๋࣭ ⭑⚝ Farrago– Spielerei, Versuchung, Zuflucht. ✧˖°

Farrago (n.) (/fəˈrɑː.ɡəʊ/)

Erwache, Streuner. Niemandem gehörig.

Kalt, kalt und das wilde Meer [ ... ]

Namensbedeutung

Eine verwirrende, doch betörende Mischung. Ein Assortiment an verbotenen, weggeworfenem; zurückgelassen. Wer den salzigen Geruch des Meeres, der Wildblumen- und Früchten am Waldesrand und der körnigen Sensation zwischen den Zehen am Strand vernimmt, der verliert sich. Bleibt dort, auch wenn der Pfad sie hätte fortführen sollen. Führen alle Wege nach Farrago, für die, die ihre Augen offen halten.

Man betritt als maßgeblich des eigenen Seins, doch verliert sich und lässt sich zurück, um Teil der Insel zu werden.

So viele Gedanken, Augenpaare, deutende, klagende Finger, die an- und aufeinander gerichtet werden. Herbe, sanfte, strenge Sinneseindrücke, die Nasen anheben und rümpfen lassen. Locken, Wellen; aalglatt, eine in der Sonne schimmernde Glatze. Rauchig, fremd, gesprochen, doch Akzent und schwer in dem lauschenden Ohr des Anderen. Reden, oder doch aneinander vorbei? Worte, die über wahllose Lippen schwimmen, springen, rennen, gar durch die wilden Wellen preschen. So viele, so wenige, so… so wirr; verwirrend.

Farrago. Ein Ende für das Unendliche.

Purpur

Stadtgeschichte

Sie entstand mit einem einfachen Zelt, weiße Leinen, das vom Schiff über das tropische Holzgerüst gespannt wurde, war neben dem Schiff, das in die Bucht eingekehrte, die provisorische Heimat Blake Ashborns und seine Crew.

Eine gemütliche Besatzung, prall gefüllt mit strahlenden Persönlichkeiten, deren Talente zum Schiff ihre Anwesenheit untermalten und rechtfertigten.

Keiner, der Fuß auf Ashborns Schiff setzt, schien es jemals zu verlassen, sich nach anderen Berufen, Ambitionen und Zielen Ausschau zu halten. Nur im Nest weit oben, so wurde das Fernglas erneut heraus gerichtet, die gierigen Äuglein auf ihr nächstes Opfer gerichtet.

Waren sie gut in dem, was sie taten. Ashborn brauchte sie, und sie brauchten Ashborn, hörten auf seine Worte. Selbst sein Summen oder ein differenzierter Atemzug über die Lunge durch die Nase war für seine Leute ein Buch gleich der Länge eines Romans, die sie akribisch versuchten umzusetzen. Den Gedanken mit Tinte und Pergament (oder mit Säbel und Knebel) für ihn, doch umso mehr für ihre eigenen Bedürfnisse, umzusetzen.

Sie waren allesamt Seefahrer, Abenteurer, durchzogen von der Härte der Meeresfrische und einer feinen Prise an Wahnsinn. Auf festem Grund, da schien sie niemand zu vermissen, aber auf der hohen See, dort fanden sie Komfort in der Unberechenbarkeit.

Umso überraschter glitt das Gemurmel durch die Kajüten, als Blake nach längerer Zeit durch den tropisch-feuchten Nebel auf See den Kurs änderte. An nichts schien es ihnen zu mangeln, die Bäuche rund, der trockene Rachen durch Rum und Tee balsamiert, beschäftigten sie sich gleich einer geölten Uhr dem tagtäglichen Rhythmus eines gut funktionierenden Schiffs und seiner Crew.

„Kurs Südwesten setzen. Ich habe es satt den Schweiß im Nacken sitzen zu haben“, entwich es ihm in seiner glasklaren Kälte über das Deck, die gut gelaunte Spielerei, die zwischen Segel flicken, Kartoffeln schälen und mehr schlecht als recht Instrumente spielen herrscht, für einen Moment einbricht. Keiner stellte Fragen, lag Ashborn selten falsch in seiner Annahme, und in seiner Fälsche wurden neue Türen aufgebrochen, neue Möglichkeiten an sich gerissen. Ein Gewinn an ganzer Front, wie die Crew es bezeichnen würde.

