Wenn der Mond über den Türmen von Caldaris steht und die Schatten der Nacht die Gassen verschlingen, tritt eine Gestalt aus der Dunkelheit hervor, Corvus. Niemand kennt seinen wahren Namen, noch woher er stammt. Manche sagen, er sei einst ein hoher Offizier, andere glauben, er sei ein Geist, geboren aus den dunklen Stunden eines vergangenen Krieges oder auch ein einfacher anonymer Gesandter…
Corvus ist ein Meister der Tarnung und des Versteckspiels. Seine Bewegungen sind geschmeidig, seine Präsenz kaum wahrnehmbar. Er nutzt die Dunkelheit nicht nur als Versteck, sondern als Verbündeten. Mit einem präzisen Bogen und einem scharfen Verstand ausgestattet, agiert er als stiller Wächter in jenen Nächten, in denen das Recht schwach und die Gefahr groß ist. Sein wahres Motiv kennt niemand…seine Ziele scheinen erst dann erreicht wenn auch er nicht mehr zu finden war.
Man begegnete ihm nicht nur in den verwinkelten Gassen von Caldaris, sondern auch in der Hauptstadt Xantia, wo die Intrigen tief reichen. Überall dort, wo das Gleichgewicht der Mächte bedroht ist oder klare Ungerechtigkeit wirkt, taucht er auf, eine ungreifbare Gestalt zwischen Legende und Wirklichkeit. Die Maske, die er trägt, ist mehr als nur ein Mittel zur Tarnung. Sie ist das Symbol einer Trennung, zwischen dem Mann, der einst war, und dem Schatten, der er geworden ist. Corvus handelt jenseits der Gesetze, jenseits der Politik. Seine Loyalität gilt keinem Thron, sondern einem höheren Ideal: der Gerechtigkeit. Und dafür war ihm jedes Mittel recht. Wer Corvus jemals von Angesicht zu Angesicht begegnet ist, berichtet von einem Mann, der schweigsam, aber durchdringend wirkt. Seine Stimme ist ruhig und klar verstellt durch die Akustik der Maske, als spräche jemand, der in dunklen Hallen und auf fernen Schlachtfeldern gleichermaßen zuhause ist. Seine Augen, von einer Kapuze oder Maske halb verborgen, scheinen mehr zu sehen als sie preisgeben.
Die Bewohner der Städte und Dörfer kennen Corvus nur aus Geschichten – ein Schatten, der erscheint, wenn Hoffnung verloren scheint. Für manche ist er ein Retter, für andere ein Racheengel.
