Charaktervorstellung von Guinevere Sherborne (CiraThomasen)

Charaktervorstellung CiraThomasen: Guinevere Sherborne

Name: Guinevere „Gwen“, Lady of Sherborne

Im Ausweis: Guinevere Sherborne

Alter: 19

Aussehen:
Guinevere ist 1.65m gross und ist eher zierlich gebaut. Sie hat eine helle Haut, braune, lange Haare und funkelnde, braune Augen, eine kleine Nase und einen vollen Mund mit rötlichen Lippen.
Sie trägt (vor allen bei Festen, diplomatischen Besuche, oder auf dem Markt) schöne Kleider. Auf Streifzügen setzt sie auf ihre Räuberrobe, welche aus ledernen Hosen und Oberteil, mit Umhang und Kapuze besteht. Als Schmuck trägt Guinevere seit sie in Parsifal ist eine schlichte Kette, an welcher der Siegelring ihres “Liebhabers” hängt (siehe Geschichte).

Rasse: Mensch - Europäer

Beruf: Räuberin / Tarnung: Schreiberin

Religion: ehemals Christentum

Wohnhaft: In einer einsamen Burg, südlich von Lohengrin (ist im Aufbau)

Charaktereigenschaften:
Guinevere wirkt auf den ersten Blick freundlich, charmant, unschuldig und hilflos. Jedoch ist sie manipulativ und wickelt fast jeden um ihren Finger. Tief in ihrem Inneren ist sie jedoch ein Familienmensch und würde für ihre Familie sterben. Früher galt die junge Lady in ihrer Heimat als freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend.

Stärken:
Den Umgang mit dem Schwert oder dem Bogen lernte sie heimlich von ihren Brüdern. Am Bogen ist sie ein Naturtalent und trifft jedes Ziel. Mit dem Schwert kann sie gut umgehen, doch bevorzugt sie den Dolch. So kann sie sich hervorragend vor Feinden oder anderen Räubern verteidigen. Durch ihre Grösse ist sie ausserdem sehr flink und schnell.

Durch ihre Erziehung weist sie diplomatisches Geschick auf, hegt diplomatische Beziehungen und kann sich sehr gut aus aussichtslosen Situationen herausreden.

Ihre Mutter bildete sie in der Literatur und schreibt sehr gerne, und das auch sehr gut.

Da sie vor ihrer Ankunft in Parsifal lange gereist war, versteht sie die Kunst der Tarnung. Egal ob als einfach Bäuerin, Bäckerin, Magd, Adelstochter: Sie kann sich vor jedem Verstecken, solange er oder sie Gwen nicht an äusserlichen, nicht veränderbaren Merkmalen erkennt.

Schwächen:
Ihre grösste Schwäche ist die Familie. Egal, ob der zukünftige Ehemann & Kinder oder ob Freunde: sollten diese bedroht werden, würde sie alles tun: Auch für sie sterben.

Durch ihre Vergangenheit meidet sie grosse Menschenansammlungen, da sie panische Angst bekommt. Daher lebt sie recht zurückgezogen. Durch ihre Vergangenheit hat sie auch eine Klaustrophobie entwickelt. Aufenthalte in zu engen Räumen (wie Kerker) sind eine Qual und lassen sie durchdrehen.

Seit ihrer Kindheit leidet Guinevere an allergischem Asthma. Während der Frühlings- & Sommerzeit, wenn alles blüht, meldet sich ihre Pollenallergie. Dadurch ist sie wesentlich geschwächt und kann nicht lange rennen, ohne in Atemnot zu geraten. Im Herbst und vor allem im Winter merkt man von ihrem allergischen Asthma nichts.

Stammbaum von Guinevere:

Geschichte:

Leichtfüssig lief eine junge Dame an den kargen Feldern von Sherborne entlang. Die Sonne hing tief, die Wolken hatten schon längst eine orangene Farbe angenommen. Endlich war dieser elendig lange Sommer vorüber und sie konnte wieder unbeschwert in Sherborne herumlaufen. Sherborne war ein kleines, malerisches Dorf im Süden von England. Es gab einfache Häuser, zum Teil noch mit Strohdächern, endlose Felder und eine kleine Steinburg, in der die Lordfamilie von Sherborne hauste. Die Einwohner waren zufrieden und jeder liebte Lord Edward II. und seine Kinder. Es waren eigentlich immer friedliche Zeiten in Sherborne gewesen. Als jedoch seine jüngste Tochter, Guinevere, 10 wurde, verstarb Lady Elizabeth, die Frau von Lord Edward. Es war seine zweite Ehe gewesen, da seine erste Frau, Lady Maria, bei der Geburt seines 2. Kindes verstarb. Die beiden Kinder, Edward III. und Harry, verstarben im Laufe ihrer Kindheit an einer Grippe. Nur 2 Jahre nach dem Tod seiner Frau, heiratete Lord Edward II. die junge Elisabeth. Die gebar ihm 2 Kinder: Henry und Guinevere. Nach dem Tod seiner beiden ältesten, hätte Henry seinen Lordtitel geerbt.

Die junge Dame seufzte und dachte voller Sehnsucht an ihren Bruder, Lord Henry zurück. Dieser hatte ihr das Kämpfen mit dem Schwert und dem Dolch beigebracht. Aber auch wie man einen Bogen benutzte, zeigte er ihr.

