Charaktervorstellung ~ Aurora Nau'hiibir (überarbeitet)

OOCliches Vorwort

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meiner CV! Den Charakter spiele ich zwar schon seit Mitte 2020 oder so, aber da sich die Lore enorm geändert hat und sich Taakur Cerar aufgelöst wurde, habe ich beschlossen meine Charaktervorstellung freiwillig zu überarbeiten, sodass sie lore-konform ist und dadurch auch besser in die Welt hineinpasst. Da mein Charakter eigentlich aus einer Welt ausserhalb von Parsifal stammt, habe ich beschlossen, dass mein Charakter ihre Erinnerungen daran verloren hat während ihrer Umwandlung von Hoch- zur Dunkelelfe. RPlich werde ich also nur noch Informationen beziehen, die ich auch in Parsifal mitbekommen habe. Deswegen wurde als Heimat auch Taakur Cerar angegeben, da sie sich selber nicht mehr erinnern kann, woher sie ursprünglich stammt.
Die Hintergrundgeschichte basiert hauptsächlich auf tatsächlichem RP, das auch wirklich so stattgefunden hat (vorallem das Zeugs in Taakur Cerar). Einige Sachen habe ich dazugeschrieben oder so abgeändert, sodass es besser in die jetztige Lore und Chaos Religion passt.
Die alte Charaktervorstellung kann man übrigens noch im Forum anschauen gehen:
Charaktervorstellung ~ Aurora Nau'hiibir
Die Geschichte die ich dort geschrieben habe ist immer noch gültig für alles, was in Parsifal geschehen ist. Womöglich wiederhole ich mich mit dieser Version ein paar Mal, aber war zu faul das aufeinander abzustimmen.
Viel Spass beim Durchlesen… falls ihr euch die ganze Story nicht geben könnt, kann ich euch gut verstehen. Würde ich mir selber wahrscheinlich auch nicht antun. Wir sehen uns im RP! :slight_smile:

PS: Da der Beitrag zu gross wäre, wenn ich alles in einem posten würde, musste ich die Geschichte aufteilen und weiter unten posten.

Name: Aurora Nau’hiibir

Geschlecht: Weiblich

Alter: 119 Jahre / 17 Elfenjahre (Geburtstag unbekannt)

Rasse: Dunkelelfe

Körpergrösse: 184cm

Wohnort: Aratham

Heimat: Taakur Cerar

Religion: Chaos, Amaruk

Aussehen & physische Merkmale:

Aurora ist eine, für ihre Rasse untypisch, kleine, schlanke und zierliche Elfe. Ihre weiss/grauen Haare reichen ihr bis zur Hüfte und werden meist mit einem goldigen Haarreif teilweise hochgebunden, den sie noch aus ihrer Heimat hat. Durch die Chaos-Korruption erhielt sie lila Augen und ihre Haut wurde sogar noch blasser, sodass sie fast schon ein kränkliches Aussehen erhielt. Die Götter haben sie mit einem schönen Äusserem gesegnet und ihr einen natürlichen Charm verliehen. Ihre Kleidung ist sehr formell und passt zu den meisten gelassenen Anlässen wohl kaum. Am meisten trägt sie Kleider, die bis zum Boden gehen und oft sehr auffallende Farben haben. Passend zu den Kleidern trägt sie Handschuhe, die ihr bis zum Ellenbogen reichen.

Charaktereigenschaften & Persönlichkeit

Durch ihre extrem intelligente und charmante Art, kann Aurora so ziemlich jeden, früher oder später, um ihren Finger wickeln. Bei ihrer jahrelangen Tätigkeit als Beraterin und Diplomatin lernte sie, wie man gut lügt und andere täuscht. Als erstes bemerkt man an ihr, dass sie enorm eitel und arrogant ist. Aber auch sie verliert manchmal die Fassung und das kann schwerwiegende Folgen haben. Grundsätzlich ist sie eine ruhige und zurückhaltende Person, sie betrachtet die Situation stets aus sicherer Entfernung bevor sie handelt. Sie kann nur schwer Vertrauen aufbauen und öffnet sich fast niemanden. Ihre Mentalität ähnelt sich mit denen von den Orks: «Der Stärkste ist der Herrscher», jedoch ist ihr bewusst, dass man «Stärke» nicht nur auf physische Kraft begrenzen sollte. Durch die lange Zeit mit den Orks, klammert sie stark an die Hierarchie und die Idee, dass der Stärkere herrschen soll.

Sollte man Aurora näher kennenlernen so merkt man, dass sie einen weichen Kern hat und sehr sensibel ist. Sie fürchtet sich von ihren Nahstehenden verletzt oder verlassen zu werden, weswegen sie Probleme hat sich zu öffnen und Bekanntschaften zu machen. Ausserdem leidet sie an Selbstzweifel und sehnt sich nach der gerechten Anerkennung. Ihr innerstes Wesen kann fürsorglich und beschützend sein, jedoch zeigte sich diese Seite kaum noch.

Stärken:

  • Sehr intelligent
  • Sehr hübsch und attraktiv
  • Kann die Sprache der Orks fliessend sprechen und schreiben
  • Gute Manipulatorin (wortgewandt)
  • Scheint auf den ersten Blick eine Hochelfe zu sein
  • Besondere Resistenz gegen Hitze

Schwächen:

  • Wird schnell einsam
  • Selbstzweifel / hinterfragt sich oft
  • Kampfunerfahren / physisch schwach
  • Verschlossen und kalt (kann nur schwer Freundschaften schliessen)
  • Verlassungsängste
  • Begrenzte Kenntnisse über ihre magischen Fähigkeiten
  • Anfällig / empfindlich gegenüber Kälte

Beruf / Beschäftigung: Handelt gelegentlich mit wertvollen Waren

Fähigkeiten:

  • Kann lesen und schreiben
  • Wissen über die Orkische Kultur
  • Diplomatisches Können
  • Beherrscht die Sprache der Orks
  • Grundkenntnisse im Kochen (besonders Fleischgerichte)
  • Beherrscht den Zauber «Höllenfeuer» und setzt diesen auch primär ein
  • Kann reiten

Magie:

1. Höllenfeuer
Schule Exitium

Der Anwender wirft eine handvoll schwarzen Feuers auf sein Ziel. Das Feuer verursacht leichte, aber schwer heilbare Verbrennungen. (verursacht 1 Lp Schaden)

Hintergrundgeschichte Part I

TRIGGER-WARNUNG: Die Story enthält Andeutung von Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit! (vorallem Kapitel „Lohengrin I & II“)

((Hinweis: Die Kapitel „Lohengrin I & II“ hängen zusammen und spielen vor kurzer Zeit.))

Lohengrin I

Die Taverne «zum blutenden Zahn» war nur mässig besucht. Eigentlich auch nichts eigenartiges, schliesslich handelt es sich um eine verborgene Taverne im Untergrund Lohengrins. In dem abgedunkelten Lokal trieben hauptsächlich Orks und Goblins ihr Unwesen. Einige vermummte Menschen zählte man zu den Besuchern, jedoch konnte man davon ausgehen, dass man allesamt meiden sollte. Unter den zwielichtigen Gestalten sass jedoch eine Elfe in hellen Gewändern. Sie war keine Sklavin, nein im Gegenteil, sie war geschmückt mit goldenen Reifen und prächtigen Edelsteinen. Durch ihre teuren und hellen Stoffe stach sie heraus. Die Elfe sass alleine an einem grossen Tisch und nippte an einem beinah leerem Glas Wein.

