Name der Religion
Kult der Herrin des Sees (Kurzform: Der Kult der Herrin)
Der Name ist weitgehend selbsterklärend, birgt jedoch eine tiefe spirituelle Bedeutung. Die „Herrin“ steht für Reinheit, Adel, Schönheit, ritterliche Tugenden und das schützende Element des Wassers. Wasser gilt im Kult als Quelle allen Lebens, als Spiegel der Seele und als Barriere gegen das Chaos und die Dunkelheit der Welt. Weiterhin erzählt man sich, dass sich nur den wahren Gläubigen die Herrin offenbart, auf dass sie diejenigen aus ihrem Grale trinken ließe.
Gründungsgeschichte
Der Glaube rund um die Herrin basiert weniger in der Welt der Menschenheit, doch viel mehr an den fremden Ufern dieser Gestade. Ein grausamer Sturm, der so manches Leben auf hoher See kostete, förderte die beiden unzertrennlichen Gefährtinnen Liora und Luise nach Eldoria. Mit einem Resthauch Leben im Leibe erwachten die beiden Damen an fremdem Ufer. Unweit eines großen Sees, kauerten sie sich des Nachtens aneinander, war es doch bitterlich kalt. In ihrer größten Stunde der Not erschien ein schwaches Licht in der Mitte des Sees, dass sich langsam gen der Uferböschung bewegte. Die Böschung teilte sich unter diesem Licht, das den blassen Schemen einer unbeschreiblichen Frau enthüllte.
Die Herrin des Sees sprach, sie sei die höchste Schutzgöttin der Ritter und des einfachen Volkes. Die Angst der Damen schwand und eine willkommene Ruhe ließ die Beiden entschlafen.
Als sie am nächsten Morgen aufwachten, fühlten sie sich beflügelt. Es muss ein Zeichen gewesen sein. In ihrem festen Schlaf hatten sie das Gefühl, als hätte eine Stimme zu ihnen gesprochen. Sie belehrt. Sie umsorgt. Sie gelenkt. Es weckte einen Funken in den Damen, sodass sie mit dem Glauben an jene Erscheinung, einer Ampulle des gesegneten Seewassers und einen für sie nun heiligen Kelch, den sie dort fanden, mit sich führend weiterzogen.
Sie gründeten den Kult, um den Wesen und jenen, die nach Ehre streben, einen moralischen Kompass und göttlichen Schutz in dieser neuen, unbekannten Welt zu bieten.
Ziel & Philosophie
Rittertum als Religion: Die Herrin des Sees verlangt absoluten Gehorsam gegenüber einem strengen Moralkodex. Von Rittern und Damen wird erwartet, dass sie sich gegenüber Feinden, die sich ergeben, gnädig zeigen, niemals wehrlose Menschen angreifen und das Bauernvolk beschützen.
Die Gralssuche: Die ultimative Prüfung dieser Philosophie ist die Gralssuche. Ritter verlassen ihre Ländereien, um durch die Weiten der Welt zu wandern. Nur die reinsten und ehrenhaftesten Krieger werden für würdig erachtet, die Herrin zu finden und aus dem heiligen Gral zu trinken, was ihnen Unsterblichkeit und immense Macht verleiht - so sagt man! Es ist vergleichbar mit dem Versprechen des Christentums, am Lebensende in den Himmel zu kommen.
Die Hauptmission des Kultes in Eldoria ist die Bewahrung der Menschenheit und anderer Wesen, der Schutz der Schwachen und die Förderung der ritterlichen Tugenden. Der Kult strebt nicht nach Herrschaft, wohl aber nach spiritueller, tugendhafter und moralischer Überlegenheit.
Die Tugenden der Herrin
Gläubige und vor allem angehende Ritter und Damen des Kultes verpflichten sich, nach strengen Geboten zu leben:
Ehre und Loyalität: Ein einmal gegebenes Wort ist unumstößlich.
Mut und Schutz: Die Klinge wird nur erhoben, um Unschuldige zu verteidigen und das Böse zu bekämpfen. Ein Rückzug ist nicht ehrenhaft.
Reinheit: Körper und Geist müssen rein gehalten werden.
Gläubigkeit: Es kann nur die Herrin für die Gläubigen geben.
Wichtige Gottheiten & Personen
Die Herrin des Sees: Die zentrale, gütige, aber unnahbare Göttin. Sie erscheint nur jenen, die als absolut rein und würdig erachtet werden, meist inmitten von Nebelschleiern auf Wasseroberflächen, während Not und Elend ertragen oder große selbstlose Heldentaten vollbracht wurden.