Ihr Bruder und sie hatten ihre Mutter bei einem Reitunfall verloren, da war sie erst 10 gewesen. Und nur 3 Jahre später, als Guinevere 13 war, heiratete ihr Vater noch einmal: Lady Katherine. Im Gegensatz zu ihrer Mutter, welche die beiden Söhne ihrer Vorgängerin genauso liebte wie ihre eigenen Kinder, hasste Lady Katherine Guinevere und ihren Bruder. Sie zeigte dies bei jeder sich bietenden Gelegenheit nur zu deutlich. Doch die Ehe von Lord Edward II., ihrem Vater, und Lady Katherine stand unter keinem guten Stern: Sie hatte bereits 3 Fehlgeburten gehabt. Als dann noch ihr Bruder, Henry, eines Morgens bei einem Markt innerhalb der Stadt tot zusammenbrach, die Menschen aus Angst vor einem Attentat wie wild durcheinander liefen und Guinevere auf dem Boden überrannten, so dass sie sich ihren Arm brach, lag ein dunkler Schatten über Sherborne. Guinevere hatte seit diesem Tag Angst vor Menschenansammlungen. Die neue Lady an der Seite ihres Vaters hatte jedoch kein Erbarmen oder Mitleid mit ihr. Guinevere musste sofort ihren königlichen Pflichten nachkommen, trotz gebrochenen Arm und der Trauer um ihren Bruder. Ab und zu schloss Lady Katherine die junge Guinevere stundenlang in einem Schrank ein. Guinevere durchstand diese Qual nur durch ihren Vater. Und nach dem Tod ihres Bruders war Guinevere nun die Erbin ihres Vaters: Sherborne würde ihr gehören, solange er keinen Sohn bekommen würde.

Und nun lief Guinevere hier an den kargen Feldern entlang und atmete die frische Herbstluft ein. In der Burg waren alle wild durcheinander gelaufen, denn Lady Katherine lag in den Wehen. Mit 17 würde Guinevere eine grosse Schwester werden. Sie hatte nichts einzuwenden gegen eine Schwester, doch war ihr ein Bruder lieber. Denn so wüsste sie nicht eines Tages das Land ihres Vaters erben. Doch war sie sich der Gefahr auch bewusst, dass Lady Katherine sie im Notfall töten würde. Denn auch ihren Bruder hatte die schöne Lady auf dem Gewissen.

Guinevere seufzte und ging Richtung Burg. Doch weit kam sie nicht, denn ihr Mentor und Lehrer kam auf sie zu geritten. Neben ihm galoppierte ein zweites Pferd. „Lady Guinevere! Lady Guinevere!“

Fragend blickte Gwen ihren Mentor an, welcher ohne zu fragen, ohne sich anständig zu verbeugen, ihr einen dunklen Umhang mit Kapuze um die Schultern legte. Sir Reginald war ein ehemaliger Ritter ihres Vaters, welcher durch eine Verletzung nicht mehr kämpfen konnte. Doch er unterrichtete Guinevere in allen Belangen, was eine zukünftige Lady wissen musste. Er und ihre Mutter, als sie noch klein war, lasen ihr viel vor und brachten ihr auch das Schreiben und Lesen bei. Gwen mochte es schon als Kind, sich eigene Geschichten auszudenken.

„Ihr müsst verschwinden. Es ist ein Sohn, dcôch euer Vater hat verfügt, dass ihr dennoch die Erbin seid. Sie schickt bereits nach euch. Sie will euch töten!“, geschockt blickte Gwen ihren Mentor an und blickte zur Burg. Tatsächlich ritten Soldaten los und kamen in ihre Richtung galoppiert. Guinevere schnappte sich die Tasche, den Bogen und den Köcher mit Pfeilen, welche ihr Mentor ihr entgegen hielt. Dann hievte sie sich auf ihr Pferd und bemerkte, dass auch die Satteltaschen reichlich gefüllt waren. Er hatte wohl schon bei den ersten Anzeichen der Wehen für sie gepackt.

„Lebt wohl, Guinevere, Lady of Sherborne!”, mit diesen Worten trieb ihr Mentor ihr Pferd an, welches davon galoppierte. Als sie zurück blickte, sah sie, wie er sein Schwert zog und versuchte, die Ritter von Lady Katherine aufzuhalten. Doch schon bald ritt sie in den Wald und konnte ihn nicht mehr sehen. Sie ritt Tag und Nacht, und erst, als sie völlig verdreckt und nass in einem Dorf ankam, erlaubte sie sich eine Pause. Niemand fragte, wer sie sei. Glücklicherweise hatte ihr Mentor für sie Geldstücke eingepackt, so konnte sie sich eine Nacht in der Taverne leisten.