„Und was ist da?“, krächzte eine Stimme, bedacht, über die tosenden Wellen, die gegen den Bug preschen, anzusprechen.

Eine zerzauste angehobene Braue, gepaart mit einem zufriedenen Lächeln war die Antwort. Die dunklen Augen glänzten zufrieden, mutmaßte jeder, der den Ausdruck auf Blakes Gesicht vernahm, dass er einem Tipp auf der Spur war.

Ashborn glich einer Enigma. Groß, schlank, und zur Überraschung seiner Leute saß seine Kleidung pass-genau wie die Haut einer Schlange. Ein oft ruhiger Gesichtsausdruck, der sein passables Gesicht umrahmt. Nicht das Abbild einer traditionellen Schönheit, doch die gebrochene Nase, die markant zusammengewachsen ist, gepaart mit einer irrsinnigen Stärke, die man ihm nicht zutraut, gefolgt mit einem Sinn für Humor und Treue ließ Leute einen zweiten Blick zu ihm gleiten lassen. Neugierde, Lust aber auch ein magischer Dritter Ausdruck lag in den unzähligen Gesichtern der Häfen, die sie aufsuchten– ihre Intentionen oft spontan, was sie mit ihnen anstellen würden.

Jahre glitten an ihnen vorbei, niemand zählte genau, wie lange sie einander kannten. War im Schlaf niemanden ermordet worden, ihre Bäuche waren beinahe am Platzen, die Tasche voll mit klimpernden Münzen und hübschen Steinchen gefüllt gewesen, war das alles, was sie brauchten.

Es wäre jedoch eine Lüge, wenn nicht das ein oder andere Mitglied seiner Crew einen verstohlenen Blick gen Kapitän warf, ihn wirklich versuchte, zu verstehen. Lesen Sie ihm seine Bitten von den Augen ab, doch nicht, wer er war. Was ihn ausmacht, wem sie überhaupt trauten. Betrug er sie nie, aber Stand es ihm auch nicht im Sinn, Vertrauen zwischen ihm und ihnen aufzubauen. Ein Schmaler Grat von Nutzen und Abhängigkeit, wie auch Einsamkeit band sie alle zusammen.

Segelten sie so schnurstracks in unbekannte Gewässer, der Nebel, der sie verschlingen tat. Hustete der ein oder andere, die Schwere der Luft, wo davor frische Salzwinde sie umgab, nur schwer zu unterdrücken.

Die Krähe, im Nest über ihnen, wedelt mit den dürren Armen. „Wall und Wall und Wall an Felsen wenige Meilen vor uns!“, zwitscherte es Ashborn und den Anderen entgegen. Die Brauen zusammengezogen, wandte Ashborn sein Gesicht der Krähe entgegen, und ein wortloser Dialog fand zwischen ihnen statt, zwischen Hände-fuchteln, grunzen, ächzen und Nicken wies der Kapitän seine Leute an, die Segel den Strömen und Winden anzupassen.

„Da ist es“, begann die kalte Stimme erneut, untermalt mit dem Knirschen des Rumpfs unter ungewohnten Temperaturen und Gewässern seine Worte. „Unsere beste Beute.“

Ihr Blick glitt verwirrt durch den Trubel der Taverne. Unzählige Grüppchen hatten sich dort versammelt, um ungalant die Sau raus-zulassen. War sie nicht von feinem Hause, doch auch sie hatte eine Messlatte an Dingen, die sie tolerieren konnte. Den sauren Geruch von Erbrochenem, gepaart mit der malzigen Tiefe eines Schwarzbieres und einem fettigen Eintopf gehörte nicht dazu.

Schüttelte sie sich wenige Male, schien es niemanden zu interessieren, was sie tat. Ging sie unter, auch das Zittern, was ihre Hände aufsucht, die Unruhe, was durch ihre blassen Finger glitt, das Rascheln von Papier, das wie fehl am Platz in ihrer Seitentasche ein Loch hinein brennt.

