Pilgerstätte des Heiligen Grals

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In den östlichen Bergen des Menschenkontinents, die die heiße Wüste von den grünen Auen des Kirschblütenwalds trennen, liegt die Höhle, wo der Heilige Gral – das christliche Artefakt – gefunden wurde. In einer kleinen, in den Fels geschlagenen Kaverne, wo wohl einst Zwerge lebten, versteckte sich Franciscus aus Venedig, der Hüter des Grals, und gab für seinen Schutz sein Leben.

Tische und Bänke befinden sich heute für den müden Pilger dort, auf dem größten von ihnen noch das aus betagten Brettern errichtete Kreuz des Franciscus‘, welches durch die Berührung des Grals heilig und zur Reliquie wurde. Doch noch heiliger wurden die steinernen Böden, auf denen der Franciscus sein Blut wie ein Märtyrer zum Schutz des göttlichen Schatzes vergoss.


Der reuige Pilger, der seinen Weg zur Stätte finden will, wird vom östlichen Knotenpunkt der Menschen wenige Schritt gen Westen wandern, ehe er den Pfad findet. Entlang von Wegkreuzen und Heiligenhäuschen, an denen er betet, erreicht er bald den steinernen Pfad zur Höhle hinauf.

In der völligen Stille der einsamen und abgeschiedenen Stätte, in der Franciscus sich verbarg, ruht er auf den Stühlen um den großen Tisch, der von zahlreichen Gaben befüllt ist, und lässt die Inschriften der Heiligen Sprache auf sich wirken, ehe er die in der gemeinen Zunge lesen wird. Sein Kopf ist bei Gott und seiner Sünde, nicht bei Haus, Heim oder Lieben.

Dann erhebt er sich und betet vor dem geheiligten Kreuz, das Franciscus als letztes Werk erbaut hatte. Er betet für den Vater, für den Sohn und für den Heiligen Geist und ruft Engel und den Verstorbenen zur Vergebung seiner Sünde an, auf dass sie ihn vor Gott vertreten mögen.

Zuletzt hinterlässt er einen Taler, in der Kiste an der Wand zu seiner Rechten, und nimmt sich ein Pilgerzeichen aus der Truhe heraus. Es soll ihn auf ewig erinnern und seine Wallfahrt beweisen. Er drückt es an das Kreuz und dann den von Francisci Blut getränkten Boden, und es wandelt sich zu seiner persönlichen Reliquie.
Auf seinem Rückweg gen Heimat heftet er es sich an Hut, Stab oder Gürtel, und alle anderen Pilger und Christen erkennen, dass dieser auf heiliger Wallfahrt gewesen ist.

OOC

Standort: -1122 Y 2722

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