2 Jahre lang reiste die junge Lady umher. Mal fand sie kurzzeitig eine Anstellung als Magd für eine verwöhnte, aber freundliche, Königstochter. Sie hatte den König vor einem Attentat gerettet. Als sie bei einem Turnier sah, wie ein Mann mit einem Dolch auf den König zuging, rannte sie wie eine Irre auf den Fremden zu und durch ihre Geschwindigkeit konnte sie den Mann umstossen. Sie war eigentlich nur auf Durchreise gewesen und wollte sich das Turnier anschauen, als das passierte. Zur Sicherheit hatte sie ihre Haare schwarz gefärbt. Es fiel ihr zunächst schwer, so eine körperliche Tätigkeit auszuführen, doch mit der Zeit schätzte man ihre Arbeit, welche sie leistete. Der Kronprinz flirtete gern mit der vermeintlich schwarzhaarigen Magd, doch hatte er nie in Betracht gezogen, sie zu heiraten, war sie doch keine Adelige. Niemand ahnte, dass sie selbst die Tochter eines Adeligen war. Doch lange hielt sie sich dort nicht auf, denn bald hörte man am Hofe Gerüchte über eine Lady Guinevere of Sherborne …

In der nächsten Stadt, in der sie sich für längere Zeit aufhielt, half sie der verwitweten Bäckerin aus. Dort lernte sie die Kunst des Backens. Für die Bäckerin stand fest, dass dies ihre zukünftige Schwiegertochter werden würde, wenn ihr Sohn aus dem Krieg zurückkehren würde. Doch bevor es soweit war, machte sich Guinevere mit einigen Broten in ihrer Tasche aus dem Staub.

Im Norden von England, in einem kleinen Dorf, fand sie ein Heim bei einer armen Bauernfamilie, welche über die zusätzliche Hilfe dankbar war. Doch schnell merkte Guinevere, dass die Feldarbeit nichts für sie war. Ihre Allergie machte ihr einen Strich durch die Rechnung und oft fand die Familie sie nach Luft ringend am Boden. So kümmerte sich Guinevere vor allem um die Tiere. Nach nur einem Sommer verliess sie auch dieses Dorf, denn die Gerüchte über die verschwundene Lady machten auch nicht vor diesem Dorf halt.

Doch sie hatte kein Glück mehr: Wochenlang war sie herumgeritten auf ihrem treuen Pferd, ohne etwas zum Essen oder eine Unterkunft zu finden. Ihre Vorräte, welche sie vom Bauern bekam, waren seit Tagen aufgebraucht. Und nur die Beeren vom Wald halfen auch nichts. Da fasste sie sich einen Entschluss: Sie würde klauen müssen, wenn sie überleben wollte. Sie klaute nie mehr, als unbedingt nötig war: mal waren es Brote und Karotten, mal waren es Kleider. Ab und zu liess sie auch einige Goldstücke mitgehen. Guinevere wirkte durch ihre Kleidung hilflos und viele Männer sahen in ihr ein schnelles Opfer, doch wenn sie anfingen, mit ihr zu flirten, konnte Gwen ihnen, ohne dass sie etwas bemerkten, den Geldbeutel entwenden. An anderen Tagen stieg sie durch offene Fenster in die Häuser ein. Wenn sie in Städten war, welche Märkte hatten, stahl sie auch direkt vom Marktstand. Dafür verwickelte sie die Inhaber der Marktstände in ein Gespräch und deutete auf etwas hinter ihnen, während sie das Brot oder das Gemüse vor ihr in ihre Tasche wandern liess. Ab und zu konnte Gwen auch einen Mantel oder andere Kleidungsstücke klauen und fror so in den Nächten unter dem klaren Sternenhimmel nicht.

Als sie eines Tages an einem Hafen ankam, witterte sie eine Chance: Sie könnte nach Spanien mitsegeln und dort ein neues Leben beginnen. Sie könnte vielleicht einen etwas reicheren Bürgerlichen heiraten und sich eine neue Existenz aufbauen. Niemand musste wissen, dass sie Lady Guinevere of Sherborne war. So bequatschte sie einen spanischen Kapitän, welcher die wunderschöne Maid vor ihm nur zu gerne mitnahm.

Sie bekam von ihm eine eigene Kajüte auf dem Schiff und neue, seetaugliche, blaue Gewänder. Er verbot sogar seiner Mannschaft, sich der jungen Dame zu nähern. Die Reise sollte erst in einigen Tagen losgehen, dennoch verbrachte der junge Kapitän viel Zeit mit der jungen Bürgerlichen. Sie sagte nur, ihr Name sei Gwen. Und er? Seinen Namen verriet er nie, er meinte nur, sie solle ihn Raphael nennen: Kapitän Raphael. Mit seinen schulterlangen, braunen Haaren, der kräftigen Statur, der Kapitänskluft und einem Siegelring am kleinen, rechten Finger sah er gut aus. Oft bat er sie zu sich zu seinem Quartier und speiste mit ihr. Die Abende waren lang und oft lachten die beiden zusammen, während sie die Weinflaschen leerten. Langsam fand Guinevere Interesse an diesem charmanten, jungen Kapitän. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, mit ihm nur zu flirten, damit er sie auf seiner Reise mitnahm. Doch nun verliebte sie sich langsam aber sicher in ihn. Die Reise von England nach Spanien ging nur wenige Tage und das auch nur, weil der Wind gegen sie arbeitete. Raphael zeigte tagsüber der jungen Frau einige Kniffel der Seefahrt und brachte ihr kurzerhand das Orientieren mit Hilfe der Sterne bei.

