Charaktervorstellung Azula Nyrren

𝙰𝚣𝚞𝚕𝚊 𝙽𝚢𝚛𝚛𝚎𝚗 ⋆.ೃ꩜࿔*:・

。𖦹 ‧. 𝙳𝚒𝚎 𝙴𝚕𝚏𝚎 𝚊𝚞𝚜 𝚍𝚎𝚛 𝙳ä𝚖𝚖𝚎𝚛𝚞𝚗𝚐 °‧⭑.ᐟ

⋆。˚𖦹 ── ⋅ ⋅ ── 𖦹 ── ⋅ ⋅ ──꩜⋆.°⭑

Quelle: seaart.ai

⋆。˚𖦹 ── ⋅ ⋅ ── 𖦹 ── ⋅ ⋅ ──꩜⋆.°⭑

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Geschlecht: weiblich
Alter: 117
Rasse: Elf
Kultur: Verzynia
Geburtstag: 2. November
Beruf: Rekrutin und Medica
Religion: rĂśmisch-katholisches Christentum
Wohnort: Thyma Dorei
Herkunft: Altes Bergdorf am Elfenkontinent
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𝙰𝚞𝚜𝚜𝚎𝚑𝚎𝚗

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„Du siehst aus, wie die Dämmerung.“

Ihre Haut ist sehr bleich, wie Mondlicht auf Schnee. Lange, dunkel-türkisfarbene Haare fließen ihr bis zur Taille, leicht gewellt, wie Wasser im Schatten.

Ihre violetten Augen blicken ruhig, durchdringend – selbst in der Dunkelheit leuchten sie wie zwei glühende Splitter. Ihre Ohren sind spitz zulaufend, typisch für Elfen, fein geschwungen und elegant.

Mit 1,71 Metern ist sie von zierlicher Statur, schlank und petit, doch mit einer aufrechten, geschmeidigen Haltung. Unter der feinen Gestalt verbirgt sich erstaunliche Kraft — nicht die rohe Gewalt, die Muskeln prahlen lässt, sondern eine stille, disziplinierte Stärke, die aus jeder Faser ihres Körpers spricht.

Um ihren Hals, an den Handgelenken und in den Haaren trägt sie silbernen Schmuck – filigran gearbeitet, graviert mit alten, elfischen Runen.

Auffallend ist besonders ein alter Ring an ihrer linken Hand.
„Dra’ghaero thra graźuro“ ist dort auf altelfisch eingraviert.
Übersetzt: „Überleben des Stärksten“


Quelle: Pinterest
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Ihre Kleidung ist meist auf Beweglichkeit und Funktionalität ausgelegt. Sie trägt immer einen Dolch mit sich, unauffällig im Ärmel versteckt oder geschickt im Stiefel deponiert.

𝙲𝚑𝚊𝚛𝚊𝚔𝚝𝚎𝚛𝚎𝚒𝚐𝚎𝚗𝚜𝚌𝚑𝚊𝚏𝚝𝚎𝚗

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Auf den ersten Blick wirkt Azula ruhig, kontrolliert und geheimnisvoll. Ihr Blick ist aufmerksam und durchdringend, ihre Haltung geschmeidig. Ihre Maske aus Gelassenheit und Selbstbeherrschung lässt kaum erkennen, was in ihr tobt.
Sowohl geistig als auch emotional ist sie sehr Intelligent.
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HĂźbsch maskiert
Azula trägt stets eine undurchdringliche Maske. Ihr Blick bleibt ruhig, ihre Stimme kontrolliert – selbst wenn es in ihr tobt.
Sie zeigt, was sie zeigen will.
Und oft ist das: nichts. Ihre Mimik bleibt stets unberĂźhrt, doch ihr Herz ist alles andere als kalt. Sie ist ein Meister der Selbstbeherrschung.

Scharfsinnig und analytisch
Azulas Augen sind unermüdlich wachsam. Wie zwei scharfe Klingen, die unaufhörlich die Welt um sie herum abtasten. Sie liest zwischen den Zeilen, erkennt Lügen, spürt jede Absicht. Stets ist sie ihrer Umgebung einen Schritt voraus – nicht aus Arroganz, sondern aus zwanghafter Wachsamkeit. Denn wo andere Vertrauen schenken, sucht sie nach einem Dolch im Schatten.

UnerschĂźtterlich und zielstrebig
Sie ist wie Stahl im Sturm. Schmerz, Chaos, Verlust – sie trägt es, schweigend und aufrecht. Nichts bringt sie völlig zu Fall. Ihre Stärke liegt im Durchhalten, wenn alles andere zerbricht.

Charmant und gewinnend
Trotz ihrer inneren Abgründe weiß Azula, wie man Menschen einnimmt. Ihr Lächeln kann entwaffnend sein, ihre Ausstrahlung faszinierend. In Gesprächen ist sie schlagfertig, manchmal sogar humorvoll – auf eine trockene, messerscharfe aber auch freundliche Art.

Empathisch
Hinter der kontrollierten Fassade liegt ein tiefes, feinfühliges Wesen. Azula ist empathisch, mit einer besonderen Sensibilität für die Gefühle anderer. Auch wenn sie nach außen oft kühl erscheint, empfindet sie stark – oft mehr, als ihr lieb ist.

Zugewandt und fĂźrsorglich
Sie kann eine sehr freudige, warme Elfe sein und wenn sie mal grinst, kommt es von Herzen. Es ist ihre verletzliche Seite, eine, die Vertrauen und Zuneigung beweist.
Wer ihr Vertrauen gewinnt, erfährt eine andere Seite: loyal, warm, beinahe zärtlich. Nur zeigt sie selten, wie viel ihr jemand bedeutet.

Loyal und pflichtbewusst
Wer ihr wichtig ist, kann auf sie zählen. Azula hält Wort, auch wenn es weh tut. Ihre Treue ist still, aber tief – und ihre Pflicht nimmt sie ernster als ihr eigenes Wohl.

𝙼𝚎𝚛𝚔𝚖𝚊𝚕𝚎

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Beziehung zum Glauben
Azulas Beziehung zum Glauben ist ein Anker, wenn Schuld und Erinnerungen sie zu zerreißen drohen. Sie sucht darin Ruhe, Vergebung und Hoffnung, auch wenn sie oft zweifelt, ob sie Gnade verdient. Der Glaube ist ihr letzter Schild gegen das Gefühl, endgültig verloren zu sein.