Ein grosser Mann kam mit einem Begleiter in die Taverne hinein. Sein braunes Haar war ungepflegt und sein Bart sehnte sich ebenfalls nach wohltuender Zuwendung. Er beachtete die anwesenden Gäste nicht und stampfte direkt an den Ausschank und bestellte sich brüllend ein Bier und seinem Begleiter nur einen Minztee. Der Begleiter wich ihm nicht von der Seite und schaute etwas nervös die anwesenden Orks an. Seine Körperhaltung verriet, dass er sich nur ungern in diese Gesellschaft einbringt. «Sei nicht so ein Angsthase du Bengel» brüllte der grosse Mann lachend. «Schliesslich haben wir heute nicht schlecht verdient! Das muss man ausgeben!» und mit einem Handgriff liess der Mann einen Geldbeutel auf den Tresen fallen. Seine schäbige Kleidung und den Dolch den er unter seinem Umhang versuchte zu verdecken deuteten darauf, dass die beiden keine ehrliche Arbeit nachgingen. Erst nach dem zweiten Krug Bier sah sich der grosse ungepflegte Mann im Raum herum. Die kleine zierliche Elfe mit den hellen Haaren fiel ihm direkt ins Auge. «Na was haben wir denn da» murmelte er zu seinem zurückhaltenden Begleiter und trottete zu ihrem Tisch. «Da hat sich wohl eine kleine Elfe zu einem dunklen Ort verwirrt» sagte er belustigt als er sich auf einen Stuhl neben ihr setzte. «Bringt Ihr mir ein neues Glas Wein?» erwiderte die junge Elfe ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Der Mann brach in lautem Gelächter aus. Seine Begleitung bleib stumm und klebte weiterhin an ihm. «Vorlaut, was? Das macht aber nichts, ich kenne einige die für eine junge Hochelfe gut zahlen würden.» er musterte sie, die Elfe jedoch blieb ruhig und schenkte ihm weiterhin keine Aufmerksamkeit. Da kam ein kleiner Goblin herangeschlichen mit einem Tablett. Auf dem Tablett war ein Glas mit Wein, welches der Goblin mit gesenktem Haupt der Elfe hinhielt. Der Mann staunte nicht schlecht als der Goblin die Elfe mit «Herrin» ansprach. «Ich muss Euch leider enttäuschen der Herr. Ich bezweifle, dass Ihr für mich einen Käufer finden würde, schliesslich bilde ich einen Grossteil Eurer Klienten.» Erzürnt schlug der Mann heftig auf den Tisch, nicht verstehend vor wem oder was er sass. «Was soll das heissen?! Dir werde ich noch Manieren beibringen!» sein Begleiter verdeckte bereits mit seinen Händen die Augen als er sah, dass sein Herr die Hand gegen die kleine Elfe erhob. Doch gab es keinen Laut, keinen Aufprall. Die Zeit schien wie stehen geblieben zu sein. Als der kleine Helfer zögerlich durch seine Finger guckte, sah er einen kräftigen Arm über sich. Dieser Arm gehörte jedoch nicht dem grossen Mann, sondern einem kräftigen Ork, der hinter den Beiden stand. Verwirrt und vor Angst erstarrt wusste der Mann mit der erhobenen Hand gar nicht, was passierte als die Elfe sich entspannt auf ihren Stuhl zurücklehnte und schmunzelnd ihren Wein zu ihrem Mund führte. «Shukur» sprach sie und der Ork schlug mit der anderen Hand auf den Arm des Mannes. Mit weit aufgerissenen Augen fiel der Mann zu Boden. Auch sein Begleiter fiel hin, direkt vor die Füsse des Orks, der gerade seinem Herrn mit blossen Händen den Arm gebrochen hatte. «Oh verzeiht, ich dachte Ihr würdet Euch nach Gewalt und Schmerzen sehen, wieso sonst würdet Ihr Eure Hand gegen mich erheben» sprach die Elfe als Sie einen weitere Schluck Wein trank und aufstand. Der Mann jammerte lauthals vor Schmerzen, man konnte sein eigenes Wort kaum noch verstehen. Mittlerweile stunden sämtlich Gäste hinter dem Geschehen und beobachteten. Die Elfe nahm Ihr Getränk und leerte es auf den am Boden vor Schmerzen windenden Mann. «Mein Name lautet übrigens Aurora Nau’hiibir. Ich bin mir diesem dunklen Flecken genau bewusst, jedoch drang ich nicht in Euer Gebiet ein, sondern ihr in mein Gebiet. Und wer sich eine solch bodenlose Frechheit erlaubt, wird Schmerzen erleiden.» Unbeeindruckt stand sie noch eine Weile vor dem Mann und richtete dann ihren Blick auf den erstarrten jungen Mann, der noch immer auf dem Boden lag, kaum einen Meter entfernt von seinem Herrn. «Es scheint als ob Ihr meinen Wein ausgeleert habt. Nun denn, als Schadensersatz akzeptiere ich gerne Euren kleinen Begleiter. Wie ich sehe habt Ihr sowieso keinen Bedarf mehr an ihm» und mit einer Handbewegung liess Aurora ein paar helfende Hände kommen. Zwei Goblins fesselten den jungen Mann an den Händen, dieser wehrte sich gar nicht, noch immer war er von der grausamen Wende der Situation überwältigt. «Ihr kommt mit mir.» meinte die Elfe und stieg über den am Boden liegenden Mann und schritt nach draussen. Dicht gefolgt von mehreren Orks und Goblins und zuletzt von dem gefesselten Burschen, der von ein paar Goblins hinterhergezogen wurde. In der Taverne blieb lediglich der Mann mit dem gebrochenen Arm zurück, sowie einzelne Trunkenbolde, die in ihrem Rausch schon gar nichts mehr mitbekommen haben.