Friederike und Liora von Mayenburg: Die ersten wirklichen Damen und Verkünderinnen des Kultes in Eldoria. Sie fungieren als oberste Hüterinnen der Tugenden und Ansprechpartnerinnen für die Gläubigen, nicht aufgrund von Hochnäsigkeit, sondern aus der Notwendigkeit heraus, dass niemand hier ihre Glaubensausrichtung zuvor kannte. Sie maßen sich nicht an über die Göttin zu sprechen, viel mehr deuten sie vorsichtig ihre Erlebnisse und die ihnen zuteil gewordenen Worte.
Besondere Feste & Rituale
Die Schwertleite und der Gralskuss
Dies ist das höchste und wichtigste Ritual für Krieger des Kultes. Ein Gläubiger, der sich durch Taten und Tugend bewiesen hat, wird an ein heiliges Gewässer geführt. Hier wird ihm die Schwertleite zu Teil, innerhalb welcher er von einem Knappen zum Ritter erhoben wird. Neben dem bekannten Ritterschlag kniet der Knappe im Wasser des Sees. Von einem Ritter oder einer Dame des Ordens kann er den goldenen Kelch empfangen, aus welchem er ein einziges Male das heilige Wasser trinkt. Es ist das erste und das einzige Male, dass ihm diese Ehre zu Teil wird. Ein zweiter Schluck sei ihm nur gestattet, so sich ihm die Herrin mit ihrem Grale offenbart. Man sagt außerdem, dass die Gier sie ewiglich nicht erscheinen ließe.
Die Gralstaufe
Es mag der Tag kommen, an welchem die Herrin einen Ritter für würdig erachtet. Nach großen Entbehrungen so sagt man, soll es nur die edelmütigsten in der Nacht fortführen. Nur sie können es hören. Nur sie können es sehen. Nur sie können es fühlen. In den Augen anderer verschwinden sie. Eine melodische Stimme ruft den Recken hin zu einer heiligen Quelle. Eine in Licht gebadete junge bildhübsche aber doch unbeschreibliche Frau soll der Quelle entsteigen. Sie trägt nur ein weißes Kleid und trägt mit beiden Händen einen Kelch. Sie führt den Recken zu sich und gewährt ihm den Inhalt des Kelches. Fortan ist er als Gralsritter bekannt. Jene scheinen fast gar nicht zu altern, sind ungewöhnlich stark und zäh, gar übermenschlich, so sagt man! - doch können sie noch immer sterben. Der Segen der Herrin währt jedoch nicht ewig. Nur die Schönheit der Herrin ist ewiglich. Nach vielen Jahrzenhnten und gar Jahrhunderten so sagt man, rafft es einen Gralsritter erst dahin, auch wenn er schon seit dutzenden Jahren in einem hochbetagten Alter hätte verbleichen müssen.
Das Fest der Quelle (Frühlingsbeginn)
Ein alljährliches Fest, bei dem die Gewässer Eldorias symbolisch von Unreinheiten befreit werden. Die Gläubigen werfen Blumen und gesegnete Gaben in die Seen, um für reiche Ernten, klares Wasser und den Schutz vor finsteren Kreaturen zu beten. Es ist ein typisches Fest mit dem die harten Wintermonate verabschiedet und die fruchtbare Zeit im Jahr feierlich begrüßt wird.
Heilige Schriften / Gegenstände / Pilgerstätte
Heiliger Gegenstand: Der Gral der Reinheit
Ein goldener, schlichter, aber majestätischer Kelch, den die ersten Dienerinnen der Herrin, Friederike-Luise und Liora, sicher verwahren. Er wird für die Schwertleite und den damit verbundenen Gralskuss verwendet. Wasser, das in diesen Kelch gegossen wird, so sagt man: verdirbt niemals und besitzt heilende, geistig aufbauende Eigenschaften. In der Realität ist es einfach ein Kelch, den die beiden Frauen dort am See als sie die Herrin erblickten fanden und nun verehren.
Geplante Pilgerstätte: Die Heilige Nebelquelle von Eldoria
Der Kult ist dabei, an einem von Natur umgebenen See in Eldoria eine Pilgerstätte zu errichten. Das Zentrum bildet eine kleine, weiße Marmorkapelle, die direkt an oder auf dem Wasser gebaut ist. Der See ist oft von dichtem, gar magischem Nebel umgeben. Gläubige aus ganz Eldoria reisen hierher, um im stillen Gebet am Ufer Erleuchtung zu suchen, Krankheiten durch das Wasser zu lindern oder mit anderen Gläubigen in Austausch zu kommen.
Gründungsmitglieder: Friederike-Luise und Liora von Mayenburg
Gründungsstadt: Rosenburg