Essensgewohnheiten
Sie vermeidet bei MĂśglichkeit den Konsum von Fleisch.
Ein edles Glas Rot ist ihr liebster Trank.
Sie bekannt fĂźr grauenhafte KochkĂźnste.

Vorlieben
Sie liebt das Meer, Gewässer im Allgemeinen. Vermutlich sieht sie darin eine Ruhe, die sie in sich selbst schon lange sucht.
Außerdem hat sie eine Schwäche für silberne Schmuckstücke.

Beweglich und agil
Azuka kann sich biegen, drehen und strecken, als gäbe es keine Grenzen. Ihre Bewegungen haben etwas Tänzerisches, und doch sind sie scharf und präzise wie die Klinge eines Dolchs. Ein Verdienst des Zirkuslebens. Oft findet man sie auf Dächern oder Schiffs­masten, wo sie lautlos verweilt und von Oben alles beobachtet.

Stille Beobachter
Azula verachtet Raben und Krähen. Es ist keine Furcht, doch sie empfindet die gefiederten Schatten als unheilvoll. Wie ein bÜses Omen. Als wären sie die einzigen, die ihre Fassade durchschauen.

Fluch der Dämmerung
Als Verzynia leidet auch Azula am Fluch der Dämmerung. Doch sie hat früh gelernt, Schmerz zu verschließen wie ein Geheimnis. So werden ihre Augen bei Dämmerung nur etwas glasiger – mehr verrät sie nicht.

Der Nachtschatten
Azulas Deckname stammt von der BlĂźte.
Ihre kßhles Erscheinen, das tiefe Violett ihrer Augen und die Blässe ihrer Haut erinnern an die betÜrende aber tÜdliche Blßte. Wie die Blume, verbirgt auch sie ihr inneres Feuer unter kontrollierter Fassade.
So stellt sie sich oft als „Nachschatten“ vor, um ihre Identität versteckt zu halten.

𝚂𝚝ä𝚛𝚔𝚎𝚗

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Lautlos und agil
Azula bewegt sich wie ein tanzender Schatten – schnell, präzise, lautlos.
Agil und wendig meistert sie jedes Gelände, weicht Angriffen mit instinktiver Eleganz aus und kämpft mit einer KÜrperbeherrschung, die an Tanz erinnert.

Personenlesen
Azula beobachtet ständig und unermüdlich – jede Geste, jedes Zögern, jeder Blick verrät ihr etwas. Und sie schweigt, bis es Zeit ist, zu handeln.

Magisches Talent
Azula besitzt ein feines Gespßr fßr Magie. Im Kampf setzt sie sie präzise und gefährlich ein, im Alltag kreativ und unauffällig, und in der Heilkunde sanft und wirkungsvoll.

Eigenständigkeit
Sie braucht und will niemanden, um zu funktionieren – das hat sie früh gelernt. Azula ist stolz darauf, auf eigenen Füßen zu stehen, selbst wenn es schmerzt.

Taktisches Denken
Azula plant voraus, denkt in mehreren Zügen, wägt ihre Optionen ab – selbst in emotionalem Ausnahmezustand.

Kälteresistenz
Frost und Regen haben sie noch nie gestÜrt. Kälte ist ihr ein vertrauter Begleiter. Selbst bei eisigen Temperaturen trägt sie oft nur eine luftige Bluse.

𝚂𝚌𝚑𝚠ä𝚌𝚑𝚎𝚗

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Angst vor Feuer
Die Narben ihrer Vergangenheit sitzen noch heute tief. Doch wĂźrde sie ihre Furcht niemals offen zugeben.

Leise Selbstquälerei
In ihr tobt ein stiller Krieg gegen sich selbst.
Azulas Vergangenheit ist ein ständiger Begleiter. Es gibt kaum einen Moment, in dem die Erinnerungen sie nicht heimsuchen. Wie Splitter graben sie sich in jeden Gedanken. Sie kann nicht loslassen.

Sehr misstrauisch
Auch wenn Azula ihr Misstrauen versteckt, begegnet sie jedem mit Vorsicht. Das gilt selbst fĂźr Personen, die sie schon lange kennt.

Hilfeabweisend
Azula weist Hilfe fast immer zurück – egal worum es geht. Aus Stolz, Misstrauen und der tiefen Angst, enttäuscht zu werden.

Wahrheitstier
Sie verabscheut das Lügen. Weicht sie von der Wahrheit ab, so überschwemmt sie ein Gefühl schrecklichen Scham und Ekels. Sie weiß nicht, wieso.

Hitzeempfindlichkeit
Hitze und Wärme findet die Elfe nur schwer zu ertragen. Schnell wird ihr Gesicht blass und der Atem flach.

𝙵ä𝚑𝚒𝚐𝚔𝚎𝚒𝚝𝚎𝚗

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Spezifische Kenntnisse:
Heilkunde
Giftkunde bzw Toxikobotanik
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Sprachliche Kenntnisse:
Menschliche Sprache
AmatĂŠ
Spanisch (leichte Kenntnisse)
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Schriftliche Kenntnisse:
Menschliche Sprache
Altelfisch (leichte Kenntnisse)
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Spielt diverse Instrumente


Quelle: Pinterest

𝙼𝚊𝚐𝚒𝚎

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Rasendes Herz
Der Anwender erhöht die Schnelligkeit, in welcher das Blut durch seinen eigenen oder den Körper des Zieles fließt. Er kommt rascher zu Höchstleistungen und wird schneller.
→ (Agilität erhöht)

Dunkle Tortur
Der Zauber ruft schreckliche Schmerzen im Inneren des Opfers hervor. Sie fühlen sich wie Wellen von Nadelstichen, fieberhafte Schübe, eiskalte Bäder oder weitere Grausamkeiten an. Zu oft wird er zur Folter verwendet, da er keine Spuren außer dem Leiden des Opfers hinterlässt.
→ (Schaden + Rüstungsdurchdringung)

Dämonische Ketten
Der Anwender wirkt schwarze Magie und beschwĂśrt dunkle Ketten aus dem Schatten eines Zieles. Diese wickeln sich um einen Arm oder ein Bein und verhindern zwar keine Bewegungen, jedoch das Wirken von Magie.
→ (Magieunfähigkeit)