Klacken ihre Stiefel auf dem hölzernen Grund, dimmt das Gejaule der Besucher ihre stetige Bewegung zwischen den Tischen. Fand sie nirgendwo Anschluss, verstand sie, was vor sich ging. Freunde, Familie, Verbündete. Die Tischpartner, sie waren sich nicht fremd, lag … Historie zwischen ihnen. Sanfte Berührungen, selbst geschubst Schulter an Schulter, die für den Außenstehenden wohl aus als Zeichen von Aggression verstanden werden könnte, verstand sie, welch Nähe und Verständnis zueinander existieren muss, um es vor all diesen Augen zu präsentieren. Brennende Glut an Neid glitt durch ihre Kehle, und sie schluckt den bitteren Frosch hinab, bis er in ihrer elenden Magensäure ersticken sollte.

Aus Klacken wurde Stampfen, ihre Blicke hitzig über die Tische gerichtet. Es wird sich doch ein verdammter Narr finden, der nicht aus dem Glas plaudert, wie der Lautstärke hier zu mutmaßen nach ist, glitt ihr durch den Kopf, als sie die nächste Etage aufsucht. Nicht weniger Leer, blickt ihr dasselbe Spektakel entgegen, was ihr in ihre Retina eingebrannt ist. Die stolz angehobenen Schultern erschlafften, das Kinn gesenkt, nur sachte blickt sie unter ihren Wimpern hervor, wollte eine Kehrtwende und hinaus aus diesem stickigen Albtraum entfliehen, als ihr Absatz in etwas Weichem, langen verwickelt und sie beinahe den Geschmack des abgetreten, merkbar klebrigen Boden kosten durfte.

Unter dem keuchenden Atemzug fluchend, ergriffen ihre Finger die grobe Tischplatte, unter dem sich der Stoff entlang zog. Ihr Blick wanderte hinauf, bis es in das gut vermummte blasse Gesicht blickt, was sich kein Stück um sie zu scheren scheint. In ihrer eigenen Welt versunken standen sechs gut gefüllte Krüge vor dem dürren Wesen, der Geruch von Alkohol ließ dem Stolperhasen Tränen in die Augen schießen, während das unbekümmerte Ding am Tisch routiniert einen Krug an sich heranzog, einen tiefen Atemzug einnahm, nur um ihn von sich zu schieben, den nächsten heranzuziehen.

„Was zum…“, entwich es ihr, ein ungläubiges Lachen untermalt ihre Worte. „Du da, kannst du Sachen für dich behalten?“, fragte sie die Schnüfflerin, die sie immer noch nicht beachtete.

„Hmmmmmm“, kam es nur unter ihrem puffigen Mantel hervor, der ihren Mund verdeckt. Rau klang die Stimme, als hätte man ihr seit Wochen nichts zu trinken angeboten, nur dass sie wohl den nötigen Goldklumpen für sechs Krüge hatte. Sechs Krüge für einen dürren Wicht, schmunzelt sie in Gedanken, als sie auf die leeren Bänke an dem Tisch des besagten Wichts blickt. Sie erinnerte sich nicht mehr, was über sie kam, der beinahe Fall, der sie Boden essen ließ, die Absurdität der Situation, der routinierte Schnüffler vor ihr, die im Wintermantel in der überhitzten Taverne saß, ließ sie jegliche Angst vergessen und Wahn mit Übermut machte sich in ihr breit. Ein sicherer Griff um den Wintermantel-Arm, und sie zog das kleine Ding aus der Bank hervor, was sich ohne Probleme mit zerren ließ.

„Meine Krüge …“, murrte sie monoton, der Ton schlurfte durch den Raum, die Treppen hinab, hinaus in die frische Luft der Hauptstadt. Das eingemummte Wesen war zwar deutlich kleiner als die Spanierin, doch hielt ohne Probleme mit dem Tempo mit, den Ärmel weiterhin in den Fingern verworren, winkt sie die erstbeste Kutsche heran und auf Kommando sprangen beide hinein, machten es sich bequem.