Der junge Mann wurde mittlerweile in eines der Zimmer in einem Lohengriner Gasthaus gebracht. Das Zimmer schien bereits für längere Zeit bezogen zu sein, etliche Dinge stunden im Raum oder lagen auf dem Boden. Auch wertvolle Objekte lagen einfach so herum, der junge Mann bereute es diesen Ort nicht schon früher aufgefunden zu haben. Jedoch war ein solcher Gedanke momentan nutzlos für ihn. Er war nämlich an einem Holzpfahl in angebunden, sodass er auf dem Boden hocken musste und sich kaum bewegen konnte. Eine Flucht schien ihm aussichtslos. Die Goblins entledigten ihm sämtlicher Ausrüstung und vor der Tür schienen mehrere Orks ihr Unwesen zu treiben. Was ihm jedoch am meisten Angst machte war die Kenntnis, dass die Orks, sowie auch deren Herrin, die Elfe, sein Gesicht gesehen hatten. Er wollte sich nicht ausmalen was mit ihm passieren würde, wenn er nach seiner Flucht wieder in ihre Hände geraten würde. Schlagartig wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als die Tür aufsprang und dieselbe Elfe hineintrat, die sich als «Aurora Nau’hiibir» vorstellte, nachdem sie seinem Freund den Arm brechen liess durch einen ihrer Orks. «Ich sehe schon du hast es dir bereits bequem gemacht» sie schmunzelte auf ihn herab und setzte sich auf einen Stuhl gegenüber von ihm, sodass er nur noch ihren Rücken sah. Auf dem Tisch vor ihr waren Helme und Schilde von Menschen gestapelt. Einer der Schilde reflektierte ihr Gesicht, sodass der geknebelte Mann trotzdem ihr Gesicht, wenn auch nur einen Teil, erblicken konnte. Man konnte nicht abstreiten, dass sie eine Schönheit war. Desto mehr kam bei ihm die Frage auf, weshalb oder wie eine solche Elfe unter Orks und Goblins kommen konnte und weshalb diese ihren Befehlen Folge leisteten. Durch die offene Türe traten ein paar Goblins hinein. In ihren Händen umklammerten sie fest schön verzierte Schmuckkästchen aus edlem Holz und Metallen. Durch ihre tollpatschige Natur fiel dem ein oder anderem Goblin hin und wieder ein Ring oder ein Reif runter. Die Augen des Mannes funkelten und als ein goldener Ring bestückt mit einem funkelnden Edelstein direkt vor seinen Füssen landete, konnte er nicht anders als zu versuchen mit den Füssen den Ring näher an sich zu bringen. Die Goblins scharten sich um die sitzende Elfe und beachteten den verlorenen Schmuck gar nicht, der Elfe entgingen die Versuche des Mannes jedoch nicht. «Du willst doch nicht enden wie dein Freund in der Taverne oder doch?» sprach sie und ihr Blick richtete sich auf den Schild, sodass der Blick direkt auf ihn traf. Der Mann sprach kein Wort und gab seine Versuche auf. «Ich rate dir brav da sitzen zu bleiben, dann wird dir auch gar nicht viel passieren, versprochen.» belustigt sah sie den Mann an. Die Goblins um sie kicherten und warfen einen hämischen Blick auf den Gefesselten. Die Elfe streckte ihre Arme aus und die Goblins begannen ihr vorsichtig den Schmuck abzunehmen und in die Kästchen zu legen. Die nervöse Art der Goblins schienen der Elfe nichts auszumachen, sie sass da ganz entspannt und liess die Goblins ihr dienen. «Ich muss sagen ich war schon enttäuscht» sprach Aurora. Der Mann blickte sie verwirrt an, brachte aber kein Wort hinaus. «Als dein Freund von euren geschäftlichen Erfolgen sprach, erhoffte ich eine grössere Ausbeute. Mit seinem abgenommenen Geld und deinem kann ich meine Orks kaum einen Tag durchfüttern.» sie streifte sich einen Ring ab und reichte ihm einen der Goblins. «Weisst du wie viel Futter diese Kolosse benötigen? Ich muss sie immer davon abhalten meine kleinen Gobbos zu futtern.» sie kniff einem der Goblins in die Wange, dieser rührte sich kein Stück. «W-Wer seid Ihr? Wieso dienen Euch diese Kreaturen des Chaos?» stotterte der Mann. «Ich würde sagen, dass ich ab jetzt deine Herrin bin. Es wäre weise mir zu dienen und versuche nicht von meiner Seite zu weichen. Meine Orks sind so hungrig, selbst diejenigen mit der grössten Selbstbeherrschung würden bereits schon über frisches Menschenfleisch herüberfallen.» erwiderte die Elfe. «Achja, nur damit es keine Missverständnisse gibt, ich bin keine Hochelfe, auch wenn es den Anschein macht» aus der linken ausgestreckten Hand sprangen plötzlich dunkle Funken hervor. Die Goblins sprangen sofort ängstlich zurück und in der Reflektion des Schilds konnte man das Schmunzeln der Dunkelelfe erkennen. «Dennoch lässt mich nicht die Frage los, wer Ihr seid und weshalb Euch diese Wesen dienen!» die Worte platzten förmlich aus dem jungen Mann heraus. Verwirrt und verängstigt wechselt er seinen Blick ständig von der Dunkelelfe auf die Goblins. Aurora scheint nicht genervt zu sein und auch die ganze Nervosität um sie herum liess sie kalt: «Du bist mir aber ein ganz neugieriger, bist du denn schon lange in Lohengrin?» der Mann antwortete stumm und nickte bloss. Aurora griff sich an den Hinterkopf und streifte einen goldenen Haarreif aus ihrem Haar. Sie gab ihn nicht wie sonst an die Goblins, sondern nahm ihn in beiden Händen und betrachtete ihn genauer. Ihr Blick wurde zuerst ernst und finster, entspannte sich dann aber bald schon wieder und es wirkte, als würde sie einen alten Freund erblicken. Sie schien regelrecht versunken zu sein und liess ihren Blick nicht von dem Haarreif los. Bei genauerem Betrachten des Reifs fiel dem Mann auf, dass es womöglich gar kein Haarreif sein sollte, viel mehr ähnelte er einem Armreif, einfach viel grösser, also nicht dafür gedacht, dass ihn Menschen oder Elfen tragen würden, viel mehr wurde er für Orks geschaffen. «Wenn du schon länger hier wohnst, dann sagt dir bestimmt die Stadt Taakur Cerar etwas, oder nicht?».

Taakur Cerar

Die Wüstensonne senkte sich langsam zum Horizont und man konnte am erröteten Abendhimmel bereits die ersten Sterne entdecken. Die Stadt der Orks Taakur Cerar erstreckte sich als ein Meer aus Zelten in der Wüstenlandschaft und war umrahmt von einer massiven Mauer. Zwischen den Zelten führten einige Wege und Strassen zu grossen Marktplätzen, wo noch immer reger Betrieb herrschte. Die Goblins verkrochen sich langsam zurück in ihre Slums und die Orks trieben die Sklaven in ihre Schlafquartiere. Aurora trat aus ihrem Zelt heraus und entschloss einen abendlichen Spaziergang zu unternehmen. Während der Hitze am Tag traut sie sich kaum noch heraus, obwohl sie sich bereits beachtlich an das Klima der Wüste angepasst hat. Dennoch schätzt sie die abkühlenden Nächte sehr. Als sie durch einige Wege schlenderte begegnete sie einer kleinen Schar von Ork-Kindern die gespannt um ein Feuer sassen und den Geschichten des Schamanen lauschten. «… und mit der überlegenen Kraft und der Macht der Götter war Sieg schon vor der Schlacht unser! Die Menschen hatten keine Chance gegen unsere Krieger und unserem Grosshäuptling!» erzählte der Schamane als er ein Pulvergemisch in die Flammen warf, sodass das Feuer kurzzeitig in die Höhe schoss. «Ah, Aurora! Komm, geselle dich doch zu uns. Ich erzählte unseren Jünglingen gerade von der glorreichen Schlacht um Ankaa!» sprach der Schamane als er die Elfe hinter den Kindern erblickte. «Bitte entschuldige, ich wollte dich nicht unterbrechen» sagte sie und setzte sich am Rande der Gruppe in den Sand. Der Schamane schüttelte den Kopf und unter seiner Maske konnte man ein Grinsen erkennen. «Ein so hoher Besuch hat man nur selten Kinder! Die Tochter des Häuptlings persönlich!» erklärte der Schamane und die Kinder erstaunten. «Wie viele der schwachen Menschen hast du in der Schlacht getötet?» fragte eines der Ork-Kinder und setzte sich mit grossen Augen vor Aurora. Aurora lachte nur und nahm das Kind auf ihren Schoss «Weisst du, ich bin nicht eine Kriegerin so wie du es mal sein wirst, wenn du gross bist. Leider bin ich kein grosser starker Ork und werde niemals so stark sein wie unser Häuptling.» das Ork-Kind auf ihrem Schoss nickte und spielte mit ihren langen Haaren. «Da hat sie Recht! Aber ihr, meine Kinder, ihr werdet kämpfen, wenn ihr gross und stark seid jaja! Darin besteht kein Zweifel! Die Götter werden euch mit Stärke segnen sodass ihr genug Ruhm und Ehre für unseren Stamm und unseren Glauben erkämpfen könnt!» predigte der Schamane in die Runde. «Und wenn unser Häuptling in einem ehrenhaften Kampf mal fällt, dann werdet ihr für seine Tochter, Aurora, weiterkämpfen und ihr dienen! So wie es die Götter wollen!» sprach er und die Kinder jubelten laut. «Ach Arrtakh, bis dahin wird er hoffentlich noch lange gehen. Und solange könnt ihr noch trainieren und viele viele Schlachten führen, stimmts?» erwiderte Aurora lachend und fing an mit den Kindern zu spielen. «Mhm… die Götter haben Grosses für dich geplant, Lichtbringerin…» murmelte der Schamane unter seiner Maske, das Geschrei der spielenden Kinder übertönten seine Worte.