Blutgabe
Das Blut eines Fremden oder des Magiers selbst wird geopfert, um eine heilende Wirkung am Ziel zu beschwÜren. Es fßhlt eine wohlfßhlende Frische in sich, welche seine Adern durchstrÜmt. Sämtliche Wunden auf der Haut hÜren auf zu bluten und bilden eine oberflächliche Kruste.
→ (Heilung)

Alltagsmagie


Quelle: Pinterest

𝙸𝚑𝚛𝚎 𝙶𝚎𝚜𝚌𝚑𝚒𝚌𝚑𝚝𝚎

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────── ⋆。˚ Zwischen Eis und Blüten ⋆.°⭑──────

Azula wurde in einem abgelegenen Bergdorf, umgeben von eisigen Gebirgsspitzen und dunklen Fichtenwäldern geboren. Es war ein Zufluchtsort für groß und klein, von Ork bis Zwerg. Verstoßene, Verräter, Außenseiter der Gesellschaft.
Und so fand dort auch Azula ihren Platz.
Azula lernte ihren Vater nie kennen. Fßr sie war er nur eine Erzählung, ein ferner Nebel der Vergangenheit. Doch ihre Mutter liebte sie umso mehr.


Quelle: Pinterest

────── ⋆。˚ Wenn das Licht lügt ⋆.°⭑──────

Triggerwarnung: Blut, Gewalt, Tod

Die KĂźche roch nach Brot und Honig. Eine kleine Motte schwirrte durch den Raum.
Sonnenlicht drang auf den Steinboden, golden und ruhig. Azulas Mutter lachte während sie mit einem großen Löffel eine Suppe rührte.
Dann – ein Krachen.

Es war ein fremdes Geräusch. Hart. Schwer. Metallisch.
Dann Stimmen.
Rufe.
Schreie.

Ihre Mutter erstarrte. Nur für einen Moment – dann riss sie Azula am Arm.
„In den Kasten. Jetzt!“ flüsterte sie scharf, schneller als ihr Atem.

Azula gehorchte. Sie wurde hineingeschoben, eine Decke hinter ihr – und dann fiel die kleine Holztür zu. Nicht ganz. Ein schmaler Spalt blieb offen. Sie wollte rufen. Fragen. Aber ihre Stimme blieb stecken, irgendwo zwischen Kehle und Herz.

Draußen hörte sie Schritte. Poltern. Etwas zerbrach.
Dann: die TĂźr zur KĂźche.
Ein Mann trat ein. Schwer atmend. Dunkle Kleidung, Dreck an den Stiefeln. Ein goldener Ohrring. Ein verstümmeltes Ohr. Etwas in der Hand – eine Waffe? Eine Axt?

Ihre Mutter stellte sich ihm entgegen. Barfuß, zitternd, aber aufrecht.
Azula hielt den Atem an. Ihre Finger bohren sich in die Decke.
Ihre Kehle schnĂźrte sich zu.
„Nimm, was du willst. Aber geh.“
Die Stimme ihrer Mutter war ruhig. Zu ruhig.
Der Mann sagte nichts.
Dann bewegte er sich. Schnell. Brutal.

Azula zuckte zusammen. Ihre Mutter wehrte sich, schrie auf.
Körper stießen gegeneinander. Ein Stuhl kippte um. Ein schriller Schrei.
Ein dumpfer Schlag. Dann noch einer.

Und dann – Stille.

Azula wagte kaum zu atmen. Sie presste ihre Hände fest auf ihren Mund. Ihr Herz raste. Durch den schmalen Spalt sah sie, wie ihre Mutter am Boden lag.
Die Augen offen. Der Blick leer. Eine PfĂźtze, ein tiefes Rot wuchs unter ihr.

Der Mann stand noch einen Moment da.
Dann drehte er sich um und verschwand.

Azula blieb regungslos.
Sie wusste nicht, wie lange.
Nur, dass die Luft im Schrank immer dĂźnner wurde.
Und dass nichts auf der Welt mehr sicher war.
Es war eine schreckliche, erdrĂźckende Stille.

Ihre Knie zitterten. Ihre Finger krallten sich noch fester in die Decke, bis die Nägel das Holz darunter spßrten.
Sie hörte nichts mehr. Kein Poltern, keine Schritte. Kein Atemzug außer ihrem eigenen, der schnell und unregelmäßig ging, als würde die Luft nicht reichen.

Dann wagte sie, sich zu bewegen.
Zentimeter fĂźr Zentimeter drĂźckte sie die KastentĂźr auf.
Der Raum war still. Zu still.
Die Sonne fiel noch immer durch das Fenster – aber das Licht wirkte falsch. Wie eine Lüge.

Ihre Füße berührten den kalten Boden. Sie stand nicht richtig auf, sie kroch.
Ihre Mutter lag da.
Reglos.
Die Augen halb offen. Der KĂśrper seltsam verdreht.

Azulas Beine gaben nach.
Sie fiel neben sie, schlug auf den kalten Fliesen auf, aber spürte es kaum. Tränen kamen ohne Vorwarnung, ohne Stimme. Dann ein Laut – ein leises, kindliches Schluchzen, das sich in einen Schrei verwandelte.

„Mama … bitte …“
Sie schĂźttelte sie an der Schulter. Ganz leicht.
Dann stärker.
„Mama … steh auf …“
Sie rßttelte noch stärker. Verzweifelt. Frustriert.

Aber nichts bewegte sich.
Nichts.
Nur ihr eigener Atem, der rissig durch ihre Kehle ging.

Sie weinte. Nicht in Tränen, sondern in Stößen. Der Schmerz war zu groß für ihren kleinen Körper. Er zerriss sie von innen, ohne Worte. Etwas in ihr schrie, und sie konnte es nicht aufhalten.

Dann roch sie es.
Rauch.
Er kroch unter der TĂźr hindurch.
Sie blinzelte.
Sah, wie am Rand der KĂźche oranges Licht flackerte.

Flammen.

Sie rĂźhrte sich nicht.
Wollte nicht.
Wollte bei ihrer Mutter bleiben.
Egal was kam.