Doch auf der kurzen Seefahrt geriet das Schiff mitten in der Nacht in einen Sturm. Die Wellen waren so hoch, dass sie in kurzen Abständen über das Schiff hinweg brachen und es flutete. Blitze zuckten am Himmel und weckten Gwen. Sie hörte, wie der sympathische Kapitän Befehle auf spanisch rief und wie andere Frauen und Kinder schrien. Das Schiff schwankte gefährlich, als Gwen aus ihrer Kajüte auf das Deck trat. Einige Male war sie fast gestürzt, doch sie dachte nur daran, dass sie überleben musste. Als sie endlich auf dem Deck ankam, peitschte ihr der Regen ins Gesicht. Die schwarze Farbe ihren gefärbten Haare lief ihr in die Augen und liessen sie tränen. Doch Gwen suchte sich ihren Weg durch die Mannschaft und hielt auf den Kapitän zu. Da erblickte sie Felsen, welche aus dem Meer herausragen. Sie sah, wie der Kapitän versuchte, das Schiff von den Felsen wegzudrehen, doch der Wind und die Wellen trieben das Schiff immer schneller auf die Felsen zu.

“Festhalten!”, schrie der Kapitän plötzlich, dabei blickte er Gwen in die Augen und formte ein paar Wörter mit seinen Lippen: “Ich Liebe Dich”, schien er sagen zu wollen. Gwen wandte sich ab und blickte sich gehetzt um. Sie hetzte auf den mittleren Mast des Schiffes zu. Ein Blitz schlug ein. Der Maste kippte. Das Schiff kollidierte mit den Felsen.

Guinevere dachte schon, sie müsse sterben. Als der Mast auf sie fiel, wurde ihr die Luft aus der Lunge gepresst. Sie hörte ein ohrenbetäubendes Krachen und dann stürzte sie schon ins Wasser. Einige Male konnte sie noch an die Wasseroberfläche schwimmen, doch die Strömung drückte sie immer weiter runter. Sie hatte keine Kraft mehr und sank immer weiter Richtung Meeresboden. Über ihr sah sie eine Gestalt nach ihr Tauchen: Es war Raphael, ihr Kapitän. Und dann verlor Gwen das Bewusstsein.

Als sie wieder zu Bewusstsein kam, lag sie an einem Strand. Alleine. Sie richtete sich schnell auf und blickte sich um. Um sie herum lagen einige Trümmerteile des Schiffes. Im Sand glitzerte etwas. Sie bückte sich danach und hielt daraufhin den Siegelring von Raphael in ihrer Hand. Sie wusste nichts von diesem Mann, ausser dass er sehr charmant war und sie anscheinend liebte. Doch hiess er wirklich Raphael? Sie schnappte sich ihren nassen Mantel und zog sich den Siegelring über ihren rechten Zeigefinger. Doch der Ring war viel zu gross. Sobald sie eine Kette fand, würde sie den Ring um ihren Hals tragen.

Sie erkannte den Ort nicht an dem sie sich befand, doch kämpfte sie sich einen kleinen Weg hoch. Oben angekommen, lief sie an den Klippen entlang. Die Klippen lagen über einem Fluss, welcher ins Meer führte. Oberhalb der Klippen thronte eine alte, verlassene, heruntergekommene Burg. Man erkannte die 3 Wachtürme und einen Hauptturm. An einigen Stellen war die Mauer kaputt. Rechts daneben schien ein alter Garten mit einem Teich zu sein. Links erkannte Gwen den Anfang eines Brunnens. Anscheinend gab es unter ihr eine Wasserquelle. Guinevere ging langsam, hungrig und durstig, auf die Ruine zu und hielt Ausschau nach anderen Menschen. Wer weis, wer hier sein Lager aufgeschlagen hatte.

Guinevere ging durch das eine grössere Öffnung in der Mauer. Rechts und links waren verrotete Baustämme.Vermutlich war dies das Eingangstor. “Hier könnte man wohl ein Tor errichten lassen”,überlegte Gwen. Der Eingang zum grossen Hauptturm war direkt vor ihr. Rechts von ihr war eine kleinere, bereits eingestürzte Mauer. “Man könnte hier gut einige Tierställe errichten und eine kleine Werkstatt” überlegte Gwen weiter. In der Burg brannte zwar kein Feuer und sie hörte auch nichts. Aber vielleicht lauerte jemand in der Burg?

Zögerlich schwang sie die knarzende, verrostete Tür auf und trat ein. Sie erblickte kaputte Holzmöbel, einen Herd und eine bereits kaputte Steintreppe nach oben. Wieder lauschte sie, ob jemand in der Burg war. Doch wiederum hörte sie nichts. So besichtigte sie die restliche Burg. in einigen Truhen und Kisten fand sie noch alte Kleidungsstücke wie Umhänge und Hosen. Aber auch altes, hartes Brot. So hatte sie zumindest etwas zu essen und durch den Brunnen vor dem Haus auch etwas zu trinken.