Aurora in Taakur (©WLOP via Patreon)

«Wie lange müssen wir denn noch gehen Buir?» keuchend lief Aurora hinter einem riesigen Ork nach. Schweissperlen liefen ihr über die Stirn und die Sonne brannte auf ihrer Haut. «Es ist nicht mehr weit, Kleine, ich trage dich auch wenn du willst.» sprach der Ork und streckte ihr helfend eine Hand aus. Aurora signalisierte mit einer Handbewegung, dass sie keine Hilfe benötige. Die beiden marschierten weiter in den Bergen der Wüste. Hinter den Gipfeln der Berge konnte man im Osten das Meer erblicken, es funkelte durch die Sonne wie ein Haufen Edelsteine. Es dauerte auch nicht mehr lange als die beiden an einen Ork in Mitten der Berge ankamen. Auf einem kleinen Plateau standen ein paar primitive Dachzelte sowie ein paar Fässer und Kisten. Im Schatten der Zelte waren einige Teppiche ausgelegt und in der Mitte war ein Loch für eine Feuerstelle gegraben. Man konnte sehen, dass dieser Ort bereits schon mehrmals besucht worden ist. «Und was genau wollen wir hier? Hier ist doch weit und breit nichts?» fragte Aurora und sah sich um. Die Aussicht war zwar ziemlich beeindruckend, aber dennoch war weit und breit nichts ausser diesen paar primitiven Zelten. Dadurch, dass das Plateau höher gelegen war, zog eine angenehme Brise vorbei, sodass die Hitze der Wüste auch während des Tages erträglich war. «Früher oder später wirst du die Stämme leiten müssen, da reicht es nicht nur was du in dieser Welt erreicht hast, mögen dir noch so viele Orks und Goblins folgen wollen.» sprach der grosse Ork, «damit du wie ich, ein grosser Häuptling werden kannst, musst du dich auch in der spirituellen Welt aufbauen und eine gute Verbindung zu den Göttern haben.». Aurora hielt kurz inne. Der Gedanke, dass sie eines Tages den Platz ihres Vaters übernehmen sollte beriet ihr Unwohlsein. «Du wirst auf dich allein gestellt sein. Ich werde dir dann keinen Rat mehr geben können und unser Schamane ist auch schon gut ausgelastet mit seinen Reisen und seinen Adoptivkindern.» der Ork-Häuptling grinste kurz und kramte in den Kisten nach Gegenständen. «Aber was wollen wir hier oben? Ich kann doch auch bei Arrtakh über die Lehren der Götter lernen.» Aurora liess nicht nach. «Oh, du wirst nicht nur über die Götter lernen, Kleine. Hier oben wirst du sie erleben.» er reichte ihr eine Schale mit einem befremdlichen Gemisch darin. «Hier oben hat man eine starke Verbindung zum Immaterium, hier kannst du den Worten der Götter lauschen und wenn du Glück hast, wirst du auch das ein oder andere verstehen können.» auch er hat eine Schale mit der Flüssigkeit vor sich. «Nun trink die Schale aus, dadurch stärkst du deinen Körper und öffnest deinen Geist für die Götter» wies er sie an und trank seine Schale in einem Zug aus. Aurora trank zögerlich die Flüssigkeit, sie schmeckte eigenartig und hatte einen fauligen Nachgeschmack. «Konzentriere dich, schliesse deine Augen und bete.». Sie befolgte den Rat ihres Vaters und versuchte sich zu entspannen. Plötzlich wurde es ganz still. Sie konnte spüren, dass ihr Körper sich immer wärmer anfühlte. Starke Schmerzen brachen in ihrem Kopf aus. Ihr Körper wurde schwach und sie spürte, wie sie langsam die Kontrolle verlor. Auf einmal schien ihr alles fern zu sein. Ihr Bewusstsein glich nur noch einem schwachen Licht in der endlosen Dunkelheit.

Krankheit übermannte den Körper Auroras. Viele Wochen lag sie nur noch da, keine Bewegung, keinen Ton. Nach dem Ritual und nach dem Verzehr der Flüssigkeit zur Ehrung der Chaos Götter fiel sie in einen schlafähnlichen Zustand. Hagrast, der Häuptling des Stammes und ihr Vater, trug sie zurück in ihr Zelt und sorgte sich tagelang um sie. Ihr Zelt wurde rund um die Uhr bewacht. Vor dem Zelt hielten starke Orks Wache und im Inneren pflegten sich Goblins um die Bewusstlose. Mit der Zeit konnte man am Äusseren Veränderungen wahrnehmen. Ihre bereits blasse Haut wurde noch blasser, man nahm fälschlicherweise an, dass die Blässe nur temporär anhalten würde. Nach ihrem Erwachen bemerkte man auch, dass ihre blauen Augen dunkler wurden. Ihre Augenfarbe wechselte zu einem aussergewöhnlichen Lila. Ihre Gesichtszüge wurden sanfter und ihre Figur noch schmäler, da sie über Tage kaum Nahrung zu sich genommen hatte. Immer wieder besuchte der Stammesschamane Aurora und sorgte sich um sie. Er betete mit weiteren Anhängern zu den Göttern, vollzog Rituale in ihrem Zelt und verbrannte Heilmittel, sodass die heilenden Kräuter in ihren Körper gelangen. Jedoch schien alles nicht zu wirken.
Nach langer Zeit geschah es dann endlich. Gerade als ihr Vater neben ihrer Bettkante stand und zu den Göttern betete, öffnete Aurora ihre Augen. Sie erblickte einen etwas irritierten Ork. «Was ist geschehen?» fragte sie vorsichtig, völlig überrascht, weshalb sie plötzlich in ihrem Zelt aufwacht und von so vielen Heilmitteln und Goblins umgeben ist. «Endlich bist du wach Kleine.» Hagrast schenkte ihr ein kurzes Lächeln. «Die Götter lächeln auf dich herab, sie haben dich offenbar mit weiterer Schönheit gesegnet» sprach er und blickte tief in ihre lila-farbigen Augen. Aurora verstand zuerst nichts, nach einer genauen Aufklärung der Lage und dem Geschehenen verstand sie was passierte. Offenbar schickten die Götter sie in einen Schlaf und änderten ihren Geist und ihren Körper.

Die Geschichte geht weiter unten weiter!

Credits: Sämtliche Bilder sind vom Künstler WLOP (https://www.patreon.com/wlop)!

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Hintergrundgeschichte Part II

TRIGGER-WARNUNG: Die Story enthält Andeutung von Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit! (vorallem Kapitel „Lohengrin I & II“)

((Hinweis: Die Kapitel „Lohengrin I & II“ hängen zusammen und spielen vor kurzer Zeit.))

Dunkelheit im Herzen

Auch nach einigen Wochen nach ihrem Erwachen aus dem Schlaf konnte Aurora Veränderungen und Nachwirkungen verspüren. Sie verspürte eine tiefere Verbundenheit zu den Göttern des Chaos und wenn sie betete, konnte sie manchmal sogar Stimmen vernehmen. Ihren schlankeren Körper, die neuen Gesichtszüge und vor allem die neue Augenfarbe erfüllten sie mit Stolz. Sie präsentierte diese physischen Merkmale gerne, denn schliesslich waren es die Geschenke der Götter an sie! Jedoch gab es auch einige nicht sonderlich erfreuliche Nachwirkungen aus dem Schlaf. Sie konnte sich kaum noch an die Vergangenheit erinnern. Aus unerklärlichen Gründen erinnerte sie sich nur noch was in Parsifal geschah, was vor dieser Zeit geschah war ihr plötzlich ungewiss. Noch nicht einmal der Stammesschamane konnte eine Antwort auf diese Auswirkung finden. Auch gab es in der Zeit in Parsifal einige Gedankenlücken, die immer mal wieder auftreten. Nachdem sie endlich wieder zurück in den Alltag finden konnte und ihren Körper und Geist stärken konnte, wollte sie ihre Arbeit wieder aufnehmen. Während ihrem Befall der Krankheit mussten Andere ihre Position als Berater und Diplomat ausfüllen. Von Schuldgefühlen geplagt wollte sie sich direkt wieder zur Verfügung stellen, merkte aber schnell, dass sie wohl oder übel noch nicht genug gesund dafür ist. Anstatt ihren Stamm direkt wieder vertreten zu müssen, machte sie sich halt anders nützlich. Sie bekochte die Krieger, kümmerte sich um die Kinder und bildete sich bei den Schamanen weiter.
Unter ihrem kontrollierenden Auge wurden neue Bauprojekte angegangen und sie überwachte die Erweiterung der Goblin-Slums. Dort sollte eine neue Schatzkammer entstehen, mit wichtigen Objekten, Schätzen und Reliquien vom Stamm, aber auch von anderen Völker aus ganz Parsifal. Aurora mochte schon immer die kostbaren und wertvollen Dinge der Welt, also war es für sie eine Freude die Entstehung dieser Kammer zu verwalten.