Dann hĂśrte sie es.
Ein Lachen.
Dumpf. Rau.
Ein dunkler Schatten am Fenster: „Brennt gut, was?“

Azula erstarrte.
Panik Ăźberrollte den Schmerz.
Hitze breitete sich aus. Der Rauch wurde dichter, die Luft schwerer.

Sie presste ein letztes „Nein!“ zwischen den Zähnen hervor, dann riss sie sich los. Sie stolperte, fiel, kroch weiter. Die Hitze biss in ihre Haut, der Rauch schnitt ihr in die Kehle.
„Mama!!“ schrie sie – nicht aus Hoffnung, sondern aus Verzweiflung.
Ein letzter Schrei, der alles enthielt: Angst, Schmerz, Abschied.

Dann rannte sie.
Blind.
Weg.
Raus.

────── ⋆。˚ Der Wanderzirkus Symphonio ⋆.°⭑──────

Stiefeltritte. Langsam. Ein Schatten, der näherkam.
Ein Mann stand über ihr. Groß, mit einem dunklen Mantel, der bis fast zum Boden reichte. Seine Hände trugen edle Ringe, sein Gesicht war kantig, aber nicht kalt. Die Augen jedoch – die blieben wachsam.

Er kniete sich hin.
„Lebst du?“ fragte er.
Azula antwortete nicht.
„Gut. Dann ist noch Zeit.“

Sein Name war Ronaj Mitroskor, wie er später sagte, mit einem kleinen Bogen und einem spÜttischen Lächeln, das eher fßr sich selbst bestimmt war.
Direktor des Wanderzirkus Symphonio.
„Wir nehmen, was der Wind bringt“, sagte er. „Und dich hat er wohl direkt aus der Hölle geweht.“
Er blickt sie einen Moment lang stumm an.

„Du bist ein hübsches Mädchen.
Du siehst aus … wie die Dämmerung.“

Dann reichte er ihr die Hand.

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Quelle: Pinterest

Der Zirkus war kein Ort, sondern ein Zustand.
Er bestand aus bunt geflickten Zelten, die nie ganz gleich aufgeschlagen wurden. Aus Wägen mit bemalten Rädern und bunten Laternen. Und aus Menschen, die anders waren als die, die sie kannte – lauter, freier, fremder.

Symphonio war Musik im Chaos. TagsĂźber Ăźbten sie: Akrobatinnen, Messerwerfer, Jongleure, TierfĂźhrer. Abends brannten Fackeln. Das Leben dort hatte einen Rhythmus. Und sie begann, sich daran festzuhalten.

„Du schläfst, wenn du müde bist. Isst, wenn du hungrig bist. Und wenn du schreien willst – tu es leise.“, wurde ihr erklärt. Und so lebte Azula fortan im Zirkus.

In Symphonio bedeutete Herkunft nichts. Nur das, was du heute leisten konntest.

────── ⋆。˚ Zwischen Stolz und Schmerz ⋆.°⭑──────

Ronaj Mitroskor

Azula war jung, und Ronaj war fĂźrsorglich.
Er sorgte für warmes Essen, für weiche Strohsäcke zum Schlafen, für bunte Kostüme in allen Farben. Und er liebte sie – oder etwas, das ihr ähnlich war. Vielleicht sah er eine Tochter in ihr. Vielleicht nur eine goldene Gelegenheit, ein talentiertes Kind, das nach seiner Pfeife tanzte.

Für Azula war er alles. Ein Vater, wie sie nie einen hatte. Belesen, gebildet, charmant. Ihre großen Augen funkelten, wenn sie ihn beobachtete – auf der Bühne, in der Manege, überall, wo Licht auf ihn fiel. Sie wollte ihm gefallen. Wollte, dass er stolz auf sie war. Dass er sah, wie sehr sie zu diesem Zirkus gehörte.
Und Ronaj wusste das.

„Weiter“, sagt seine Stimme – tief, fordernd, durch das kerzenbeschienene Zelt.
Azula sitzt auf dem Strohboden, Ăźber ihre ausgestreckten Beine gebeugt.
„Weiter geht nicht –“, flüstert sie.
„Weiter!“, wiederholt er.
Seine ledernen Stiefel drĂźcken sich hart gegen ihren RĂźcken.
Die Spannung in ihren Knien schießt bis in die Wirbelsäule, heißer Schmerz kriecht durch ihre Glieder. Eine Träne läuft über ihre Wange, still, leise.
Sie sagt nichts.
„Gut.“, sagt er dann.
Und das war alles, was zählte.

Doch Ronaj hatte seine eigenen Pläne.
Er wusste, dass der Zirkus nicht ewig bleiben wĂźrde.

Jede Nacht rief er sie zu sich. In sein Zelt. Auf den hĂślzernen Hocker.
Und dann lehrte er sie. Still, methodisch.
Das Lesen. Das Schreiben.
Die Sprachen und Kulturen Eldorias.

Nicht aus GĂźte. Sondern aus Absicht.
Er war streng, aber nie grausam.
Er wusste, was es heißt, zu überleben. Er lehrte sie eine Art von Disziplin, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten würde.

────── ⋆。˚ Ein Tanz aus Glas ⋆.°⭑──────

Bunte Girlanden. Lodernde Fackeln. Sandiger Boden. Azula steht inmitten der Manege – still, aufrecht, geschlossene Augen. Ein Meer hungriger Augen funkelt ihr entgegen, blitzend, gespannt, erwartungsvoll.

Der dumpfe Klang eines Kontrabasses setzt ein. Langsam, pochend wie ein Herzschlag. Azula reißt die Augen auf – die Bewegung wie ein Schnitt durchs Licht.

Mit einem Schwung wirft sie die Beine hoch, schlingt sich um das herabhängende Seil aus grauer Seide wie eine Schlange, lautlos und kontrolliert. Die Musik schwillt an, übertönt alles um sie herum. Ihre Bewegungen sind fließend, geschmeidig – wie Fische in einem reißenden Fluss, vom Strudel getragen, aber nie verschlungen.

Das Seil wird nach oben gezogen. Azula mit ihm – elegant, als wäre sie schwerelos. In einer weiten Bewegung lässt sie sich kopfüber fallen, der Körper gestreckt, nur das Fußgelenk hält sie im Seil.

Ein Raunen geht durch das Publikum, doch die Musik verschluckt es.

