Das Leben des Großen Gelehrten

Einführung
Dieses Dokument ist eine Übersetzung für diejenigen, die Interesse an Riplemús Geschichte haben. Dem Übersetzer zufolge fand er das Buch in der Nähe der Ruinen der untergegangenen Stadt.

In dem folgenden Text geht es um das Leben des sogenannten Großen Gelehrten, den die Znemúkovke als einen der Urahnen verehrten.

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Erste Tage
Wie alle anderen erwachte auch der Große eines Tages in den Bergen. Er wusste nicht wer er war, wo er war, oder was er war. Er wusste wie jeder um ihn herum nur, dass sie gleich waren und zusammen arbeiten mussten.

Ihm war es klarer als allen anderen. Schon in diesen frühen Tagen des Seins wurde allen schnell klar, dass der Große Dinge entdecken würde, die niemand sonst verstehen könnte.

Und so wurde es vorhergesagt, er würde vieles entdecken und erforschen, aber dafür sein Alles aufgeben müssen.

Leben mit den Anderen
Zunächst jedoch verbrachte er die Zeit mit den anderen. Und er würde sich mit Freude an diese Zeit erinnern. Er schloss Freundschaften und erbaute mit den anderen Urahnen Städte in die Berge.

Der Große und die anderen waren stolz auf ihre Werke aus Stein. Doch fühlten sie sich alle zu anderen Dingen bestimmt. Manche liebten Metalle, andere blieben bei Stein und wieder andere fühlten sich nur unter Amethysten & Smaragden wohl.

Und so teilten sie sich in Gruppen auf. Es war ein Volk, das mehrere Pfade ging. Ein großes Reich, mit vielen kleinen Gruppen.

Er selbst jedoch suchte nicht nach der Schönheit der Steine, der Stabilität von Stein, der Härte von Metall oder irgendetwas in der Richtung. Er fühlte sich zu den Dingen hingezogen, die nicht greifbar waren. Er suchte nach Wissen, nach Weisheit, nach Erleuchtung.

Beginn der Forschung
Und so kam es dazu, dass er sich keiner Gruppe anschloss. Der Große ging in Wälder, in die Steppen, in die Berge und in die Täler.

Und als er von seiner Reise heimkehrte, fragten ihn die anderen, wie die Welt sei. Jedoch kannte er die Antwort noch nicht.

Er rief die zu sich, die die Welt kennenlernen wollten, und er sprach zu ihnen: “So lasst uns die Welt ergründen. Lasst uns herausfinden, wie sie funktioniert und was sie antreibt."

Die, die ihm zuhörten, kannten die Prophezeiung und schworen ihm Folge zu leisten und ihm zu helfen. So entstand eine weitere kleine Gruppe, die sich das Ziel setzte, alles zu Wissen und alles zu verstehen.

Zunächst wollten sie wissen, warum die Bäume so groß werden. Der Große schaute sich tagelang Bäume an, aber er erkannte nur, dass viele Tiere in den Bäumen lebten oder von ihnen aßen.

Und schließlich verstand er. Und er sprach zu seinen Schülern: “So seht doch. Die Tiere leben in den Bäumen. Die Bäume sind wie die Berge für sie. Sie suchen Schutz oben in den Bäumen. Und dann sind da andere Tiere, die von den Bäumen essen. Und die Bäume suchen Schutz vor diesen Tieren. Und so wachsen und wachsen und wachsen sie.”

Dann fragten sie sich, warum manche Tiere andere Tiere essen. Und auch diesmal war es der Große, der die Antwort fand. Und so sprach er wieder zu seinen Schülern: “So seht doch. Die Zähne eines Schafes sind flach und stumpf. Es kann kein Fleisch herausreißen. Daher muss es das Gras essen. Und seht doch. Ein Wolf hat Zähne, um Fleisch zu reisen, aber keine, um Gras zu essen.”

Zusammenbruch
Aber es würde auch in diesen Tagen sein in denen sich die Zwerge zerstritten.

Sie hatten Werkzeuge aus Feuer und Metall geschaffen. Und nun waren sie im Streit. Wer hatte mehr Einfluss, wessen Idee es war und demzufolge wer sollte herrschen.

Der Große Gelehrte hatte nicht mitgewirkt und hatte auch kein Interesse an ihrem kleinlichen Streit. Seine Forschung und Ruhe dabei war ihm wichtiger.

Doch nun änderte sich sein Umfeld. Manche Gruppen gingen aus verletztem Stolz und andere aus Trotz. Nur wenige blieben. Er selbst ging mit einer der anderen Gruppen und so zogen sie nach Norden, bis sie das Meer erreichten. Und dann nach Osten.

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Rätsel
Während ihrer Reise kamen sie zu einer Brücke. Sie war gut in Stand und gut gepflegt. Jedoch wussten alle, dass hier keine Brücke sein konnte, da hier niemand lebte.