Einige Projekte wurden abgeschlossen und Aurora begann sich zu langweilen. Die Arbeit mit Orks, aber auch vor allem mit Goblins, war nicht immer eine leichte Angelegenheit. Mittlerweile wurde der Stammesschamane Arrtakh zur rechten Hand Hagrasts ernannt, Aurora war lediglich noch eine Elfe in einem Ork-Stamm ohne Verpflichtung oder Aufgabe. Manchmal fühlte sie sich nicht Zuhause. Ein befremdlicher Ort für eine Elfe, doch sollte sie es doch sein, der in die Fussstapfen ihres Vaters tritt und eines Tages den Stamm leiten würde. Der Druck war enorm, zwar schworen immer wieder die verschiedensten Orks ihr die Treue, jedoch wusste sie schon immer, dass sie körperlich keine Chance gegen sie hätte. Sollte sie herausgefordert werden, wäre das ihr Untergang. Also begann sie sich einige Orks und Goblins um den Finger zu wickeln. Ein Ork, fast so stark wie der Häuptling selbst namens Gramush hielt sie sich als eine Art persönliche Wache. Zwar würde es niemand wagen sich ihr zu widersetzen, aber man wusste nie was passieren würde, wenn der Häuptling im Kampf fallen würde. Jedoch hielt die Beziehung zu Gramush nicht lange, nach einigen Wochen war er spurlos verschwunden. Der etwas dümmliche Ork traf eines Abends nicht mehr in der Stadt ein und wurde seitdem auch nicht mehr gesichtet. Dies geschah bei einigen Orks, die nahe zu Aurora standen. Natürlich konnte es sein, dass die Orks im Krieg gegen Greifenstein gefallen sind oder in einen Hinterhalt gerieten, jedoch liess Aurora der Gedanke nicht los, dass eine Intrige gegen sie am laufen war. Zu viele ihrer Freunde wurden ihr ohne Vorahnung aus dem Leben gerissen, ohne Klarheit was Ihnen genau zugestossen war. Dadurch, dass sie im Stamm nicht mehr gebraucht wurde und betrübt durch das Verschwinden ihrer Freunde entschloss sie sich auf Reisen zu begeben und nach ihnen zu suchen. Schliesslich sollte es ja nicht allzu schwierig sein einen Ork zu finden, dachte sich Aurora. Mit nur wenig Gepäck begab sie sich also alleine in Richtung Lohengrin, wo sie ihre Suche beginnen würde.

Kyr'am Aliit

Die Suche nach ihren vermissten Freunden hielt nicht lange an. Schon nach einigen Wochen hatte sie damit abgeschlossen und nahm an, dass sie womöglich im Kampf gefallen sind. Auf den Strassen Lohengrins konnte sie keine Gerüchte über Orks in der Nähe auffassen und auch sonst war ihr nichts Auffälliges begegnet. Aurora blieb noch einige Tage in Lohengrin und bereitete sich auf die Rückreise nach Taakur Cerar vor. Sie konnte eine Gruppe Händler davon überzeugen, sie in der Nähe der Orkstadt abzusetzen, im Gegenzug einer beachtlichen Belohnung verstand sich. Die Reise an sich verlief einwandfrei, jedoch als sie in das Hoheitsgebiet Taakurs eindrangen, merkte sie, dass etwas nicht stimmen würde. Der Hafen war komplett verlassen, kein einziges Schiff war angelegt und noch nicht mal ein Goblin trieb sein Unwesen in den Anlagen. Aurora verliess die Gruppe Händler und nahm sich den Weg Richtung Taakur Cerar vor. Auf dem Weg fiel ihr auf, dass auch die Luftschiffe fehlen würden und man generell keinen Laut hören konnte, was sehr untypisch war für eine Orkstadt. Als sie die Stadt betrat und vor sich nur noch verlassen Zelte hatte, brach für sie eine Welt zusammen. Einzelne Orks und eine handvoll Goblins konnte man in der Stadt noch antreffen. Die niedergeschlagene Aurora versuchte herauszufinden was geschehen war. Wurde Taakur Cerar angegriffen? Zogen alle Krieger in den Krieg? Nein, Aurora wurde zurückgelassen. In ihrem Zelt fand sie einen Brief von ihrem Vater der Stammeshäuptling Hagrast. Gemäss der Schrift zog der gesamte Stamm an einen anderen, weit entfernten Ort und liess alles zurück, sogar Aurora. Erschüttert und zu tiefst verletzt konnte Aurora gar nicht begreifen, was überhaupt geschah. Der Stamm, ihre Familie, hatte sie verlassen und in der Wüste zurückgelassen, ohne überhaupt persönlich Abschied zu nehmen von ihr. Sie hatte keinerlei Kenntnis von diesem Vorhaben, sie fühlte sich hintergangen und in Stich gelassen. «Warum verlassen mich alle? Warum wusste ich noch nichts? Bin ich nicht gut oder wichtig genug? Habe ich meinen Stamm enttäuscht?» schluchzte Aurora immer und immer wieder den ganzen Tag lang, doch würde sie niemals Antworten auf ihre Fragen erhalten.


Aurora nachdem sie verlassen wurde (©WLOP via Patreon)

Aurora brauchte einen ganzen Tag lang um mit der plötzlichen Situation emotional klarzukommen. Als sie ihr Zelt verliess, konnte man an ihrem Gesicht erkennen, dass sie nicht viel geschlafen hatte. Ihre Augen waren rot und geschwollen. Sie sprach mit niemanden und verbrachte den ganzen Morgen damit ihren persönlichen Besitz zusammenzutragen. Sie wusste, sie muss Taakur Cerar noch heute verlassen. Es würde nicht lange dauern, bis die Nachricht durch ganz Parsifal die Runde gemacht hat und die ersten Plünderer und Feinde Taakur aufkreuzen würden und die Zurückgelassenen jagen würden und sich den Wertsachen Taakurs bemächtigen würden. Immer wieder musste sie beim Packen innehalten. Viele Gegenstände hatte sie seit langer Zeit nicht mehr in den Händen gehalten. Viele Erlebnisse und Erinnerungen wurden wieder zum Leben erweckt. Schöne Erinnerungen, die nun aber Traurigkeit und Einsamkeit in ihrem Herzen hervorrufen. Noch immer konnte sie es nicht begreifen, dass sie von ihrem Stamm zurückgelassen wurde.