Sie beginnt zu schwingen – die Welt steht Kopf. Ihr Gleichgewichtssinn schlägt Alarm, aber sie hört nicht hin. Sie hat längst gelernt, Kontrolle über ihre Sinne zu behalten.

Mit jedem Kreis wird ihre Drehung schneller, die Lichter flirren, Farben verschwimmen. Dann stoppt sie abrupt, wickelt sich geschmeidig aus dem Seil, stĂźrzt herab.

Der Moment der Landung: ein Hauch von Stille.
Ihre Zehen fallen in den Sand. Staub wirbelt auf.

Sie steht. Still. Nur der pochende Bass hält den Takt.

Dann wirbelt sie zurück – ein Überschlag, schnell, gefährlich. Haare fliegen, Muskeln spannen sich.
Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf Mal schleudert sie rückwärts, jeder Sprung härter als der letzte. Ihre Wirbelsäule biegt sich, dünn wie Glas, fast zu weit – weiter, immer weiter.


Quelle: Pinterest

────── ⋆。˚ Als der Winter brannte ⋆.°⭑──────

Triggerwarnung: Blut, Gewalt, Tod
Der Schnee war frisch gefallen, lautlos, wie ein Versprechen von Frieden.
Azula stapfte durch das weiße Unterholz, die Kälte biss ihr in die Finger, aber sie genoss die Stille.

Dann: ein Schrei.
Fern. Menschlich.
Sie blieb stehen. Ein zweiter Schrei, deutlicher. Und dann – Licht.
Als sie sich umdrehte, sah sie es:
Am Horizont, über den Bäumen – Feuer.
„Nein.“
Sie rannte los.
Zweige rissen ihr das Gesicht auf.
Ein Ast schlug ihr ins Bein, sie fiel. Eine klaffende Wunde. Aber keine Zeit. Sie rappelte sich auf, lief weiter.
Die Flammen wurden größer. Der Himmel über dem Zirkus brannte.
Als sie den Waldrand durchbrach, war alles rot und schwarz.
Schreie. Rauch. ZusammenstĂźrzende Zelte.
Sie blieb stehen.
Und sah zu, wie alles, was sie kannte, brannte.

Azula stĂźrzte sich ohne ZĂśgern ins brennende Chaos.
Holz krachte um sie herum, Funken regneten auf ihre Haut. Azula rannte, ohne zu denken. Nur ein Ziel im Kopf:
Überlebende finden.
Sie duckte sich unter brennenden Holzsäulen, warf sich durch herabfallende Trßmmer, der Rauch schnitt in ihre Lunge wie Klingen. Hinter ihr stßrzten weitere Träger ein. Ihre Brust bebte. Die Luft war dick, giftig. Tränen brannten ihr ßber das Gesicht, aber sie kämpfte sich weiter vor.
Ein Schrei.
Ein weiteres Zelt kollabierte.
Sie sprang – gerade noch rechtzeitig hindurch.
Dann: ein Lachen. Abartig. Schrill. Falsch.
Azula fuhr herum. Alles drehte sich. Der Rauch stieg ihr zu Kopf.
Dieses Lachen.
Es schnitt durch den Brandgeruch wie ein Messer.

Sie taumelte durch den Qualm.
Plötzlich – eine Silhouette.
Ihr Herz blieb stehen.
Wie ferngesteuert ging sie darauf zu, blind fĂźr Feuer, Rauch, Schmerz.
„Oh… was haben wir denn hier?“
Eine Stimme, tief und sĂźffisant.
Ein Elf trat aus dem Rauch, mit einem Grinsen, das selbst die Flammen beschmutzte. Gold blitze in seinem Ohr – ein Ohrring.
Das Ohr. VerstĂźmmelt.

Azula erstarrte. Doch nicht vor Angst.

Ein einziges Blinzeln – und sie war wieder dort:
In der KĂźche.
Der Schrei ihrer Mutter.
Das schelmische Lachen.
Und diesmal stand Azula auf.

Diesmal war sie das Tier.

Etwas pochte in ihr, wild, brennend. Ihr Blut wurde zu Feuer.
Sie schrie. Und rannte.
Sie warf sich auf ihn, ein wilder Aufprall. Ihre Fäuste hieben auf sein Gesicht ein, schneller, fester, blutiger. Ihre Nägel rissen ihr die eigene Haut auf, aber sie ist vÜllig taub.

Der Mann fiel, knurrte – doch sie war bereits über ihm.
Dann – ein harter Schlag.
Er traf sie mitten ins Gesicht.
Sie flog zurĂźck, schlug auf.
Blut.
Dunkelrot tropfte es von ihren Lippen in den Dreck.
Ein Tropfen. Zwei.
Azula spĂźrte nichts.
Nur Zorn.

Sie schrie – ein Schrei wie aus der Hölle selbst.
Ein pulsierender violetter Strahl barst aus ihren Händen, blendend, gleißend. Ihre Augen leuchteten auf.
Der Räuber schrie. Nicht mehr hämisch –
sondern voller Angst.
Sein Schrei wurde zu Wimmern.
Dann: Stille.
Der Strahl erlosch.
Ihre Finger zitterten. Ihre Haut brannte.
Dort lag er.
Verbrannt.
VerstĂźmmelt.
Widerlich.
Doch es reichte ihr nicht.
Sie warf sich wieder auf ihn. Ein Schlag. Noch einer.
Immer weiter.
Sie war ein Tier.
Ein Sturm.
Nichts Menschliches war mehr in ihr.
Sein Gesicht war längst kein Gesicht mehr.
Ihre Hände, rot bis zum Ellbogen. Schlag fßr Schlag, ohne Zurßckhaltung. Blut spritzte ihr in die Augen.
Sie schlug, bis nichts mehr Ăźbrig war.
Dann – Stille.
Azula saß regungslos im Schutt, ihre Brust hob und senkte sich.
Der Gestank von Blut und verbranntem Fleisch drang durch die Asche.
Plötzlich –
die Flammen.
Sie holten sie zurĂźck.
Das Adrenalin wich.
Der Schmerz kam.
Sie sackte in die Knie. Hustete, keuchte, rĂśchelte.
Krabbelte ins Freie.
Und fiel.
Der Schnee kĂźhlte ihre Haut wie heilende Finger.
Sie blieb liegen.
Regungslos.
Ob sie in Sicherheit war, war ihr gleich.
Die Flammen knisterten in der Ferne, wie ein Tier, das sich sattgefressen hatte.
Dann wurde alles schwarz.

