Eine der einzigartigen Fähigkeiten der Elfen ist der Zugang zur „Traumwelt“. Es ist ein fantastischer und übernatürlicher Ort oder eine geistige Parallelwelt, in die Elfen ihren Geist mit einem Ritual zurückziehen können. Dort sind vielerlei Dinge möglich, die auf der eigenen Vorstellungskraft gründen, doch auch Expeditionen in ihre wilden, gefährlichen Tiefen für jene, die sich neues Wissen erhoffen.
In der Religion der Anhänger des Drachen Honos spielte sie eine gewaltige Rolle in der Auslebung. Doch mit der Abspaltung anderer und neuer Kulturen geriet sie mal mehr und mal weniger in Vergessenheit. Für einige Kulturen und Religionen ist die Traumwelt weiterhin ein wichtiger Aspekt in der Praxis. Andere jedoch vergaßen sie beinahe, so dass außerhalb der wenigen praktizierenden Kulturen die Kenntnisse zum Eintritt nur noch selten vertreten sind.
Zugang zur Traumwelt
Der Zugang zur Traumwelt ist nur Elfen möglich. Der Funken an Erbmachtsmagie, der in jedem Zauber, den ein Elf wirkt, präsent ist, ist wie der magische Schlüssel, der das Tor zur Traumwelt öffnen kann. Es braucht jedoch zusätzlich weitere Arten der Magie, um das Ritual zu vollziehen. Dies können alle Magieklassen sein, so z.B. Naturmagie, Lichtmagie oder Finstere Zauberei, aus denen man die nötige magische Kraft schöpft.
Häufig wird das Ritual von Gaben oder äußeren Gegebenheiten beeinflusst und unterstützt. Manche bringen Opfergaben an ihre Götter, um von ihnen die Zauberkraft zu beziehen, andere nutzen geräucherte Kräuter und ätherische Öle, wieder andere bringen magische Gegenstände oder wirken das Ritual mit den Gestirnen, Naturgeistern oder Elementen.
Die Arten und Variationen des Rituals sind über die Jahrtausende vielfältig geworden. Doch der eine Schlüssel bleibt: Die Erbmächte, die als Funke in jedem elfischen Zauber liegen.
Es ist möglich, gemeinsam in die Traumwelt einzutauchen. Das Ritual wird in diesem Fall zu mehreren vollzogen, doch ein Elf dominiert das Ritual und die Traumweltreise - so auch, welche der zwei Ebenen erreicht wird und wie diese aussieht.
Die Ebenen der Traumwelt
Die Traumwelt scheint in zwei „Ebenen“ oder Dimensionen aufgebaut zu sein, die Elfen gezielt ansteuern können, wenn sie sie betreten.
Die erste Ebene wird gerne als fantastische Ebene oder Traum-Ebene bezeichnet. Sie gründet rein auf der Vorstellungskraft des Elfen, der sie betritt bzw. das Ritual anführt. In diesem vollkommen eigenen Raum können Elfen vielerlei Dinge erleben, die auf ihrer Fantasie bauen.
Manche schaffen sich abgelegene Zufluchtsorte von der Welt, wo sie in Stille meditieren oder sich ausruhen. Andere treffen sich mit den Abbildern ihrer Verstorbenen wieder, die alleine auf ihren Erinnerungen gründen. Manch andere schaffen sich sogar Fantasie-Abenteuer oder -Geschichten, die sie durchleben. Die Möglichkeiten sind nur begrenzt von der eigenen Vorstellungskraft.
Da aber alles auf der Vorstellungskraft und somit dem Erinnerungsvermögen gründet, ist die fantastische Ebene rein ein Spiegel dessen, was man kennt und weiß. Versuche, Einzelheiten von Geschehnissen, die man vergessen hat, wiederzuerlangen, sind stets vergeblich.