Und seht da. Ein Troll. Und er erlaubte ihnen nicht die Brücke zu überqueren, solange sie sich nicht als würdig erwiesen und ihn besiegten.

Der Große Gelehrte forderte ihn heraus zum Rätseln. So begann der Troll mit seinem Rätsel: „Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig. Von allen Geschöpfen wechselt es allein mit der Zahl seiner Füße; aber eben wenn es die meisten Füße bewegt, sind Kraft und Schnelligkeit seiner Glieder ihm am geringsten.“

Und der Große Gelehrte erwiderte: “Ein Zwerg. Als Baby am Lebensmorgen auf allen vieren, am Mittag als Erwachsener auf zwei und am Lebensabend auf Drei mit einer Krücke.”

“Und welche Zwillinge sieht man nie zusammen, aber immer direkt nacheinander?”

“Tag und Nacht natürlich.” Erwiderte der Große Gelehrte “Aber vermögt ihr auch meine Rätsel zu lösen? Was ist nicht greifbar, aber immer bei einem?”

Der Troll überlegte lange. Aber er musste aufgeben, nachdem er zwei Tage und zwei Nächte nur dies Tat.

“So sprecht", sagte er, "was ist nicht greifbar, aber immer bei einem?”

“Wissen.”

Ankunft
Schließlich kam die Gruppe an einen Ort, mit dem alle zufrieden waren. Ein großer Hügel mit großen Feldern und bunten Blumen.

Und dort auf dem Hügel errichteten sie ihre Häuser und ihre Stadt und ihre Burg. Und dort unten im Tal hatten sie ihr Vieh und ihre Felder und ihre Besucher.

Der Große Gelehrte und die anderen Urahnen, die noch in der Gruppe waren, die immer mehr aus nicht Urahnen bestand, lebten hoch oben im Bergfried der Burg.

Forschung
Und dort im Bergfried begann er wieder mit seiner Forschung. Und nur seine Schüler lehrte er.

Er musste mehr erfahren. Wie sich die Tiere bewegten, warum Vögel fliegen konnten, warum manche Echsen auf dem Wasser liefen.

Und so beauftragte er seine Schüler, ihm diese Tiere zu bringen. Und so taten sie es auch und sie brachten ihm Vögel, die flogen, Echsen, die auf dem Wasser liefen, und andere Tiere.

Mit seinen Schüler öffnete er die Tiere nach ihrem Ableben. Seine Schüler verstanden nicht, was sie sahen. Doch der Große Gelehrte sprach: “So seht doch. Es ist alles deutlich.”

Er ging raus aus dem Turm mit seinen Schülern. Und als sie draußen waren, lief er über das Wasser des Grabens. Und dann lief er die Luft hinauf, als würde er Treppen steigen.

In der folgenden Zeit lehrte er seine Schüler. Von da an würde er mit ihnen durch die Wolken spazieren oder auf dem See über Philosophie reden.

Philosophie
So fragten sie ihn: "Meister, wie wissen wir, was richtig und was falsch ist?”

Und er sprach: “Es ist falsch, Wissen zu vernichten. Alles Wissen ist gutes Wissen. Zu forschen ist nie falsch, da wir dadurch Wissen erlangen.”

“Aber Meister, die anderen, sie behaupten, dass Töten der Tiere und sie zu öffnen war falsch.”

“Mein Schüler, die anderen verstehen nicht unsere Arbeit. Sag mir, weiss ein Kind warum sein Vater ihm etwas verbietet? Nein, natürlich nicht. Ein Kind kennt die Welt nicht. Es muss erst lernen zu verstehen und zu akzeptieren.”

“Meister”, sagte ein anderer, “Sollen wir also alles tun für die Forschung?”

“Natürlich. Es ist unsere Bestimmung alles herauszufinden. Bedenke jedoch, dass nichts ohne Preis kommt. Jedes Aktion hat eine Reaktion.”

“Und wie wissen wir, ob etwas richtig oder falsch ist, wenn es nichts mit Forschung zu tun hat?”

“In dem Fall verhaltet ihr euch den anderen so, wie ihr wollt, wie sie euch behandeln. Nur Gewalt müsst ihr ablehnen, solange sie nicht der Forschung dient.”

Magie
In diesen Tagen wo sie auf dem See waren begann er auch mit Magie zu experimentieren. Er stellte schnell fest, dass Runen macht haben und man sie für Magie nutzen kann.

Jedoch stellte er auch schnell fest, dass Magie nicht so sehr sein interesse weckte wie andere Dinge. Einige seiner Schüler wurden jedoch große Magier.

Und es würden diese Schüler sein, die die Runenmagie begründeten und später Magie klassifizieren würden wie man sie heute kennt.

Alles für Forschung
Viel Zeit verbrachte er mit der Forschung. Er wurde dieser Arbeit nie müde. Seine Schüler kamen und gingen jedoch. Sie fingen andere Dinge an und kamen erst später zurück zu ihrer eigentlichen Aufgabe.