────── ⋆。˚ Die Asche bleibt. ⋆.°⭑──────

Triggerwarnung: Blut, Gewalt, Tod

Der Rauch war längst verzogen.
Doch der Geruch des Feuers und schwarzer Ruß klebten in ihren Haaren, auf ihrer Haut, in jeder Bewegung.

Ihr Blick wandert zu einem schwachen Schimmern in der aschigen Erde. Ein Ring. Er sieht alt aus. Er ist blutverkrustet. Sie hebt ihn auf. Mustert ihn. Dreht ihn in ihren Fingern. Er muss dem Räuber gehört haben. Eine einzige Träne rinnt ihre blutverschmierte, rußbefleckte Wange hinunter.

Azula stand mitten im verkohlten Zirkusrund, zwischen schwarzen Holzsplittern und verbogenen Metallstangen. Es war still. So still, dass sie ihren Atem hörte – hastig, flach, als könnte das Feuer jeden Moment zurückkehren.
In ihren Händen – zitternd – die schwärzliche Spur ihrer eigenen Macht.
Sie erinnerte sich an die Hitze, an das Chaos, an das Zucken der Flammen –
Und an ihn.
Der Räuber. Sie hatte ihn gesehen, wie er lachend inmitten der lodernden Flammen stand.
Da hatte es sich einfach… gelöst.
Das Licht war aus ihren Händen geschossen, wilder als je zuvor. Nicht kontrolliert. Nicht gezielt. Es hatte ihn verschlungen. Und alles um ihn herum gleich mit.

Azula keucht. Ihre Hände sind blutig, aufgeschßrft, ihre Finger verkrampft.

Nicht mit Magie.
Nicht aus der Ferne.
Mit ihren Händen.

Schlag um Schlag.
Selbst als er schon am Boden lag.

Ihre Brust hebt und senkt sich schnell. Ihr Blick zittert.
„Ich… hab ihn getötet.“
Nicht aus Mut. Nicht aus Not. Aus etwas, das in ihr war.
Dunkel. Laut. Unkontrollierbar.
Sie taumelt zurück. Die Welt verschwimmt. Ihre Hände zittern. Sie will sie abwaschen – doch da ist kein Wasser.

Nur Blut.
Und das Wissen:
Sie hat es getan. Und doch fĂźhlt sie keinen Tropfen Genugtuung.
Und alles was sie kannte war fort.

„Alle tot…“, flüsterte sie. Ihre Stimme war heiser.
Sie blickte auf ihre Hände, suchte darin etwas Menschliches, etwas Reines. Da war nichts. Nur Ruß, und die Erinnerung an Hitze und sengendem Schmerz.
Ihr Vater. Ihre Mutter. Ronaj. Die Zirkusleute.
So viele verschwundene Gesichter. Jedes Gesicht, das sie geliebt hatte, war nun Asche. Und sie – sie stand wieder einmal in der Mitte. Unversehrt.
Sie blickt auf ihre blutverschmierten Hände – fremd. Unmenschlich.
„Warum… .“
Es war kein Trotz in der Frage, nur Leere.
Ein kalter Wind fuhr durch das Wrack.
Sie senkte den Blick.

Mit einer Bewegung riss sie sich den verbrannten Stoff vom Arm, als kÜnnte sie die Schuld abschälen. Doch sie klebte an ihr. Wie das Blut des Räubers. Wie der Rauch. Wie der Tod.
Jeder, den ich liebe, stirbt.
Und ich bleibe Ăźbrig. Immer.
Sie ballte die Hände, spürte, wie in ihrer Brust etwas brodelte – heiß und schwer. Kein Feuer mehr. Nur die Ahnung davon.
Wie ein Fluch.

────── ⋆。˚ Ein Flüstern aus Gold ⋆.°⭑──────

Alles ist gedämpft.
Ein hohes Piepen füllt Azulas Kopf, als würde die Welt von innen heraus summen. Ihre Gedanken – zerfasert, bruchstückhaft. Ihre Beine tragen sie irgendwie, doch sie weiß nicht wohin.

Azula taumelt durch Nebel. Nicht den in der Luft – sondern in ihrem Kopf.
Jeder Schritt schwer. Ein stummes DrĂśhnen in der Brust.
Die Welt ist weit weg. Die Welt flackert.
Farblos. Leise.
Der Regen hat sie längst durchnässt, aber sie fßhlt ihn nicht.
Ihre Kleidung klebt an ihr wie Schuld. Jede Bewegung ein fremder Reflex. Sie stolpert. Die nassen Steine unter ihren Füßen rutschen.

Ihre Sicht verschwimmt.
Sie blinzelt, merkt kaum, dass sie weint.
Oder dass ihre Lippen blutig sind vom Zusammenbeißen.

Irgendwann: ein schwaches Licht.
Eine kleine Kapelle, verborgen am Wegesrand.
Sie taumelt darauf zu, stößt die Tür auf.
Trocken. Leer.

Azula fällt auf die Knie, hart, schwer, ohne jede Kontrolle.
Die Fliesen unter ihr kalt, wie ein Urteil. Sie bleibt dort, regungslos.
Zitternd. Leer.

Dann passiert es.
Ganz leise.
Ein kaum wahrnehmbares Zittern in ihrer Brust.
Ein einzelner, zittriger Atemzug ringt sich durch ihre Kehle.
Es beginnt nicht mit einem Schrei. Nicht mit einer Träne.
Sondern mit einem Brennen – im Bauch, in der Kehle, in den Augen.
Wie eine Flut, die sich jahrelang gestaut hat, die nun, ganz plĂśtzlich, das erste Leck findet.
Ein Zittern durchfährt sie.
Ihre Finger klammern sich verzweifelt an den Stoff vor ihrer Brust.
Wut, Trauer, Verlust, Einsamkeit, Ekel vor sich selbst –
alles stĂźrzt gleichzeitig Ăźber sie herein.
Keine Ordnung. Kein Entkommen.
Ein einziger, wĂźrgender Laut entweicht ihr.
Dann noch einer.
Dann bricht sie.
Ihr KĂśrper krĂźmmt sich nach vorn,
Schultern beben,
der Atem stockt,
und schließlich –
kommt der Strom der Tränen.
Nicht weich. Nicht schön. Sondern roh, laut, zitternd –
wie das Weinen eines Kindes, das vergessen wurde.