Stille herrschte, das gleichmäßige Hufe scharren und Schnauben der Pferde untermalt die Reise, während sie hinausblicken, die Landschaft betrachten. Der Hafen war das Ziel, hatte sie, als sie vor Stunden vom Schiff auf den Steg stolperte, Gesicht blass wie Quarz, gar nicht wahrgenommen, welch Trubel hier herrscht. Wesen verschiedenster Genesung wanderten umher, schwer bepackt oder mit Packtier, einige mit gebundenen Büchern, andere jonglierten mit ihrer fruchtigen Ware, um Bewohner und Gast zugleich anzulocken. Konnte sie nicht anders, ein schneller Schritt, das dürre Wesen stets hinter ihr her trottend wie ein Maultier, lässt sie einen Apfel mitgehen.

Mit der roten Sünde in der einen Hand bildet sie die Spitze, als sie den endlos erscheinenden Steg entlang läuft, ihre Augen suchend. Große, imposante Schiffe, schienen sie bei den großen Städten der Welt anzulegen. Falsche Häfen, war alles, was ihr durch den Kopf ging, nur ein Steg, der wohl etwas marode ist. Besser als Nichts.

„Hinfahrt ohne Rückfahrt! Ich wiederhole, Hinfahrt, wohin euer Herz gebührt, doch blickt nie wieder zurück!“, machte eine brummende Stimme bekannt. Der unauffällige Nordmann, nur durch seinen Ausruf, den er stetig wiederholt, doch niemanden direkt anblickt, lässt Blicke auf ihm und seinem Schiff ruhen, bevor Leute einen großen Bogen um ihn tänzelnden. Neben der fragwürdig stillen Schnüfflerin, ihrem eigenen nervösen Bündel an Existenz erschien die Fahrkarte ohne Rückfahrt wie geschenkt. Ohne lange zu Überlegen nahm sie das Tempo erneut auf und mit einem getakteten Ziehen des Ärmels sprangen sie über die niedrige Reling, bis sie halbwegs sicher auf dem hölzernen Deck standen. Wohl eher sie stehend, ihr Anhängsel ging in die Knie, als ihre schweren Stiefel die Reling trafen und sie sich auf dem Boden wiederfand. Statt erneut aufzustehen, nutzte sie die Möglichkeit, um es sich auf dem Boden bequem zu machen.

„Ihr habt also Pläne?“, unterbrach die Stimme des Mannes ihre Beobachtungen, wie die Schnüfflerin zu Boden ging und nickte ihm zu, beobachtet, wie er weitaus geübter sein Schiff betritt. „Womöglich“, erklärte sie ihm, mit ihren Stiefel pikiert den Mantel in sichere Distanz von sich fort tretend.

„Hier“, entwich es ihren Lippen, als er langsam lossegelte, nun den Mut, als sie den salzigen Wind in ihrer Lunge spürt, und entfaltet das zerknitterte Blatt. Es folgten konzentrierte Blicke, Runzeln der Stirn und empörtes Gekeuche. „All meine Jahre auf dieser See … keine Insel wurde je dort verzeichnet.“, seine Stimme absolut, konnte man ihm ansehen, dass er mit dem Gedanken zu spielen schien, die nächstbeste Küste nahe der angeblichen Insel aufzusuchen. Doch sie kam ihm zuvor, ihr fester Griff inzwischen seinen groben Händen am Steuerrad. „Haltet. Euren. Kurs“, zischte sie mit einem falschen Lächeln über halb zusammengepresste Lippen. Die Luft um sie herum sichtlich angespannt, konnte man die Schweißtropfen auf der Stirn des Nordmannes zu Boden prallen hören, selbst die lasch herumliegende Person auf dem Deck drehte sich zu den Beiden, statt träge umher zu vegetieren. Blasse Augen starrten den Beiden unbeeindruckt entgegen, brach das Machtspiel zwischen Beiden. Sturheit traf auf Wahnsinn, gebrochen von Schamlosigkeit, und der Nordmann seufzte letztlich nur Seelentief.