Die Sonne stand am höchsten Punkt und brannte auf die versammelten Orks und Goblins hinunter. Aurora besann sich endlich wieder und versammelte alle zurückgelassenen Orks und Goblins beim Marktplatz. Einige weigerten sich ihre Heimat zu verlassen, andere wiederum waren wie Aurora gerade auf Reisen oder auf der Jagd und wurden vom Stamm verlassen. Wie es ihr Vater immer gelehrt hatte, trat sie in dessen Fussstapfen und leitete von nun an den Stamm Taakur Cerars, so wie es schon immer gedacht war. Aurora erklärte der versammelten Masse, dass sie nicht länger in Taakur bleiben könnten. Viel zu gross wäre die Gefahr gewesen als ein enorm geschwächter Stamm eine derart riesige Stadt alleine verteidigen zu müssen. Es würde nicht lange dauern bis Christen oder andere feindlich Gesinnte aufkreuzten. Die niedergeschlagene Masse widersprach ihr nicht und folgte den Anweisungen Auroras. Auf dem Marktplatz sammelten alle Orks und Goblins aus der ganzen Stadt sämtliche Ressourcen, Gegenstände und Materialien, die nicht vom Stamm mitgenommen wurden. Währendem die Anderen damit beschäftigt waren, sämtliches Hab und Gut zu sammeln, nahm sich Aurora zwei kräftige Orks und stieg mit ihnen zur Schatzkammer Taakur Cerars hinab. Zu ihrer Überraschung stellte sie fest, dass Hagrast viele Sachen zurückgelassen hatte. Sie orderte den Orks an sämtliche Gemälde, Wappen und religiöse Gegenstände sowie auch alles Wertvolle nach oben zu bringen, sodass niemand die Schätze plündern könnte. Ein grosser Teil der gesammelten Gegenstände war sowieso wert- und nutzlos. Die Orks errichteten einen grossen Haufen mit diesen Sachen und bereiteten ein grosses Feuer vor, um alles zu verbrennen. Die restlichen Gegenstände, für die man noch einen Nutzen sah, wurden in tragbaren Truhen und Rucksäcken verstaut. Gegen Abend hin trat dann Aurora an den Haufen. In ihren Händen war der Abschiedsbrief von Hagrast mit der Information, wo sie sich der Stamm nun befindet. Als sie den Brief nochmals für sich durchlas, rannte ihr eine Träne die Wange hinunter. Ihre Hände verkrampften sich und sie konnte regelrecht den brennenden Zorn spüren, der in ihr aufkochte. «Ihr habt uns verraten! Alles war für nichts… Ihr habt mich verlassen, zurückgelassen, ALLEINE! VERRÄTER!!» schrie sie und bemerkte zuerst gar nicht, dass aus ihren Händen dunkle Funken sprühten. «Wie konntest du mich einfach so verlassen, ohne lebe wohl, Vater?» murmelte sie leise vor sich hin. Der Brief von ihrem Vater fing Feuer und erschrocken warf sie ihn auf den Haufen. Der Schreck wandelte sich kurzerhand in Begeisterung um und so konzentrierte sie ihren Zorn und ihre Trauer auf ihre Hände und konnte so einige Feuerbälle aus dunklen Flammen auf den Haufen schiessen, sodass aus diesem in kürzester Zeit eine riesige Säule aus Flammen wurde. Mit erhobenen Händen aus denen noch immer dunkle Funken sprühten drehte sie sich zur Ork-Menge zu und sprach «Macht die Stadt platt! Lasst nichts mehr übrig. Verbrennt die Zelte, reisst die Mauern nieder, stürzt die Slums ein!!!». Die Masse jubelte und zögerte nicht, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Aurora selbst ging auch noch durch die Strassen und brannte die Zelte ihrer vermissten Freunde nieder. Auch die grosse Arena blieb nicht verschont und brannte lichterloh. Aurora lachte hysterisch als sie die Monumente und grossen Bauwerke niederbrannte. Jedoch konnte man in ihrem Lachen die Trauer und den Schmerz hören, wie stark auch die dunklen Flammen aus ihren Händen schossen, so stark flossen auch ihre Tränen. Am nächsten Morgen prägte eine dicke Ascheschicht die sonst so helle Wüstenlandschaft. Nur noch einige angekohlte Knochen der grossen Bauwerke konnte man noch erkennen. Die verbliebenen Orks verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Einige davon wollten aber weiterhin Aurora folgen. Sie beschloss zurück nach Lohengrin zu gehen und dort für eine Zeit lang zu leben, bis sie einen neuen Plan hätte. Mit dem sämtlichen Hab und Gut von Taakur und einer handvoll Helfern bestehend aus Orks und Goblins zog sie erneut Richtung Lohengrin. Taakur Cerar gab es von nun an nicht mehr.

Lohengrin II

Der nächste Morgen brach an und Aurora war bereits wach. Seitdem sie von ihrem Stamm verlassen wurde, hatte sie Schwierigkeiten zu schlafen. Da war es gerade gut gelegen, dass der junge Mann noch immer angekettet im Raum lag. Er schien noch zu schlafen. Aurora stand auf und schellte mit einer kleinen Glocke, die auf einem Tisch stand neben dem Bett. Kurze Zeit später platzten drei Goblins herein. Jeder von ihnen trug etwas zu ihr: Eine Schale mit Wasser, eine kleine Truhe und eine edle Haarbürste. Anhand des reibungslosen Ablaufs erkannte man, dass es sicher nicht die erste Morgenroutine war, die die Goblins für Aurora durchführen mussten. Der angekettete junge Mann erwachte auch, als einer der Goblins mehr oder weniger unabsichtlich auf seine Beine trat. Er schreckte auf und richtete sich ein wenig auf, so gut es nun mal ging. Seine Arme waren bereits schon taub und seine Gelenke schmerzten ihm. «Bitte… lasst mich endlich gehen … ich würde Euch auch dienen!» jammerte er, seine Kehle war ganz ausgetrocknet sodass man nur schwer seine Wörter verstand. «Ich wünsche dir auch einen wunderschönen guten Morgen. Leider habe ich noch viel zu tun heute, vielleicht können wir dein Anliegen ja angehen, sobald ich zurück bin, ja?» erwiderte Aurora ohne ihn anzusehen. Sie wusch sich mit dem herbeigebrachten Wasser das Gesicht und die Haare. Das Wasser sammelte sie wieder im selben Becken und stand dann auf. «Hier, guten Appetit. Ich muss für etwas zu Essen kaufen gehen, sonst hungern meine Orks und wer weiss was dann mit dir geschehen würde.» sprach Aurora lächelnd und streckte ihm die Schale mit dem benutzten Wasser hin. Da er am Boden sass und sich nicht richtig aufrichten konnte, half sie ihm und schüttete da Wasser einfach über ihn. Der eine Goblin mit der Truhe in der Hand kam neben Aurora. Sie öffnete die kleine Truhe und nahm dort einen kleinen Beutel mit Goldmünzen heraus, verstaute diesen in ihrem Gewand. Bevor sie die Gaststätte verliess, zog sie sich noch einen Umhang mit Kapuze über, als würde sie sich verstecken wollen. Ihre Orks können sie nicht begleiten, da sie sonst sofort auffallen würde und so frei unter Christen hat sie sich noch nie bewegt. Generell fühlt sie sich schutzlos und heimatlos seit der Stamm weitergezogen war. Zur Beruhigung wies sie einige Goblins immer an, sich unbemerkt in ihrer Nähe aufzuhalten, sobald sie das Gasthaus verliess, sollte es zu Problemen kommen könnten die Goblins eingreifen. Sie streifte sich die Kapuze über ihren Kopf und machte sich auf den Weg Richtung Lohengriner Marktplatz.