Hitze steigt ihr in den Hals, in die Augen, in den RĂźcken.
Alle GefĂźhle, die sie so lange festgehalten hat, brechen Ăźber sie herein.
Angst, Schuld, Schmerz, Sehnsucht.
Nicht nacheinander – alle gleichzeitig.
Sie klammern sich an sie, zerreißen sie von innen.

Und bald ist sie nichts weiter als ein bebendes Wesen auf den Knien.
Sie weint, bis sie glaubt, dass ihr Herz zerspringt.
Und als keine Tränen mehr ßbrig sind, bleibt nur:

Stille.

Eine leere, warme Stille. Wie ein Mantel, der ihr sanft umgelegt wird.
Azula atmet zitternd ein.
Dann wieder aus.
Langsam hebt sie den Kopf.
Vor ihr – der Altar. Schlicht. Und doch würdevoll geschmückt mit Tüchern, Blumen, und darüber:
ein goldenes Kreuz,
ruhig glänzend im schwachen Licht.

Kein rettender Engel. Kein Lichtstrahl.
Nur ein stilles, warmes Leuchten,
als wĂźrde es sagen:
„Ich habe dich gesehen.“
Azula starrt es an.
Und zum ersten Mal seit langem, spĂźrt sie:
Sie lebt noch.

Und das bedeutet etwas.

────── ⋆。˚ Wenn die Nacht singt ⋆.°⭑──────

In den darauffolgenden Jahren wurde Azula zur rastlosen Reisenden, getrieben von einer inneren Unruhe, die sie selbst kaum benennen konnte – vielleicht Sehnsucht, vielleicht Flucht.

Eldoria lag ihr zu Füßen: fremde Städte, uralte Wälder, staubige Gebirgspfade, laute Märkte, vergängliche Begegnungen. Doch Umherziehen allein füllte keinen Magen. Und so brauchte auch sie, wie alle, Münzen.

Sie begann, sich das Spiel auf der Laute beizubringen. Anfangs klangen ihre Finger unbeholfen, doch bald lernten sie zu tanzen. Die Laute – bunt verziert mit elfischen Runen und Blütenranken – wurde ihr steter Begleiter. Mit ihr fand Azula eine Sprache, in der sie sprechen konnte, ohne je etwas auszusprechen.

Bald sang sie. Erst flĂźsternd, dann voll, mit einer Stimme, die Licht und Dunkel zugleich war. Ihre Lieder waren wundersam, ihre Melodien durchzogen von Schmerz und Glanz, von etwas, das niemand greifen konnte.
Azulas Stimme besitzt eine seltene, fast unheimliche SchĂśnheit. Sie ist sanft wie fallender Schnee und doch tief wie ein stiller See bei Nacht. In ihr schwingt etwas Altes mit, eine Art verlorene Sehnsucht.
Sie erzählte von Feuer und Asche, von einem verlorenen Kind und einem Heim, das nie wiederkehrte – doch niemand ahnte, dass es ihre eigene Geschichte war. Die Menschen hörten zu, gebannt, ohne zu wissen, dass sie gerade Wahrheit vernahmen.

Und Azula lernte. Von Pfaden, Menschen, Orks, Zwergen, dem Land – und von sich selbst. In stillen Nächten, in gefährlichen Momenten, regte sich etwas in ihr: die Magie.

Zögerlich, ungebändigt. Noch immer hallte der Tod des Räubers in ihrer Erinnerung nach. Doch neben der Furcht kam Faszination. Denn was in ihr lebte, war keine gewöhnliche Gabe. Es war Blutmagie. Finstere Zauberei. Verboten. Gefürchtet. Verstoßen.
Trotzdem begann sie, sie zu erforschen – vorsichtig, aber unbeirrt.
Sie ist kein Lehrling, kein Meister – sie ist ein Rätsel, das sich selbst entwirrt.

Und so streifte sie durch das mystische Land. Bis sie eines Abends am Hafen Thyma Doreis stand.

────── ⋆。˚ Farone Durwen ⋆.°⭑──────

Hinweis:
Dieser Abschnitt Ăźberschneidet sich mit der Charaktervorstellung von Farone Durwen (PandoraSumpf887).

Es war ein recht sonniger Tag als Azula aus ihrem Haus schritt. Ein süßlicher, zimtiger Duft wehte ihr in die Nase. Ihr Herz schien für einen Moment stillzustehen, sie erstarrte völlig, als ihr ein kalter Schauer über den Rücken lief. Dieser Duft. Erinnerungen überschwemmten sie. Azula war wieder ein Kind, ein kleines Mädchen in der Küche bei ihrer Mutter. Dieselbe liebliche Note lag in der Luft, der warme, beruhigende Geruch von frischem Gebäck.

„Nimm dir ruhig was, Schatz“, ertönte die sanfte Stimme ihrer Mutter. Ein wohliges Gefühl breitete sich in ihrem Bauch aus – ein Gefühl, nach dem sie sich seit Jahren gesehnt hatte, das immerzu entglitten war wie feiner Sand zwischen den Fingern.

Azula riss die Augen auf, das Hier und Jetzt kehrte zurück, und mit ihm der brennende Drang, die Quelle dieses Geruchs zu finden. Sie stürmte auf die Straße, ihr Herz klopfte wild, ihre Gedanken jagten durcheinander. Wie von einem unsichtbaren Seil gezogen, folgte sie dem Duft, rannte durch die Gassen, keuchend, bis sie plötzlich vor der kleinen Bäckerei in Thyma Dorei stand.

ZÜgernd trat sie ein, versuchte das wilde Chaos in sich hinunterzuschlucken. Sie stand nun vor einer Theke, ihre Hände leicht zitternd, doch ihre Stimme klang ruhig wie immer, ohne jeden Anschein des Sturms, der in ihrem Inneren tobte.
„Das duftet herrlich“, sagte sie.