Schicksal oder nicht: Guinevere würde hier bleiben. Sie würde hier siedeln und die Burg neu errichten. Und sie würde das Leben einer Räuberin weiterführen. Doch das ging nur unter einer Tarnung. Die Tarnung als adlige Schreiberin. Einer der Räume, welche man durch den Hauptturm erreichte, bestand aus verrotteten Holzwänden. Doch würde man das Holz austauschen und neue Glasscheiben einsetzen, so wäre das ein wunderschöner Raum. Gleich daneben gab es einen leeren Raum, der sich als kleine Bibliothek eignen würde. Doch zuerst musste sie sich unter die Menschen wagen und Kontakte knüpfen. Vielleicht fand sie einige Helfer, welche ihr beim Wiederaufbau der Burg halfen? Doch ihre Hoffnung war gering.

Denn was sich in den letzten Jahren gezeigt hatte, war, dass Menschen nur an sich dachten. Keiner kannte mehr die Nächstenliebe, keiner würde ohne eine Gegenleistung sich für jemanden einsetzen. Die Reichen wurde immer reicher, während die Armen verhungern mussten. Oder man verliebte sich und die Person verschwand plötzlich aus ihrem Leben. Sie machte sich keine Hoffnungen: Raphael war wohl tot. Guinevere wollte dieses System der Ausbeutung nicht unterstützen. Sie wollte das zurück haben, was man ihr genommen hatte: Ein angenehmes Leben. Und das würde sie nur erreichen, wenn sie es den Reichen nahm.

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Wie immer sehr schön geschrieben :+1:, ich persönlich finde nur das es zuviele Stärken sind, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Bogen, Schwert und Dolchkampf, diplomatische Geschick, Belesen und Manipulativ und eine Meisterin der Tarnung und gutes Brot kann sie auch Backen :wink: dazu noch die Erziehung zu einer adligen Dame.
Vielleicht könnte noch ein jemand der Helfer seine Meinung dazu abgeben, ob ich es zu eng sehe :slight_smile:

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finde ich nicht… immerhin könnte sie im sommer/frühling nicht gut flüchten durchs asthma… sperrt man sie ein, dreht sie durch… wird vllt sogar verrückt. Sie mag keine Menschenmengen und Klaustrophobie hat sie auch… und sollte „Raphael“ auftauchen, würde sie alles für ihn tun.
aber ich kann gerne das mit dem Schwert rausnehmen.

Edit: das Backen wurde nicht als Stärke aufgelistet, sondern als normale Fähigkeit. Irgendwo gehört das dazu, dass man ein bisschen backen/kochen kann

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daher den Zwinkersmiley

Finde Stärken und Schwächen eigentlich so weit in Ordnung.

Vorstellung ist angenommen

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Kapitel 1: Die Insel der Gesetzlosen

Rau war die See, würde ein jeder Seeräuber zu jenem Tag sagen, als Guinevere Sherborne von ihrem kleinen Schiff ins Meer sprang und auf die Insel vor ihr zuschwamm. Die Strömung riss die junge Frau immer wieder weg, das Salzwasser brannte in den Augen, doch das war ihr egal. In einer kleinen Bucht war ein Schiff gestrandet, jenes Schiff mit welchem sie vor so vielen Monaten in einem Sturm gekentert war. Sie konnte es nicht glauben, als ein Elf ihr vor einigen Tagen im Schwarzmarkt von einem Schiff erzählte, welches er gestrandet auf einer Insel fand. An einem Fahnenmast würde eine seltsame Flagge mit einem roten Kreis mit schwarzen Emblemen auf weissem Hintergrund hängen. Guinevere zögerte nicht, holte eine Feder und Pergament und zeichnete die Flagge auf. Es war jene Flagge, unter welchem ihr Raphael gesegelt war.

Sie wusste, einer ihrer Auftraggeber hatte ihr noch Geld geschuldet und so bat sie statt des Geldes um ein Schiff. Ein Schiff, welches sie sicher zu jener Insel gebracht hatte. Eine kleine Mannschaft mit Dunkelelfen hatten die Räuberin begleitet. Und nun war sie hier.

Sie schwamm mit kräftigen Zügen auf das Schiff zu. Doch so näher sie kam, umso mehr erkannte sie, dass es nur noch ein Wrack war. Um das Wrack herum trieben Kisten und Trümmerteile im Wasser. Das einst so stolze, kleine Schiff wiess ein grosses Loch an Achtern auf. Da, wo die Kapitänskabine war. Prustend kletterte Guinevere auf das Schiff, in die Kapitänskabine, welche Knietief unter Wasser stand. Ausser einem Stück des Tisches und einer einsamen Truhe war nichts mehr vorhanden. Seegrass und Algen hatten bereits ihren Weg auf das Schiff gefunden. Langsam hob Guinevere die schwere, kleine Truhe hoch, stellte sie auf den kaputten Tisch und betrachte diese. In geschwungener Schrift stand am Deckel “Raphael”. Gwen öffnete die Kiste vorsichtig. Wie durch ein Wunder war das Wasser nicht in das innere der Truhe gedrungen.

Im Innern fand sie ein Fernglass, ein Sextant, ein Tagebuch und einige Goldmünzen. Es waren die persönlichen Gegenstände ihres Raphaels. Sie nahm die Sachen an sich und verstaute diese in ihre mittlerweile nassen Umhängetasche. Sie blickte kurz raus und sah, dass die Dunkelelfen den Anker ausgeworfen hatten und mit einem kleinen Boot auf die Insel zu ruderten.