„Geht doch“, sprach sie selbstgefällig. „Gen Südwesten“, wies sie ihm an, den Blick nun hinaus auf das sich endlos anfühlende Meer gerichtet. „Ihr werdet schon sehen.“

Sichtlich baff wandert er den morschen Steg auf und ab. „Wie… Wie… Wie…wie…“, wiederholte er schon seit Minuten, der Ton immer mehr zweifelnder als zuvor, ein zerrissener Rest an Leinenhemd über die verschwitzte Stirn forsch reibend.

Die anderen Beiden betrachteten ihn unbeeindruckt, der kleine Bündel die Arme verschränkt, während die Spanierin selbstzufrieden auf den Zehen wippt. „Sage ich doch.“, sing-sang sie ihm entgegen. „Ich wachte hier auf …-“, begann sie ihre Erzählung, doch etwas in ihr hielt inne. Die Zähne in ihrer Unterlippe versenkt, sank sie auf ihre Fersen, ihre Atmung deutlich schneller und flach.

Erinnerungen schwappten hoch, das Wasser, welches sie sich aus der Lunge würgt, den Sand in ihren Augen und Nase, diese … Insel… Die … Schriften…

Ein bassig-monotones „Ha?“ ließ sie aus ihrer Starre aufwachen. Mittlerweile die Kapuze abgezogen, blickt ihr ein blasses Gesicht fragend entgegen, die puder-rosa Lippen zu einer Schnute gezogen. „Mach was mit ihm. Er verliert sich“, sprach sie zum ersten Mal in ganzen Sätzen, doch bevor die Spanierin überlegen konnte, welchen Akzent der Winzling innehat, folgen ihre Augen dem Steg zurück.

„Dies“, fuchtelte er mit seinen Händen um sich umher, „-Weltenbewegend! Weltenbewegend, wenn ich es euch doch sage! Das verändert alles, die Karten, Geschichten, ganze Historien müssen gefälscht sein…“, faselt er vor sich hin, laut genug, dass die beiden ihn hören könnten, doch schnell genug und zu viel, dass er beiden auf die Nerven ging. Dauerte es nur wenige Sekunden und einen unaufmerksamen Schiffsbauer, und schon schubste sie ihn wohlwollend vom Steg, hinab ins kristallklare Wasser. „Ihr saht so aus, als könntet ihr eine frische Abkühlung gut vertragen.”, meinte sie nur schmunzelnd, während ein nun stumm schniefender Nordmann deutlich gelassener neben dem Steg umhertreibt, ein wenig mit den Händen platscht. Langsam gesellte sich auf das dritte Wesen, den Mantel schützend enger an sich gepresst, in ihren Augen nur eine Warnung, dass man sie nicht ins Wasser werfen solle, das von beiden mit einem sachten Nicken akzeptiert wurde. Stille machte sich zwischen ihnen breit, umgeben von sachten Grillen-zirpen und spät-abendlicher Schwüle, gepaart mit den ersten kälteren Windzügen.

„Wir sollten Zelte aufschlagen …“, kam es nach einer gefühlten Ewigkeit aus dem Wasser, die Beiden summten nur zustimmend, uns seiner Instruktion nach fischten sie aus dem Schiff des Nordmannes Holz und Leinenstoff hervor, sollte dies für den Anfang reichen.

„Aber ihr wisst, dass dies“, setzt er erneut an, als sie eine kleine Ration über dem Feuer warm machten. Natürlich wurde er unterbrochen, eine leicht gelangweilte, sichtlich amüsierte Stimme erhob sich aus dem Mantel. „-dies alles, wirklich alles verändert?“, schien sie ihn so gut es ging zu imitieren, während sie den gestohlenen Apfel an ihrer Kleidung sauber poliert. „Ja, wir haben es gerade mal so ganz knapp verstanden. Und nun… Iss.“, forderte sie ihn auf. Ihre Finger sicher am Apfel platziert, spaltet sie ihn wenige Male, sodass drei gleich große Stücke ihn ihren Händen liegen und hält sie in sicherer Distanz zum Feuer den Beiden entgegen.


Vergessen war die Zeit, erkundete man stattdessen die Insel, lernte sich Kennen, das von allen dreien geflissentlich vor sich her geschoben wurde. Geschwiegenes wurde gesagt, Gesagtes wurde verschwiegen.