Und in dem Moment, als ihre Worte die Stille durchbrachen, wurde es auch in ihr ruhig. Fast magisch. Vor ihr stand eine Elfe mit rot-braunen, gelockten Haaren, deren Augen in einem warmen Bernstein leuchteten. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen – ein Lächeln so warm wie die Sonne, dass es für einen Augenblick all die Dunkelheit in Azula fortzuwischen schien.

Farone und Azula fanden langsam zueinander wie zwei FlĂźsse, die sich behutsam miteinander verweben.
Azula kam immer wieder in Farones Backstube, zunächst oft still an der Theke stehend, wortkarg, aber aufmerksam.

Ihre Freundschaft wuchs aus ihren Gegensätzen: Farones leidenschaftliches Feuer fand in Azulas ruhiger Tiefe Ausgleich. Wo Farone impulsiv war, war Azula bedacht und gelassen. Diese Balance gab Azula Halt und Vertrauen, sodass sie Stßck fßr Stßck mehr von sich zeigte.
Nach und nach entstand eine gemeinsame Sprache – ohne viele Worte, aber mit tiefem Verständnis. Sie wurden füreinander ein sicherer Hafen, eine Verbindung ohne Erwartungen oder Verpflichtungen.

Azula spürte, dass Farone half, diese gewisse Leere zu füllen, die sie in sich trug. Nicht durch große Gesten, sondern durch beständige, verlässliche Anwesenheit. Farone war nicht nur eine Freundin – sie war ein Anker. Und in ihrer Nähe fand Azula das Gefühl von Zuhause, nach dem sie lange gesucht hatte.

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Bei Verbesserungsvorschlägen oder Anmerkungen schreibt mich gerne an ~~
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Moin,
vielen Dank fßr das Schreiben deiner Cv, jedoch gibt es noch etwas was abgeändert werden muss


  • Bei deiner Kultur musst du dich fĂźr eine entscheiden. Soweit ich weiß sind bisher keine mischkulturen erlaubt, daher mĂźsstest du dich entscheiden und mĂśglicherweise den Rest deienr Cv auch anpassen mti dem fĂźr was du dich entschieden hast

  • Bei deiner Herkunft mĂźsstest du auch einmal hinzuschreiben wo dieses Bergdorf ungefähr lag. Im besten fall den kontinent und dann auch wo ungefähr

  • Auch bei den Schwächen wĂźrde ich dich bitten noch eine hinzuzufĂźgen, da das ganze noch nicht so ganz rein wirkt, besonders da es jetzt ja nicht unbedingt eine Schwäche ist nicht kochen zu kĂśnnen


Sollte es Fragen oder Anmerkungen geben kannst du dich gerne an mich wenden

~Kitty

Heyheyy,
Herkunft und Schwächen wurden jetzt angepasst und ergänzt. Auch der Magie sowie Fähigkeiten hab ich noch was zugefßgt.

BezĂźglich der Mischukultur meinte @Waldmaus im fts-dc folgendes zu mir:

"Grundsätzlich sind es Kulturen und Ethnien wie bei den Menschen. Bei den Fantasy-Rassen wurde das etwas ausgeweitet, da es bei den Beispielen dann eben den Fluch der Dämmerung gibt und die Seeltiere, was magische Komponenten sind. Da gibt es leider keine Musterlösung oder Vorgabe…

Ich wßrde spontan sagen, dass bei den magischen Komponenten die eine die andere verdrängt, wie es bei der Fortpflanzung und Vererbung normal ist. Da gibt es z.B. dominante und rezessive Gene; das eine bestimmt ßber blaue Augen, das andere ßber braune, und das dominante von beiden wird es am Ende.
So kann man es auch bei diesen magischen Vererbungen machen. Also dass z.B. die Seeltiere vererbt werden, aber der Fluch der Dämmerung stattdessen nicht.

Was richtig das Kulturelle angeht, kann man beides verbinden. Kultur ist etwas Bewegliches und Flexibles, nichts Starres, auf das man sich festlegen muss. Du kannst z.B. Leute mit „Salam aleikum“ begrüßen und trotzdem in Dirndl oder Lederkrachern Oktoberfest feiern - als komisches Beispiel. Genauso kann man christliche und jüdische Feiertage feiern. Oder kein Schwein essen, obwohl die Religion einem egal ist.
Auch in historischem Kontext hat bei der Christianisierung der Germanen eine Symbiose zwischen germanischer Tradition und Christentum stattgefunden bzw. Leute beides ausgelebt.

Also man kann zwei Kulturen gleichzeitig angehĂśren. Was wirklich biologische Vererbung angeht, wĂźrde ich raten, nur eine als dominante zu nehmen."

Vielleicht kann man sich das nochmal anschauen, ansonsten wird das natĂźrlich korrigiert.

lg :sparkles:

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Um mich diesbezĂźglich zu Wort zu melden:
Es ist meine persÜnliche Sicht; das hätte ich vielleicht deutlicher betonen soll. Offiziell gibt es da im Moment keine Vorgabe, doch das Kulturenthema kam bei der letzten Loreteam-Sitzung (die lange nach meiner Stellungnahme war) zur Sprache.

Ich denke, da wird in KĂźrze etwas Offizielles erfolgen. :slight_smile:

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Hii, ifh würde mich dazu auch mal melden. Da ich ja die Seelelfen geschrieben habe würde ich erstmal sagen, dass es doch recht unwahrscheinlich ist, dass sich diese beiden Kulturen kreuzen. Da die Seelelfen durch ihren Glauben und auch einfach Ortlich sehr verschlossen wahren (In der aZeit in dem dein Char geboren ist). Ja es gab vereinzelte andere Elfen in Averlyn, doch sind klassische Dämonenelfen doch meines erachtens zu „anders“ um die Stadt der Seelelfen ( oder anders rum) aufzusuchen. Die Offenheit kam erst mit Raélyn so richtig. Ich werde aber nochmal den Kontakt zu Kayro suchen. Auch finde ich es einwenig Schade, wenn man sich nur das raussnimmt von den Rassen, was einem gefällt. Ich finde Misch Kulturen sollten rein im Rp entstehen und dann auch gewürfelt werden… aber das ist nur meine persönliche Meinung.

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So, da bin ich wieder. ☆
CV wurde nochmal brav Ăźberarbeitet.
Lg Bluee

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