Die zweite, tiefer gelegene Ebene der Traumwelt wird die Wilde Ebene genannt, besitzt aber auch andere Namen. Anders als die erste ist sie wild, gefährlich und unberechenbar. Sie ist in einem ständigen Zustand des verrückten und willkürlichen Dauerwandels, des absoluten Chaos. Vollkommen abstruse und den Naturgesetzen enthobene Dinge prägen das Unbeschreibliche, was Elfen hier erleben. Man beschreibt es wie die stürmischen Fantasie eines Verwirrten.
Die Landschaft und Naturgesetze wechseln nahezu minütlich: auf Graslandschaften folgen stürmische Meere, auf leere Straßen tiefe Wälder, während vom Himmel umgedrehte Berge oder mal mehrere Sonnen ragen, der Himmel grün leuchtet oder man über sich eine ganz andere Landschaft wahrnimmt.
Dieser verrückte Ort scheint wie eine stürmische Laune der Magien oder irgendetwas Anderem zu sein, das sich in reinem Chaos entlädt. Und dennoch ist es der Ort, wo Geschehnisse der Vergangenheit manchmal steckenbleiben. So streunen die Erinnerungen ausgestorbener Tierwesen in kleinen Sphären der Friedlichkeit herum oder die Visionen der Geschichten lange vergangener Tage, Personen und Reiche.
Nur die geschulten Geister, die sich mit der Traumwelt auskennen und ihr genug vertraut sind, wagen sich in die Wilde Ebene, meistens aus genau dem Grund der Forschung. Sie suchen nach Wissen und alten Geschichten, die zwischen den wechselnden Gezeiten zu finden sind. Doch genauso fordert es den Verstand, sich dort aufzuhalten.
Wer sich nicht durch Übung oder dergleichen genug gewappnet hat, dessen Geist kann so erschüttert werden, dass ihn selbst für Tage danach noch geistige Ausnahmezustände der Ausgebranntheit, Orientierungslosigkeit oder Apathie prägen.
Auswirkungen auf die Elfen
Während Elfen in der Traumwelt sind, verweilen ihre fleischlichen Körper in der irdischen Welt. Ihr Zustand derweil gleicht einem Schlaf oder einer Meditation, liegend oder sitzend, je nachdem, wie sie in die Traumwelt eingedrungen sind. Die Muskeln sind entspannt, und die Augen verhalten sich wie beim Schlaf.
Werden sie jedoch gewaltsam aus der Traumwelt herausgerissen, fühlen sie sich wie nach einem schweren mentalen Hammerschlag. Der erschütterte Geist, der sich von der harschen Trennung erholen muss, wird von akuten Schmerzen, Kopfschmerz, Schwindel, Orientierungsproblemen und sogar kurzzeitigen Erinnerungsverlusten geplagt werden, die bis zu einem Tag anhalten.
Einige wenige Elfen ereilen auch negative Langzeitfolgen, wenn sie zu oft in die Traumwelt abtauchen oder auf der Wilden Ebene zu häufig, zu ungeschützt wandeln. Es ist vielfältig, was Elfen an Folgen ereilen kann.
OOC-Anmerkungen
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In der Traumwelt sind nur Visionen/Erinnerungen von Lore-Pieces zu finden: Zum Beispiel das ausgestorbene Tier X oder das alte, untergegangene Reich Y. Jedoch können keine Informationen zum aktuellen RP oder dessen Geschehnissen erlangt werden. Dies gälte als MetaRP.
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Die Auswirkungen beim gewaltsamen Wecken aus der Traumwelt entscheidet nur der Spieler selbst, der aus dieser herausgerissen wurde. Zwang von außen, welche Folgen dies hat, gilt als PowerRP.
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Die allgemeinen Negativ-Langzeitfolgen dürfen frei gewählt werden, solange sie im Rahmen des Regelwerks sind: Also keine psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, multiple Persönlichkeitsstörung, usw.
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Kulturersteller legen selbst fest, ob die Traumwelt in ihrer Kultur bekannt/genutzt ist oder nicht. Bei Kulturen, die sie nicht kennen, entscheidet der Spieler selbst, ob der Charakter das (in dem Fall seltenere) Wissen um den Zugang zur Traumwelt besitzt.