Das Weingut am Drachenfels

Die Chroniken des Hauses Drachenfels

Einst war das Weinlehen am Drachenfels der Sitz eines alten Adelshauses, dessen Wappen eine geschwungene Rebe zeigte, umrankt von einem Drachen, der schützend seine Schwingen darüber hielt.

Man sagt, der erste Lehnsherr habe die kargen Hänge selbst urbar gemacht, als Xantia noch jung war.
Wo andere nur braches Land sahen, erkannte er, was er mit Sonne, Wärme und der verborgenen Kraft des Boden bewirken konnte.
So pflanzte er die ersten Reben und mit ihnen begann eine Ära des Wohlstands.

Über Generationen hinweg galt der Wein vom Drachenfels als der edelste Tropfen in ganz Eldoria.
Kein Fürstenmahl & kein hoher Feiertag kam ohne eines der Fässer aus diesem Lehen aus.

Die Keller des Weinlehens Drachenfels waren reichlich gefüllt. Die Fässer waren kunstvoll gefertigt und die Winzer kundig im Schnitt und vor allem geduldig in der Traubenlese.

Der Wein war kräftig, dunkel und von einem warmen roten Glanz.
Jahrzehntelang war dieses Gut angesehen und erhaben.

Doch das Schicksal meinte es anders:
Ein Mord, dessen man noch immer im Verborgenen munkelt, erschütterte Haus und Adelshof.
Die genauen Umstände sind zwar vielen bekannt, doch niemand spricht im Öffentlichen laut darüber.

Was jedoch traurige Gewissheit hat:
Mit jenem Blutvergießen in dieser Nacht begann auch der Niedergang des Weinguts.
Das Misstrauen fraß sich durch dessen Mauern. Vom Ruf, nun geschädigt und ruiniert, blieben die Aufträge aus. Die Keller blieben voll und es fanden sich keine Abnehmer mehr für den Drachenfelswein.
Die Familie zerbrach daran und die Knechte und Mägde, welche nun nicht mehr in Lohn standen, gingen fort…
Mit jedem Jahr welches verging, verwilderten die Hänge mehr und so steht das Weinlehen bis heute verlassen.
Die Reben wuchern ungezügelt und tragen nur noch kleine, verkümmerte Früchte.

Doch wer mit fachkundigem Blick über die Terrassen des Weinguts schaut, erkennt es noch immer:
Der Boden ist reich an Nährstoffen, die alten Weinstöcke leben und das Weingut selbst wartet nur darauf wieder in Glanze zu erstrahlen.

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