Gwen öffnete die Türe zum Deck und fand es ebenfalls zerstört vor. In den unteren Decks war ebenfalls Wasser. Kein Anzeichen von Leben. Über einen umgekippten Masten balancierte Gwen auf die Insel und wartete auf die Dunkelelfen. Die Kapuze ihres Kluft zog sie sich tief ins Gesicht. Womöglich hatte die Mannschaft den Sturm überlebt und waren auf dieser Insel gestrandet.

Gemeinsam mit den Dunkelelfen durchkämmte Gwen die Insel. Doch keine Menschenseele war zu sehen. Auch auf den Nachbarinseln fanden sie in den nächsten 3 Tagen niemanden. Die Hoffnung schwand. So setzte sich Gwen in den Sand, an jenem Strand, an welchem das Schiff gestrandet war. Sie blickte es traurig an. Entweder war ihr Raphael im Meer ertrunken oder nur sie selbst und das Schiff waren nach Parsifal gereist. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt!

Die Dunkelelfen hatten sich um ein Lagerfeuer gesammelt und sprachen darüber, wie wunderschön dieser Ort sei. Er wäre jedoch sehr abgelegen. Gwen hörte nur mit halben Ohr zu, doch musste sie ihnen da zustimmen. Auf ihrer Suche hatten sie einige Ruinen gefunden sowie eine eigenartige Felsformation, die wie ein Schädel aussah. Zwielichtige Geschäfte, welche hier auf der Insel stattfinden würden, würde man wohl kaum stören.

Doch schien die Insel von Unwetter oder einem Seeungeheuer heimgesucht zu werden, denn ein zweites Wrack lag vor der Insel.

Seit sie nach Parsifal kam, war sie so einigen zwielichtigen Geschäften nachgekommen und hatte Intrigen gesponnen. So hatte sie den Sohn von Marcus Mallus, welcher ihn einfach vor ihrer Burg mit einem Brief ausgesetzt hatte, Greifenstein übergeben, um Informationen für den König Vardenfells zu sammeln. Sie hatte sich in den Reihen Mallus’ eingeschleust und Informationen an Lamondin und Ishwara weitergegeben, mit dessen Anführerin sie eine beginnende Freundschaft pflegte - für Informationen. Sie hatte sich selbst vergiftet, um das Vertrauen Mallus’ zu bekommen.

Verehrter Burgherr / Verehrte Burgherrin,

dies ist mein Kind, Arthur. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und jeher gab ich stets mein Bestes, es so zu lieben wie mein Eigen. Doch so sehr ich mich doch bemühe, es mag mir nicht gelingen. Seit dem Tod meiner ach so geliebten Ehefraue scheine ich jede Art von Emotion verloren zu haben. Auch fehlt mir jede Zeit, mich um meinen Sohn, mein eigenes Fleisch und Blut, zu kümmern. Diese Welt ist eine grausame und an jedem Tag werde ich daran erinnert. Ich möchte nicht, dass mein Sohn mit ansehen muss, wie diese Welt mich zu einem bösen Menschen macht. Nicht einmal mir selbst würde ich das zumuten wollen. Und ich würde es verdienen.
Ich habe Sünden begangen und eine Bestrafung ist mir gewiss. Doch mein Sohn soll nicht in einem Heim aufwachsen. Was er benötigt ist Erziehung und vor allem Liebe. Ich kann sie ihm nicht geben.
Daher bitte ich Euch, kümmert Euch um ihn. Ich stiess vor einigen Tagen bereits auf diese Burg und sah Licht, daher nahm ich an, dass sie bewohnt ist. Ich hoffe, ich habe Recht.
Ich flehe euch an, gebt meinem Sohn die Liebe, welche ich ihm nicht geben kann. Kümmert euch um ihn, als wäre es Euer Eigen. Lehrt ihm Vernunft, lehrt ihn was auch immer ein anständiger Christ niederen Adels wissen muss. Lehrt ihn zu lieben, wie ich es nicht mehr konnte.
Und wenn er alt genug ist, erzählt ihm von seinen wahren Eltern. Anbei liegt ein Brief, welches ihm einst seine Mutter hinterliess. Gebt es ihm, sobald ihr denkt, die Zeit sei reif. Sagt ihm, dass seine Mutter ihn liebte und eine wunderbare Frau war. Und sagt ihm, dass sein vater nicht immer ein guter Mann war und gewiss keinen Heldentod starb. Lehrt ihm anhand meines Beispiels, wie grausam diese Welt ist und was sie aus einem einst so guten Mann machen kann.
Ich kann Euch nicht zwingen, dies zu tun. Doch wenn Ihr es nicht mir zuliebe tun wollt, so tut es dem Kind zuliebe.
In tiefster Trauer
M. Mallus, Witwer von Ä. Elendur.

Doch hatte sie auch im Räubergrund in Lohengrin einige Waren verkauft: Egal ob Drogen oder gestohlenes Gemüse, sie hatte ein gutes Geschäft nach dem anderen gemacht. Doch war ihr klar, umso mehr Intrigen sie spinnen würden, umso mehr sie stehlen würde, desto eher würde man ihr auf die Schliche kommen. Sie brauchte einen Rückzugsort.

