden und vor den Kaiser gebracht – einen Mann mit durchdringendem Blick und einer Aura, die Macht und Weisheit zugleich ausstrahlte. Der Herrscher musterte mich schweigend, seine Worte waren scharf wie ein Schwert. Doch statt Strafe wog sein Interesse schwerer, und ich blieb unter Beobachtung, meine Wunden wurden versorgt, während ich in den Hallen des Palastes verweilte.
Während dieser Zeit begegnete ich Kragan Korbenson, einem Krieger, dessen Herkunft so rätselhaft war wie seine Absichten. Er wirkte ruhig und entschlossen, und es schien, als trage auch er eine Last, die er mit sich herumtrug. Wir trafen uns kurz am Hafen, wo die Luft schwer vom Salz und von rauem Wind war.
„Du bist nicht hierhergekommen, um zu bleiben“, sagte er mit einem Blick, der mehr verstand, als er sagte.
Ich nickte nur. Worte waren unnötig. Zwischen uns entstand eine stille Übereinkunft, als hätten wir beide dasselbe Ziel, ohne es laut aussprechen zu müssen.
Ohne viel Aufhebens schloss ich mich seiner Gruppe an. Es fühlte sich richtig an – eine seltene Verbindung in einer Zeit, in der Vertrauen rar war. Trotz der Kürze unserer Bekanntschaft verstanden wir uns gut. Kragan war kein Mann der großen Worte, doch seine Entschlossenheit gab mir Halt.
Wir segelten gemeinsam gen Süden. Doch der Himmel zog sich zu, schwarze Wolken zogen auf und der Donner riss das Meer auf. Ein Sturm brach los, wild und unerbittlich.
Die Wellen schlugen gegen das Schiff, und trotz aller Mühe wurde es zerschmettert. Ich kämpfte gegen das Wasser an, spürte, wie mir die Kraft entglitt. Kargan war in meiner Nähe, seine Präsenz ein stummer Beweis dafür, dass wir nicht allein untergingen.
Dann verschluckte das Meer uns beide.
Als ich wieder zu mir kam, war ich in einer neuen Welt – am ende der zeit?, des Lebens? wo waren die Tore Valhals.
Nein ich war nicht Tod ich war in einer neuen Welt und dort war mir Klar das meine suche grade erst begonnen hatte.