Sie sagten immer, es wäre viel zu tun und sie hätten nicht genug Zeit.

Eines Tages fragte einer von ihnen: “Meister, wie können wir unsterblich werden? Wir haben so viel zu tun und so wenig Zeit. Wir wünschen, dass wir immer Zeit haben und es immer morgen gibt.”

Der Große Gelehrte sprach zu ihm: “Jede Forschung hat ihren Preis. Und so müssen wir erst herausfinden, warum wir sterben, damit wir herausfinden können, wie wir nicht sterben.”

Und so brachte der Schüler sich selbst als Opfer hervor und der Große Gelehrte & die Anderen gaben ihm ein schnelles Ende, bevor sie ihn öffneten.

“Meister, wir verstehen es nicht. Zeigt uns, was ihr gelernt habt”, sagten danach.”

“Mein Schüler, es gibt nichts hier was ich verstehe. Vielleicht kann man den Tod nicht verstehen. Vielleicht kann man das Leben nicht verstehen.”

“So hört, meine Schüler, der, der es vermag das Leben zu verstehen, wird ein großer Mann sein. Und ihr werdet ihn einen Gott nennen. Der der Leben und Tod versteht wird es geben und nehmen können und so lange leben wie er es wünscht. Aber ich bin kein so ein Mann.”

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Gericht
Als die anderen Urahnen von ihrem tuen erfuhren waren sie blind mit Wut. Sie sahen es nicht als Versuch, Wissen zu erlangen, sondern als ein Verbrechen.

Und sie fingen ihn ein und warfen ihn vor sich zu Boden: “Ihr habt Verbrechen gegen die Stadt und gegen alle Zwerge begangen. Hierbei werdet ihr nun gerichtet und bestraft.”

“Jeder der mit euch Streit hat mag nun hervor kommen. Und danach werden wir über euer Schicksal entscheiden.”

Anschuldigungen
Und viele kamen hervor. Mit vielen Anschuldigungen.

“Er hat meine Katze getötet.” “Er verfluchte meine Kinder.” “Er hat die Toten beschworen.” “Er verbreitet Unheil." “Er verdirbt die Natur.”

Die Richter fragten nicht nach Beweisen. Sie nahmen alles als Wahr an. Und so kam es, dass mehr als 100 Leute klagten. Und alle wurden als wahr angenommen.

Der Große Gelehrte versuchte sich zu wehren und seine Seite klarzumachen. Jedoch wurde ihm das Reden verboten.

Stattdessen sprachen sie zu ihm: “Wir werden jetzt über euch richten und das Urteil in fünf Tagen verkünden.”

Warten
Und sie ließen ihn in einer Zelle warten. Für fünf Tage und für fünf Nächte musste er dort sein.

Sie sagten, er solle dort über seine Taten denken und wenn er seine Fehler eingesteht, würde die Strafe milde sein.

Doch er sagte zu sich: “Die Forschung ist das Wichtigste. Und wenn dies der Preis ist, so sei es.”

Und in der Zeit in der er warten musste, studierte er die Magie am Tag und die Sterne in der Nacht. Niemals würde er nicht forschen und entdecken.

Urteil
Am fünften Tag holten sie ihn hervor. Und wieder warfen sie ihn vor die anderen, die auf hohen Stühlen saßen.

“Habt ihr über eure Taten nachgedacht?”, fragten sie ihn, “seht ihr ein das eure Forschung gefährlich ist und ihr aufhören müsst.”

“Niemals. Es ist die Forschung, für die ich lebe. Ich tat nichts falsches, unser Wissen zu erweitern. Und ich werde dies tun bis ich sterbe.”

Die anderen Urahnen erhoben sich: “Von nun an seid ihr verbannt. Ihr dürft niemals wiederkehren. Ihr dürft niemals zu einem der unseren sprachen. Ihr dürft in keinem unserer Ländereien seien. Und wenn ihr diese Regeln brecht, so soll euer Kopf sich von eurem Halse trennen.”

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Neuanfang
Und danach ging er mit seinen Schülern wieder in die Welt. Sie bauten eine neue Stadt. Und das Herz der Stadt war die Bibliothek und die Schule der Bibliothek.

Die Stadt wurde bekannt für ihre Schule. Viele Leute aus allen Orten kamen um zu lernen.

Untergang
Und wieder wurden die anderen Urahnen neidisch auf ihn. Und sie kamen mit einer Armee und schlachtete seine Leute ab.

Sie brachten ihn vor sich und richteten ihn erneut. Sie fielen das Urteil und sein Kopf fiel.

Die wenigen Überlebenden beerdigten ihn und schrieben seine Geschichte auf.

OOC

Das hier ist so der Text der in Riplemú oft gelesen wurden. Es stellt halt die Geschichte ihres wichtigsten Urahnen da, auch wenn ihr volk in keiner direkten Weise von ihnen Abstammt.

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