Der Markt war nur mässig besucht. Einige Kinder mit ihren Müttern und die Händler hinter ihren Ständen, mehr war aber nicht los. Aurora versuchte sich so unauffällig wie möglich zu verhalten. Die ganze Situation stresste sie und war für sie sichtlich unangenehm. Um möglichst natürlich rüberzukommen wanderte sie von einem Stand zum nächsten, kaufte jedoch nichts ein. Immer wieder zog sie sich die Kapuze etwas tiefer, sodass ihr Gesicht nicht auffallen würde. Sie hatte schon einen Rundgang durch den ganzen Markt hinter sich, konnte aber noch keinen Stand finden, der ihr Fleisch anbieten könnte. Womöglich war sie dafür schon zu spät und der Metzger hatte alle Ware bereits verkauft. «Mist… jetzt werden sie einen weiteren Tag hungern müssen.» dachte sich Aurora. Seitdem sie sich im Lohengriner Gasthaus niedergelassen hatte kam es schon an ein paar Tagen vor, dass ihre Orks und Goblins hungern mussten. «Ein guter Anführer würde ihren Stamm niemals hungern lassen» murmelte sie genervt vor sich hin. Ein kleiner Junge der neben ihr auf dem Boden sass schaute sie an. «Redet ihr mit mir?» fragte er mit grossen Augen. Seine Kleidung liess vermuten, dass er kein Zuhause hat und sich auf dem Markt den ein oder anderen Taler erbetteln wollte. «N-Nein.» erwiderte Aurora und zog sich die Kapuze erneut tiefer. «Stimmt etwas nicht mit euch?» der kleine Bursche stand langsam auf «wartet … ihr seid doch…» Aurora drehte sich schon um und wollte zügig zurück ins Gasthaus gehen als der Junge sie plötzlich am Ärmel festhielt und fragte: «Ihr seid doch eine Hochelfe, nicht wahr?». Aurora drehte sich wieder zu ihm und schaute ihn erschrocken an. «W-Was bin ich? Woher- Nein!» stammelte Aurora und schaute panisch um sich herum. Die einkaufenden Bürger Lohengrins schienen die beiden jedoch gar nicht zu bemerken. «Eure lila-farbenen Augen haben Euch verraten! Wobei ich mir Elfen immer etwas grösser vorgestellt habe.» kicherte der Junge und hatte ein breites Grinsen im Gesicht. «Meine Eltern haben mir immer von solchen Wesen erzählt. Endlich sehe ich mal eines davon mit eigenen Augen!» die Augen des Jungen weiteten sich und er betrachtete Aurora von oben bis unten. «Warum seid ihr so merkwürdig gekleidet?» fragte er und deutete auf die Kapuze. Aurora wurde nervös. Der Junge hielt sie offensichtlich für eine Hochelfe, jedoch weiss sie doch gar nicht wie man sich als Hochelfe benimmt oder wie sie zu den Christen stehen müsste. «Oh… ehh… ich ähm … ich werde gesucht von bösen Wesen!» sprach Aurora nervös. Eine bessere Notlüge fiel ihr in diesem Moment nicht ein. «Ohh waaaas?! Böse Wesen?!» rief der kleine Junge und schaute sie schockiert an. «Shhhh nicht so laut! Bitte!» zischte sie und packte ihm an seinem Oberarm. «Ihr müsst doch gar keine Angst mehr haben. Habt ihr nicht gehört? Hagrast und seine bösen Orks haben das Weite gesucht! Die Ritter haben ihnen bestimmt aufs Maul gegeben und die Schwächlinge haben sich verzogen!» posaunte der Bengel stolz herum. Die Miene von Aurora verfinsterte sich. Als der Junge den Namen ihres Vaters nannte war es, als ob ihr ein Dolch in den Magen gerammt wird. «Stimmt … sie sind ja weg» sprach Aurora, ihre Stimme klang sehr distanziert. «Ja! Diese Böslinge können Euch also gar kein Haar mehr krümmen. Parsifal ist endlich frei von diesen Unholden!» der Junge sprang aufgeregt auf und ab. In der Tat schien die Stadt glücklicher und offener zu sein. Als der Knabe dies sagte, betrachtete Aurora den Markt erstmals etwas genauer. Die Menschen waren glücklich, sie lachten, sie plauderten und nahmen sich Zeit. Es schien wirklich als wären sie alle von einer Last erlöst worden. Eine gemeinsame Angst, die nun für alle wie ausgelöscht war. Aurora spürte innerlich wieder den Zorn aufkochen. «Das wusste ich tatsächlich nicht. Vielen Dank!» sagte Aurora und lächelte auf den Knaben herab. Er erwiderte ihr mit einem enthusiastischen Nicken «Immer gerne. Ich bin froh sind wir dieses unzivilisierte Pack endlich los… ich verlor meine Eltern an sie als sie mein Dorf angriffen und ich als Einziger überlebte!» der Junge wurde sentimental als er von seinen verstorbenen Eltern sprach und blickte auf den Boden herab. «Ich schwor mir, dass ich sie eines Tages mal rächen würde, aber so ist es auch gut, dann können sie keinen Schaden mehr anrichten!» der Fakt, dass Taakur Cerar nicht mehr war, heiterte ihn sofort wieder auf, als hätte er seine lang ersehnte Rache erlangt. «Das tut mir wirklich sehr leid Kleiner. Möchtest du nicht zu mir kommen? Wenn ich mich nicht irre, habe ich noch ein leckeres Honiggebäck Zuhause.» sprach Aurora zu dem Jungen und schaute ihn bemitleidend in die Augen. Sie ging in die Hocke und streifte mit ihrer Hand über seine Wange um ihn zu trösten. Der Junge nickte und hielt sich an ihrem Umhang fest. Zusammen überquerten sie nochmals den Markt und spazierten dann Richtung Innenstadt. Während dem Spazieren durchlöcherte der neugierige Bengel Aurora mit lauter Fragen: «Weshalb bist du in Lohengrin? Woher kommst du? Hast du auch so spitze Ohren? Kannst du zaubern?». Aurora versuchte nicht sonderlich darauf einzugehen, schliesslich spielte sie dem Kind ja nur was vor. Sie gingen zusammen zwischen den Häusern hindurch einer schmalen Gasse entlang in Richtung Berg. «Haben dir deine Eltern auch von den Zwergen erzählt?» fragte Aurora als sie einen Weg ins Innere des Berges hinabstiegen. «Ja natürlich! Kennst du denn welche? Werde ich sie jetzt auch kennenlernen!» die Neugier sprudelte regelrecht aus dem kleinen Bengel heraus. Vor einer grossen Tür blieben die beiden dann stehen. Aurora stellte sich hinter den Jungen und platzierte ermutigend ihre Hände auf seinen Schultern. «Bist du bereit?» flüsterte sie ihm ins Ohr nachdem sie erneut in die Hocke ging. Der Bengel nickt aufgeregt «Ja! Ja!» rief er erfreut. Aurora richtete sich auf und rief: «Olaror dayn!». Der Junge dachte sich nichts dabei, schliesslich war es ja logisch, dass andere Wesen andere Sprachen sprechen würden. Seine Begeisterung in seinem Gesicht verschwand von einer Sekunde auf die andere als die Tür aufging und vor ihm ein gleichgrosses, grünes Wesen mit gelben spitzen Zähnen stand. «Du findest also Taakur Cerar war eine Plage?» fragte Aurora mit ernster Stimme. «Vorlauter Bengel! Orks sind eine Plage? Du denkst der Schrecken Taakurs wäre vorbei? Da irrst du dich, ich bin noch immer da.» zischte Aurora hinter ihm und schubste ihn zu Boden direkt vor die Füsse des Goblins. Dieser leckte sich bereits seine Lippen und zückte ein rostiges Messer. «Scheint als hätte ich doch noch ein wenig Fleisch gefunden» sprach Aurora mit einem selbstgefälligen Lächeln auf den Lippen und wandte sich ab. «Sie werden schon noch realisieren, dass ihr Albtraum noch nicht vorbei ist. Ihr Glücklichkeit wird wieder von ihnen genommen werden… sie haben es nicht verdient.» flüsterte Aurora zu sich selbst, als sie auf dem Weg zu ihrem Zimmer war. Von den Wänden der Höhle halten die klaghaften Schreie des Knaben.

Aurora betrat wieder ihr Zimmer im Gasthaus. Der junge Mann ist noch immer in derselben Position, wie als sie gegangen war. Mittlerweile waren seine Haare und Kleidung wieder trocken. «Ah sehr schön, wie ich sehe fehlt dir nichts. Dann haben sich die Goblins also beherrschen können.» sagte Aurora als sie ihren Umhang ablegte. Der junge Mann erwiderte «Ja…. Aber ich sehe ja gar kein Fleisch bei Euch… Muss ich mich jetzt doch fürchten?» und schaute sie mit einem besorgten Blick an. Aurora lachte und meinte: «Nein, keine Sorge. Meine Freunde haben ihr Fleisch bekommen.» und schmunzelte. Er atmete erleichtert auf. «Kommt ihr ursprünglich aus Aratham?» fragte er sie. «Aratham? Was soll das sein?» Aurora blickte verwirrt auf ihn herab. «Ich habe von dieser Dunkelelfen-Stadt mal gehört und meinte, vielleicht kommt Ihr ja von dort.» der junge Mann zuckte mit seinen Schultern, jedenfalls so gut es ging für jemanden der angekettet war. Auroras Gesichtsausdruck wurde ernster und sie setzte sich ihm gegenüber auf einen Stuhl. «Ach so ist das. Eine Dunkelelfen Stadt hier in Parsifal also…» grübelte sie nach und starrte ihn nachdenklich an. «Eine Stadt voller Gleichgesinnten? Vielleicht könnte ich dort einen Neuanfang starten. Einen Weg mich an allen zu rächen und sie endlich zu bestrafen.» dachte Aurora nach. «Olaror o’r» rief sie und es kamen gleich zwei Goblins hineingestürzt. «Packt mir meine Kleidung und Wertsachen, ich werde mich alleine auf eine Reise begeben» wies sie die Diener an und ohne Rückfragen machten sie sich ans Werk. «Vielen Dank für deine Information, Bursche. Wie erwartet warst du also doch noch für etwas nützlich. Schade, dass ich dich jetzt leider verlassen werde.» sagte sie zu dem jungen Mann. Dieser sah sie nur irritiert an und fragte, was genau sie damit meinen würde. Aurora ging nicht auf ihn ein und kümmerte sich um das Packen der notwendigsten Dinge. Sie wandte sich an die Goblins und meinte «Ich werde für eine lange Zeit weg sein. Verlasst diesen Ort und baut euch irgendwo etwas auf, wenn die Zeit reif ist, komme ich wieder auf euch zu. Ret’urcye mhi.». Die Goblins schienen traurig zu sein und verabschiedeten sich von ihrer Herrin. Aurora stand bereits schon im Türrahmen als sie sich doch nochmals umdrehte und sagte «Achja, und für Proviant für die Reise habe ich auch schon gesorgt.» sie blickt zum angeketteten Mann, «Für ihn habe ich keine Verwendung mehr, ihr aber sicher schon» sagte sie zu den Goblins und ging mit dem Gewissen aus dem Gasthaus, dass sie erneut für ihre Gefolgschaft ausgesorgt hatte. Sie liess sich ihr Gepäck von der Orks zu ihrem Pferd bringen und machte sich dann mit diesem in Richtung Aratham.