Geständnisse, Zankereien, haare zerrende Diskussionen, verspielte Jagerei und Gebrülle enthüllten schließlich den Namen Farrago.

Der Name war nur der Beginn.

Haze 1

Stadtwappen und Bedeutung

Farrago

Ausgelegt auf rechteckigem Grund, blickt einem die Hommage der Crew Blake Ashborns’ entgegen. In ascheschwarzen Wellen eingerahmt, bildet das Fundament einen Purpur -türkisen Verlauf, der Vertikal in genannter Abfolge verläuft. Oberhalb liegt ein in schwärze getunkter Schädel samt Knochen, Erinnerung und Warnung an diejenigen, die vor ihnen waren, und das, was noch kommen könnte.

Türkis bis hin zum aquamarinen Schimmer unterhalb erinnern an die schimmernde Nässe der Bucht von Blakes Holm, doch auch ein gewagter Spaziergang entlang der Felsenwand erlaubt einen beraubenden Blick hinaus auf die Meilen an endloser See. „Hoffnung, Endlosigkeit, doch auch… Ungewohnte Einsamkeit […], schrieb Ashborn in einer der gefundenen Notizen, als er akribisch den Zustand und Potenzial der Lage umschrieb. Bis heute gilt dies für bewahrheitet, auch wenn das, was vor Farrago auf der Insel geschah, deutliche Lasten und Risse in den Sandkörnern, tropischen Waldböden und pechschwarzen Höhlensystemen der Felsen hinterlassen hat.

Subtil, direkt unterhalb des Schädels wechselt die unumgängliche Kälte des Türkises in ein Sternblütenblau und zeigt damit nicht nur den Übergang zwischen den Farben an, sondern flüstert die Sprache, die nur für die Augen bestimmt ist.

Gleich den ewigen Farben des Himmels bei Sonnenauf- und Untergang, nimmt das Purpur seine Position am Horizont des Banners ein. Eine komplexe Farbe, nicht weniger aufgrund ihrer sensiblen Beschaffenheit, ihrer Produktion aus den Meeresbewohnern, die ihre Zeit beansprucht, als die Besessenheit Ashborns gegenüber der Farbe. Von Überbleibsel an gefärbter Flicken von ihrer Kleidung, gefärbten Pergament mit wirren Gedanken und getrockneten Blüten, war Purpur in jedem mikroskopischen Moment ihres Lebens auf der Insel an ihrer Seite.

Auch wenn die Zeit nach ihrem Ableben eingeläutet wurde, begleiten ihre Sinneseindrücke, Passionen, Ängste und Ambitionen die neuen Bewohner, deuten ihnen nicht das Richtige vom Falschen, sondern zeigen, dass ihr Leben mehr sein kann, als man ihnen verspricht.

Haze 2

Philosophie

Das Leben auf Farrago ist kein Kampf– gleicht es einer Spielerei.

Ein selbst geschriebenes Stück aus Verlust, Genuss und Verlockung, erhebt Farrago keinen Anspruch auf Tugend. Die Insel kennt keine Helden, auch der Sündenbegriff ist ihnen fremd. Es wird gelebt, was andere zu unterdrücken versuchen.

Jede Last, jeder Betrug ist erlaubt– bis sie zur Strafe wird. Farrago duldet Ausschweifung, lobt den Hang zur Dramatik und Tatendrang, bestraft Gleichgültigkeit. Doch wie man den Genuss auch lobt– im Trank, im Tanz, im Streit– wenn es zu viel wird, verkehrt Wonne in Wahnsinn.

Wer lebt, muss es in Gänze tun. Wer liebt, riskiert alles. Wer herrscht, muss in den Spiegel blicken– Macht und Ansehen ist zerbrechlich.

Haze 3

Kultur

Die Taufe

In frühen Morgenstunden wird der ausgewählte Nebeling an den Strand geführt. Stehen dort bereits zwei Maskenträger und eine flackernde Flamme innerhalb einer Laterne.