Und diesen schien sie nun gefunden zu haben. Die Sahiri Inseln lagen so abgelegen von jedweder Zivilisation, dass es Tage brauchte, um hierher zu kommen.

“Meine Herren… Würdet ihr mir die Kunst der Schifffahrt erklären? Ich möchte eigenständig ein Schiff … lenken… können”, bat Guinevere die Dunkelelfen. Sie lachten zuerst, da sie dachten, das sei ein Witz. Doch als sie auf der Rückfahrt waren, erklärten und zeigen die Dunkelelfen der jungen Räuberin alles. Immerhin bekamen sie Geld und sie wussten nicht, um welche Rasse es sich bei der Räuberin handelte. Was, wenn es eine Dunkelelfe aus Vardenfell war, welche die Seemänner in der Nacht umlegen würde, nur weil sie der jungen Räuberin nichts beibrachten?

Doch Gwen erwies sich als Naturtalent und als sie in Lohengrin ankamen, steuerte sie selbstständig das Schiff in den Hafen. Es würde noch einige Zeit dauern, bis sie alles beherrschte. Die Mannschaft der Dunkelelfen warfen den Anker aus und banden das Schiff fest. Sie würden in Lohengrin einige Nahrungsmittel erwerben und dann weiter nach Vardenfell segeln. Gwen bedankte sich für die Mitfahrt: “Eure Herrscher werden bald von mir hören!”

Und als einige Tage später ein Anschlag auf dem schwarzen Brett war, mit der Ankündigung des Weltenrates, fasste Gwen einen Entschluss. Sie schrieb einen Brief an Königin Malvae Canthus. Denn auch Gwen hatte vor, Land zu beanspruchen. Und dafür bräuchte sie ein Schiff.

Nachdem sie die Taube los schickte, zwielichtige Personen dafür bezahle, überall in Parsifal die Nachricht an das Schwarze Brett zu befestigen, fing sie an zu packen. Sogar einen Transport für ihre Tiere organisierte sie. Und nur wenig später setzte sie mit ihrem Hab und Gut Segel Richtung der Sahiri Inseln.


Erweiterung Steckbrief:

  • Beruf: Seeräuberin
  • Wohnhaft: Sahiri Inseln
    Zweitwohnsitz: einsame Burg, südlich von Lohengrin (ooclich)
  • Stärke: talentiere Seefahrerin
  • Schwäche: Durch die erlittene Vergiftung, in dem Versuch, das Vertrauen von Marcus Mallus zu gewinnen, um ihn ausliefern zu können und sein Kopfgeld einzustreichen, leidet sie an Muskelkrämpfen. Diese äussern sich in den verschiedensten Situation, sind aber schmerzhaft und wären beim Kämpfen hinderlich.
    .
Quellen

Wallpaper Dump: Fantasy Nonsense (Part 1) | Environment concept art, Fantasy landscape, Pirate art
lagoon by IIDanmrak on DeviantArt | Fantasy landscape, Pirate art, Fantasy
The Theirin Heir: Past, Present, and Possible Futures - Newborn by Aimo | Dragon age origins, Dragon age characters, Dragon age games
File:AC4BF Island Approach - Concept Art.jpg | Fantasy landscape, Assassins creed black flag, Art

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Kapitel 2: Der Ausbau

Jeder Tag ist kostbar: Die schönen Tage schenken uns Freude, die schlechten Tage Erfarhungen, die schlimmsten Tage Lektionen und die besten Tage Erinnerungen.

Oft dachte Gwen an jene Worte zurück, welche ihr Vater in ihr Tagebuch auf die zweite Seite schrieb. Sie bekam es zum 16. Geburtstag und schrieb alle paar Tage einige Gedanken rein. Doch die Einsamkeit blieb.

Alleine auf der Insel mit Bianca und ihrer Mannschaft ((NPCs)), verging ein Tag nach dem anderen nach dem gleichen Ablauf: Man stand auf, plante ein wenig, half beim Aufbau, ass zwischendurch etwas, um am Abend todmüde ins Bett zu gehen. Nur die wenigen Seefahrten nach Lohengrin brachten Abwechslung in das Leben.

Einer dieser abwechslungsreichen Abende war jener in Terra, als Gwen John Revel richtig kennen lernte. Es war ein unterhaltsamer Abend - und Terra schien ein geeignetes Ziel. Doch durch John fand Gwen ein viel besseres Ziel.

Nur Tage später war sie in Lohengrin, als Haakon Johansson seinen Eid als Richter ablegte. Natürlich war dies eine geeignete Chance, sich dem Richter vorzustellen. Und aus einer einfachen Vorstellung, war ein angenehmer Abend in der Taverne Lohengrins geworden. Nur wenig später stand der Hafen und die ersten Schiffen legten an.