Credits: Sämtliche Bilder sind vom Künstler WLOP (https://www.patreon.com/wlop)!

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also ich habe nichts falsches entdeckt :slight_smile:

Wenn keiner der @Communityhelfer mehr was zu sagen hat: ich nehme sie an! :slight_smile:

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Aurora Nau’hiibir hatte sich im Gasthaus in Untergrund „zum blutenden Zahn“ in Lohengrin. Das Zimmer war zwar etwas kleiner und die abendlichen Kunden lauter, aber dafür stimmte auch der Preis für die Unterbringung. In einer Ecke des Zimmers war ein Haufen gestapelter Rucksäcke und Kisten, bestückt mit Erinnerungsstücken und das zurückgelassene Hab und Gut von Taakur Cerar. Man konnte merken, dass der Haufen jede Woche kleiner wurde und bald waren nur noch persönliche Gegenstände vorhanden. Die wertvollen Sachen mussten wohl für das kleine, modrige Gastzimmer hergegeben werden.

Die Türe des Zimmers öffnete sich langsam und eine erschöpfte Aurora kam hineingestapft. Ihre Haare, die sie seit Jahren nicht mehr geschnitten hatte, reichten ihr nun bis über die Hüften. Ihre Kleidung die sie trägt, lassen sie nun noch mehr auffallen… Untypisch für eine Dunkelelfe kleidet sie sich in hellen, auffallenden Farben und trägt unabhängig vom Anlass sets formelle Kleidung. Sie schliesste die Türe hinter sich und liess sich erschöpft auf ihr Bett fallen. Nach einem Moment der Entspannung richtete sie sich langsam auf, sodass sie auf der Bettkante sass und streifte sich ihre Handschuhe ab. Als sie den zweiten Handschuh abgezogen hatte, betrachtete sie nachdenklich ihre blassen, dürren Hände. Vor nicht all zu langer Zeit hätte sie noch genug Ringe gehabt um jeden Finger mit einem Ring besetzen zu können. Doch nun hatte sie nicht mehr als ein paar Handschuhe. Ehe sie ihre Gedanken in Verzweiflung abschweifen liess, stand sie auf und ging zu den in der Ecke liegenden Rucksäcken. Die nächste Miete für die Unterbringung wäre bald wieder fällig und Aurora meinte noch einige Münzen irgendwo versteckt zu haben. Als sie den einen Rucksack durchsuchte, zog sie plötzlich ein Buch heraus. Das Buch war in einem guten Zustand, auch wenn noch einige Sandkörner zwischen den Seiten steckten. Sie öffnete das Buch und las die Inschrift „Notizen und Gedanen zu einzelnen Persönlichkeiten Parsifals“. Beim Durchblättern der Seiten fielen diverse Blätter heraus, die in das Buch gelegt worden sind. Verschiedene Verträge und Schriftverkehr zwischen den Städten. Aurora hatte ganz vergessen, dass sie die Bündnissverträge zwischen den Städten der Roten Legion lose in ihr damaliges Notizbuch gelegt hatte. Der ganze Aufwand, die ganzen Erfolge, würden nun nichts mehr bedeuten. Sie nahm das Buch und eine Feder und begann auf einer neuen Seite etwas reinzuschreiben:

Bid vi urcir tug’yc ((orkisch; so treffen wir uns wieder)), ich hatte ganz vergessen, dass ich das Buch noch in einem der Rucksäcke versteckt hatte. Es ist eine lange Zeit her, als ich in dieses Buch geschrieben hatte, aber es ist noch länger her, als das Buch einen wirklichen Zweck hatte. Ich ergreife die Möglichkeit und gebe diesem Buch einen neuen Zweck. All das, was ich von nun an hier reinschreiben werde, dient nicht als Information für jemand anderes, oder um Ziele von anderen Personen zu erreichen. Von nun an soll dieses Buch nur noch für meine Ziele und mich gelten.

Über die nächsten Seiten hinweg schrieb Aurora alles auf, was bis jetzt geschehen war. Sie schrieb über ihre Begegnungen und Erlebnisse, die sie hatte. Aber sie schrieb auch über ihre aktuelle finanzielle Lage, dass ihr der Besitz ausgeht und ihre Unterbringung nicht mehr lange gewährleistet war.

Es ist nun eine Weile her, seitdem ich die Taverne zu Merikh zum ersten Mal betreten hatte. Es ist aber noch länger her, als ich so viele Wesen gesehen habe, die meine Religion und Ansichten teilten. Die Kameradschaft und die Bereitschaft einander zu helfen, was jeder Tavernenbesucher mit sich bringt ist wahrlich inspirierend. Die eine Besitzerin der Taverne, Shelur, ist mir besonders ins Auge gefallen. Sie erinnerte mich anfangs stark an die alten Zeiten in Taakur. Oft frage ich mich, ob wohl die Kinder von Arrtakh Grem auch so ausgesehen hätten, wären sie noch unter den Lebenden. Es ist schön zu sehen, dass mehr Orks in Parsifal leben als auch schon, aber dennoch weckt jeder Einzelne von ihnen eine dunkle, schmerzhafte Erinnerung in mir, die ich schon lange tief in meinem Herzen begraben hatte.
Dennoch inspirieren sie mich. Ihre Bereitschaft für sich und das, an was sie glauben zu kämpfen und umzusetzen finde ich beachtlich, wenn auch schmerzhaft. Wenn ich daran denke, wie lange ich schon in diesem heruntergekommenen Zimmer sitze und warte, bemitleide ich mich fast schon selbst. Einst konnte ich meinen Namen noch mit Stolz aussprechen und die Furcht in den Augen der Menschen erkennen, als ihnen bewusst wurde, wer vor ihnen stand. Nun ist mein Name nichts mehr, so wie ich. Ein altes Relikt aus der Vergangenheit, ein Erinnerungsstück der Roten Legion. Wissen sie nicht mehr, was wir einst waren? Wie wir aus der Wüste kamen und nahmen, was uns zustand? Kriege wurden geführt, Schlachten gewonnen. Ihr Blut nährte die Böden der Schlachtfelder, ihre Vorfahren liefen an Ketten durch die grosse Stadt Taakur Cerar, das alles war einmal. Nun mag sich niemand mehr an den Schrecken erinnern, an das Leid, welches wir über Parsifal brachten. Es herrscht keinen Funken Respekt mehr, noch schlimmer, es herrscht keine Furcht mehr. Doch das sollte sich bald schon ändern. Parsifal, die Menschen und alle, die mir jemals Unrecht angetan haben, sie alle sollen sich erinnern.

Es wurde genug gewartet auf eine Heerführer, der das Chaos wieder vereinen würde. Der die Völker vereint und die Schwachen knechtet. Der das Feuer des Krieges in die Städte der Ungläubigen bringt und die Götter zufrieden stellt. Zu lange mussen die Götter warten. Amaruk schenke mir die Gaben und die Kraft mit der ich der Roten Legion zu wahrer Grösse verhelfen konnte. Möge er mich auf meinen zukünfigen Weg begleiten und mir erneut helfen, sodass diesmal ich zu wahrer Grösse verholfen werde.

Te ca’nara olaror par Aurora Nau’hiibir ((orkisch; Die Zeit von Aurora Nauhiibir [Lichtbringerin] kommt)).

OOC

Dieses Buch von damals existiert wirklich in MC und wird Aurora in Zukunft mit sich tragen und ihre Gedanken und Notizen darin verfassen. Ich werde diesen Beitrag dort verlinken, sodass der Leser dieses Buches von diesem Beitrag Kenntnis nehmen kann, da das RPliches Wissen ist.

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