Tagebucheintrag – OOC-Fragment
„Von jenen, die Drachenflüstern konnten“
Es ist seltsam, wie leichtfertig manche bereit sind, in den Grundfesten der Welt zu rütteln.
Seit Anbeginn galt es als unumstößlich: Der Mensch steht fest wie ein Turm in der Brandung der Magie. Kein Zauber konnte ihn binden, kein Fluch konnte ihn knicken – nur Stahl, Glaube und Wille bestimmten sein Schicksal. So war es niedergeschrieben, so war es verkündet, und so haben wir alle gespielt.
Nun aber höre ich, dass dies nicht mehr gelten soll. Dass Menschen plötzlich doch empfänglich seien… nicht für jede Magie, gewiss, aber für jene, die von Drachen stammt. Ein zarter, fast schon entschuldigender Zusatz, der doch alles verändert.
Ich soll also glauben, dass all die Jahre, all die Kämpfe, all die Pläne auf einem Irrtum ruhten? Dass man plötzlich, in einem Federstrich, entscheiden kann: „Ach, sie sind doch nicht immun.“
Nicht, weil es sich aus dem Geschehen ergab. Nicht, weil es eine organische Wendung der Geschichte wäre. Sondern weil… es einfacher ist?
Ja, die Legende vom alten Wanderer klingt schön. Sie hat Klang und Tiefe, und der Gedanke, dass Drachenmagie älter ist als Götter und Völker, hat Gewicht. Aber ich kann nicht überhören, wie laut das Kratzen der Feder war, als man diesen Absatz ins Buch der Welt hineindrückte.
OOC gesprochen – es fühlt sich an wie ein Flickwerk. Eine elegante Erklärung, ja. Aber sie ist nicht aus den Wurzeln der Geschichte gewachsen. Sie ist ein nachträglich aufgelegter Teppich, um einen Riss zu verdecken, den man selbst hineingerissen hat.
Cheresar