Die Seele, die sich der Insel zuwenden will, liegt drei persönliche Gegenstände wieder, die sie mitgebracht haben: ein Erinnerungsstück, ein Versprechen und eine Lüge.

Ist dies getan, wird dieser in Begleitung der Masken in das kalte Wasser der Brandung getaucht, bis die Luft ausgeht, bis das salzige Nass die Lungen beinahe einzunehmen versucht, bis der Tod symbolisch vor der Türschwelle steht.

Keuchend, nach Luft schnappend taucht das Wesen auf, durchnässt und desorientiert, doch im Schutz der Masken. Im Licht der Laterne wird ihm ein Name zugeflüstert, mit dem er von nun an empfangen wird– ob es sein alter Name ist, oder ein Neuer wird, kann nur die Flamme verraten.

Stirb, denn nur so kannst du der Insel dienen.

Lastentaufe

Jeder Gebrandmarkte erhält das, was sie verdienen.

Das Fest des Schweigens

Wenn den Bewohnern der Sinn danach steht, und der Nebel es ihnen ermöglicht, laden sie Freunde, Feinde, Bewohner und Probleme zu sich ein.

Nur jene, die einen symbolischen Gegenstand ihrer persönlichen Last mitbringen, erhalten Eintritt.

Die Festnacht folgt keinem akribischen Zeitplan, beginnt es mit einem hallenden Glockenschlag.

Jeder Gast erhielt bis zum Glockenschlag hin einen sauber gefalteten Zettel, der über den Rest der Nacht entscheidet. Eine Aufgabe, die es auf diesem Fest zu bestehen gilt– ob Aufstieg, Betrug, Verbannung oder Offenbarung.

Gilt das Fest als beendet, wenn das Licht erlischt– und damit auch das Gedächtnis aller, die dort waren.

So sagt man zumindest.

Nebelruf

Eine Zeit des Wandels.

Trifft man sich unter dem Vollmond mit der Intention, eine Maske zu erhalten oder sein altes Gesicht zu verbrennen, alles im Rahmen eines simplen Fests.

Die Schweigenden können den Ruf ergreifen, über mögliche Ziele, Pläne und Visionen zu sprechen, oder sogar neue Gesichter der Insel vorzustellen.

Das Dreischattenfest

Zu Ehren der Schweigenden. Für Schweigende von Schweigenden herrscht ein Fest für die Insel, eine stetige Erinnerung, wofür sie stehen. Auch das Abtreten eines Schweigenden wird bei diesem Fest zeremoniell verabschiedet.

Hier besteht die Möglichkeit, dass jeglicher Bewohner Reden anhalten, Visionen und Ambitionen kundtun, aber auch Masken erhalten und übergeben.

Die Umkehr

Gibt es keine Zeit für Scham, bei der Umkehr versammeln sich die Bewohner der Insel, um eine Lüge festzuhalten, die im selben Zug verbrannt wird– geopfert für das größere Wohl.

Die Sündenasche wird im Nebel verteilt.

Befreit von Lasten werden Positionen und Verantwortungen reflektiert, und wenn nötig neu verteilt.

Bei Unsicherheiten entscheidet der Zufall oder das Orakel.

Haze 4

Regierungsform

Die Schweigenden

Gebrandmarkte, treue Seelen, die sich der Insel zugewandt haben, können sich zur Wahl aufstellen. Ihre Treue für ambitioniertere Zwecke nutzen. Lenken ein Handvoll Recht, Ordnung und Ausnahmen.

Blut gilt der Strafe, die Maske für die Wahrheit und die verschleierte Schlange windet sich treu der List entgegen.

Gefreite

Frei vom gehobenen Dienst verspüren sie jedoch weiterhin die Last der kläffenden Brandmarkung. Bewohner, Händler, Künstler, Seefahrer, und zahllos weitere Talente zählen darunter.

Es steht ihnen frei, nach eigenem Sinn, Verstand, Wissen und Regeln zu handeln, solange sie den Kodex achten.

Nebelinge

Wesen die gerade erst an den Ufern der Insel gestrandet worden sind. Unberührt, frei von Markierungen, dementsprechend ungetauft.