((Sinnbild, der Hafen sieht natürlich anders aus :smiley: ))

Auch zu Malvae Canthus pflegte Gwen Kontakt. Die hübsche Dunkelelfe pflegte eine Art Freundschaft zu Gwen, doch Gwen hatte ihre eigene Ziele. Ziele, die sich nicht mehr verwirklichen liessen, als Bianca ihren eigenen Plan verfolgte. Die Königin Vardenfells hatte vor einigen Wochen ihren Sohn an Gwen verkauft. Doch als es zwischen ihr und ihrem Mann vorbei war und ihr Mann, Fanloen, sich in Bianca verliebte, wollte sie das Kind zurück. So gab Gwen das Kind im Austausch gegen das bezahlte Geld zurück, Fanloen und Malvae liessen sich scheiden und Bianca wurde die neue Frau an seiner Seite.

Alle paar Wochen traf Gwen auf John und ihr Plan nahm Gestalt an. Doch aus Furcht, dass John jemandem etwas erzählen könnte, folterte sie ihn. Doch er sprach stets die Wahrheit und anscheinend liebte er die junge Piraten aus ganzem Herz. Doch Gwen war mit ihren Gedanken bei einem anderen Mann. Je mehr John und Gwen Zeit zusammen verbrachten, umso mehr sehnte sich Gwen nach Raphael, nach einem sorgenfreien Leben.

Als dann Bianca Gwen erzählte, dass Fanloen um ihre Hand angehalten hätte, ging es weiter bergab mit Gwen. Sie freute sich für Bianca, dass ihr Plan aufging, doch eine Hochzeit würde sie unweigerlich an Raphael erinnern.

Als Fanloen nach Gwens Segen für die Heirat bat, ran ihr eine Träne über die Wange. Sie erzählte ihm und Bianca notgedrungen von Raphael, von ihrem mutigen Seefahrer, welchen sie liebte. Fanloen versprach, jeden Kieselstein Parsifals umzudrehen, bis er ihn gefunden hätte. Und Gwen war voller Hoffnung.

Doch wie könnte sie Raphael entgegentreten, wenn sie an John gebunden war? Daher verwarf Gwen ihren Plan und liess John gehen. In diesem Moment war ihr, ihr Herz wichtiger als ihre Beschäftigung.

Schnell ging die Planung für die Hochzeit voran. Fanloen liess für Bianca ein Hochzeitskleid für 1000 Taler in Auftrag geben. Zién Feilér, Stadtherr von Ilmare, war jener Schneider, welcher das Kleid für Bianca schneiderte. Als es fertig war, überlegte sich Gwen eine Überraschung. Sie hatte noch einige Rubine in der Schatzkammer, welche sie Bianca für ihr Kleid übergab. Und im gleichen Atemzug ernannte sie Bianca zur Quartiermeisterin, zu ihrer rechten Hand.

Ich versuche mich an ihn zu erinnern, so wie er früher war. Der Mann, dessen Namen ich in mein Herz geschnitzt habe. Jetzt habe ich all meine Tränen geweint. Ich bin ertrunken in diesen Monaten. Gestorben vor Sehnsucht nach ihm. Nach dem inneren Feuer, nach dem Kuss auf meiner Haut, nach seinem Herz. Nach dem Mann, den ich liebe. Ich bin immer dein.

Könnte es möglich sein, dass er… noch lebte? Gwen wurde immer verzweifelter, schlief kaum und ass nur wenig. Dunkle Augenringe zierten ihr Gesicht, sie wirkte abgemagert, müde und erschöpft. Die Sehnsucht verfrass sie.

Am Tag der Hochzeit, als sie eine mögliche Verbündete, eine junge Elfe, kennen lernte, war sie mit den Nerven am Ende. Wie könnte sie an einer Hochzeit die glückliche Schwester spielen? Doch sie schneiderte sich ihr Kleid selber. Ein wunderschönes, hellblaues Kleid mit dezentem Ausschnitt und Beinschlitz. Es war leicht Schulterfrei und sehr luftig. Durch einige Kniffe konnte sich verdecken, wie abgemagert sie war. Und selbst Bianca fiel nicht auf, wie schlecht es Gwen an der Hochzeit ging.

Doch die wunderschöne Zeremonie, als sich das Brautpaar in die Handflächen schnitt, das Blut in die Kelche tropfen liess und diese trank, ging vorbei, ohne dass Gwen zusammenbrach. Sie erblickte John und verdammte ihn innerlich für sein Erscheinen. Die ersten Glückwünsche wurden ausgesprochen, man bat zu Tisch. Doch sie blieb stehen und drehte sich um.

Gwen blickte auf das Meer hinaus und spielte mit der Kette, an welcher der Siegelring von Raphael hing. Das Meer glitzerte in der Abendsonne. Einzelne Delfine spielten im Wasser, Papageie flogen im Himmel.

“Gwen… bist du es wirklich?”, fragte da eine Stimme hinter ihr. Gwen drehte sich und schlug sich erschrocken die Hände vor den Mund. Tränen sammelten sich in ihren Augen. “Nein…”, hauchte sie, “Ra-Raphael…?”

Gwen streckte vorsichtig die Hand aus. Da stand ein Mann, welcher aussah wie Raphael, mit seinen längeren braunen Haaren und den braunen Augen, doch sie hatte Angst, das es nur eine Fata Morgana war. Vorsichtig nahm er ihre Hand in seine.


Quellen

On the Southern coast of Louisiana in the region of Acadiana there, nestled among the mangroves and dense… | Fantasy landscape, Fantasy art landscapes, Fantasy town
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