Neugierige Augen werden sie beobachten, bespielen, prüfen und aufnehmen.

Der Kreis der Sieben

Aus den losen Schriften Blakes verstand man, dass sie den Lehren der Sieben folgen.

Wirre Skripte, chaotische Zeichen, die über lose Pergamente hinweg gezogen wurden, lassen die Drei vermuten, das Ashborn ein Ritual, oder eher mehrere Rituale, aufgezeichnet hat. Die Ecken der Seiten angekokelt, manche mit fragwürdigen rötlichen Flecken übersehen. Alles hat seinen Preis, und die Macht, die diesen Zeichen zugeschrieben wurde, ist nicht wohl nicht zu unterschätzen.

Wer die Sieben waren? Welche Rolle sie auf der Insel gespielt haben?

Das hätte wohl nur Blake beantworten können. Nur ist dieser tot.

Um diesen Sieben ihren Respekt (und dieser Ausdruck wird belächelt) zu zollen, wird in den nächsten Zügen des Aufbaus ein Altar errichtet. Oder Sieben dieser Sorte.

Maskenträger

Ein freier Rang, der situativ an die Bewohner verteilt wird. Wer zu Festen eine Maske trägt, der handelt im Namen der Insel. Ob es nun Fluch oder Segen bringt, wird es nur die Person wissen.

Haze 5

Rassen und Religion

Die Insel beherbergt gleich Ashborns Crew nur Menschen. Gäste werden toleriert– für einen Preis.

Gleichermaßen schert sich Farrago nicht, welche Religion ihre Bewohner praktizieren, solange diese Zweitrangig zum Kodex ist.

Haze 4

Kodex der Insel

i. Auf Farrago schweigen die Waffen.

Nur im Ritual, im Spiel, oder in offener Absprache ist es erlaubt, die Waffe zu zücken. Blut, das Ignorant vor den Augen anderer und eigenmächtig vergossen wird, ruft nach den Schweigenden.

ii. Niemand trägt die Wahrheit offen. Masken sind Teil des Spiels, doch kein Spielzeug.

Ob Bewohner oder Fremde, wer sich mit Maske zeigt, darf nicht enttarnt werden; ob im Rat, im Begehren oder im Bekenntnis. Vergesst niemals: Sie wahren euch, bieten Schutz.

iii. Worte liegen auf der Waage. Ein Pakt ist ein Schwur.

Obgleich sie geflüstert worden sind oder gemunkelt im Schimmer des Feuers– wer in Farrago einen Pakt abschließt, ist daran gebunden. Verrat ist erlaubt, Idiotie nicht.

iv. Kein Urteil ohne die Schweigenden. Niemand herrscht allein– Drei wachen, viele tragen.

Vergehen werden vor den Schweigenden abgehandelt.

v. Genuss kennt Grenzen.

Wer sich verliert, wird erinnert. Wer andere mit sich reißt, dem wird Einhalt gezeigt. Freiheit endet dort, wo sie andere zerbricht.

vi. Gäste sind Spiegel. Wer bleibt, ist Teil, wer geht, verliert.

Fremde sind Willkommen, wenn sie gewillt sind, den Preis zu zahlen: Müssen sie sich selbst begegnen. Denn wer nur nimmt, wird verschlungen.

vii. Der Name bleibt. Die Insel hört. Immer.

Wer Farrago verlässt, trägt diesen Namen auf der Zunge– und im Herzen. Ob als Fluch oder Heimkehr bleibt nur den Meereswinden überlassen.

Haze 3

Bündnisse

Farrago hegt kein Bedürfnis, sich jemandem gleichzustellen.

Haze 2

Gebiet

Eine unbeachtete Insel südöstlich der Hauptstadt, zwischen dem Menschen- und Orkkontinent.

Haze 1

Upgradepunkte

[ … ]

Purpur

Impressionen der Stadt

𝐢𝐧𝐯𝐢𝐭𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧「 ✉️ 」・:三

Für Interessierte an der Insel, hier die Einladung zum Discord ദ്ദി ˉ͈̀꒳ˉ͈́ )✧

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